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Großbritannien

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In Großbritannien sind sie alle Briten, aber nicht alle sind Engländer.

Die Begriffe Großbritannien und England werden sehr häufig synonym verwandt – ganz so, als bezeichnete der Name „England“ nicht nur einen Teil der Insel, sondern alles darauf. Vor allem bei den Schotten sorgt das für Verstimmung, sind sie doch – neben England – ein gleichwertiger Bestandteil von Großbritannien. Wir wollen deshalb klären, wie die Begriffe zusammenhängen und damit zur korrekten Verwendung der Bezeichnung Großbritannien beitragen.

Großbritannien meint im engsten Sinne die Insel, auf der England, Wales und Schottland liegen. Zwischen der Irischen See, der Nordsee, dem Nordatlantik und dem Ärmelkanal ragen knapp 219.000 Quadratkilometer Landmasse aus den Wellen empor, die die Heimat von etwa 60 Millionen Menschen bilden. Die Insel Großbritannien ist eine der Britischen Inseln, zu denen außerdem die Hebriden, die Orkneys und die Shetlands vor Schottland, Irland, die Isle of Man, die Isles of Scilly, die Kanalinseln und die Isle of Wight gezählt werden.

Rückblick: So entstand der Begriff Großbritannien

Dieses geographisch definierte Großbritannien – als Insel – unterscheidet sich außerdem von dem politischen Konstrukt Großbritannien. Um zu verstehen, wie der Name gewachsen ist, muss man in der Geschichte von England ein gutes Stück zurück gehen. Und zwar in eine Zeit, als weder an den Namen England noch an ein Vereinigtes Königreich auch nur zu denken war, in die Zeit, als die Insel keltisch war und die Römer die Grenzen ihres riesigen Reiches stetig weiter in den Norden verschoben. Hier trafen sie auf ein Volk, das durch seine Tätowierungen auffiel.

Ableitend von dem irischen Wort „brith“ oder „breith“ für „tätowiert“ nannten die Römer das Reich, in das sie nun vordrangen, „Britannia“. Andere Legenden, die sich mit dem Ursprung des Namens Britannien beschäftigen, interpretieren ihn in Anlehnung an die keltische Göttin Brigantia als „Brigits Inseln“ oder folgen von Geoffrey of Monmouth in seiner Historia Regum Britanniae, in der er behauptet, Britannien sei nach seinem Gründer Brutus benannt worden. Der Trojaner, ein Urenkel des Äneas, soll nach langen Irrfahrten im heutigen Südengland gelandet sein und dem Land seinen Namen gegeben haben.

Übersicht über die Bestandteile von Großbritannien und die Entstehungsphasen

Der Name Britannien war auch noch in Gebrauch, als die Normannen 1066 in das heutige Großbritannien kamen und hier auf dem Land der Angeln und Sachsen das England gründeten, das wir heute kennen und das seitdem Bestand hatte. Britannien bezeichnete seit der Zeit der römischen Besatzung jedoch die Regionen, in die sich die Kelten zurückgezogen hatten, also Cornwall, Wales und Schottland. Wales war das erste Land, das dann in England eingegliedert wurde. Der erste Act of Union, der diesen Prozess 1535 unter Heinrich VIII. in Gang setzte, gilt als die Geburtsstunde von Großbritannien.

Er gliederte Wales offiziell und endgültig in den Rechtsraum von England ein. Heinrichs Versuche Schottland zu erobern scheiterten jedoch ebenso wie die Versuche seines Vorgängers Edward I., der das bereits im 13. Jahrhundert versucht hatte. Erst zwei Generationen später sollte es Jakob I. gelingen, mit der Personalunion der englischen und schottischen Krone 1606 den Weg für das Königreich Großbritannien zu ebnen. Mit einem weiteren Act of Union im Jahr 1707 war dann die Zusammenführung der Königreiche England und Schottland abgeschlossen und das Königreich Großbritannien geboren.

Noch aber sprechen wir nicht vom Vereinigten Königreich von Großbritannien. Das wurde es erst durch einen dritten Act of Union im Jahr 1800, als Großbritannien mit dem Königreich von Irland zusammengeführt wurde. Bereits seit 1603 war das Königreich jenseits der Irischen See unter englischer Kontrolle. Der Act of Union vollführte dann den endgültigen Anschluss an Großbritannien.

Dass wir heute aber offiziell vom Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland sprechen, liegt daran, dass sich 1922 26 irische Grafschaften zum Irischen Freistaat, der Republik Irland, abspalteten. Lediglich die sechs Grafschaften in der Provinz Ulster verblieben im Vereinigten Königreich, das seit 1927 seinen heutigen offiziellen Namen trägt.

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Correct: So verwendet man den Begriff Großbritannien

Weil „Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland“ aber eine sehr lange, sperrige Bezeichnung ist, verkürzen wir sie in der Regel auf „Großbritannien“ oder auf „Vereinigtes Königreich“. Die Briten selbst sagen „Britain“ und meinen damit die gesamte Insel und sprechen von „United Kingdom“ oder „UK“, wenn Sie das politische Gebilde, das auch Nordirland mit einschließt, meinen. Fassen wir den Begriffswirrwarr rund um Großbritannien also noch einmal übersichtlich zusammen. England und Großbritannien sind nicht synonym zu gebrauchen. England ist eines von drei Ländern – England, Schottland und Wales – die auf der Insel Großbritannien liegen, die wiederum zu den Britischen Inseln gehört. Die Insel Großbritannien mit ihren drei Ländern ist Teil des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland, das in dieser Form seit 1927 Bestand hat.

Lange Zeit war ungewiss, wie es nun mit Großbritannien weitergehen sollte, denn 2014 stimmten die Schotten darüber ab, ob sie auch in Zukunft Teil des Vereinigten Königreichs sein wollten. Bereits seit 1997 besitzt Schottland einen Autonomiestatus. Das Referendum über die Unabhängigkeit von Schottland - „Should Scotland be an independent country? - hätte im September des Jahres beinah dafür gesorgt, dass das politische Gebilde Großbritannien einmal einen dramatischen Wandel vollzogen hätte.

Ein „Yes“-Votum wäre das Ende eines Zusammenschlusses gewesen, der in dieser Form seit mehr als 400 Jahren Bestand hat und viele Jahrhunderte davor Anlass für Gewalt und Blutvergießen war. Und es wäre auch das Ende eines Unabhängigkeitskampfes gewesen, der spätestens seit William Wallace im 13. Jahrhundert ein fester Bestandteil der Geschichte von Schottland war. Wie Sie jedoch in unserem Artikel Schottland Unabhängigkeit nachlesen können, entschied sich die Mehrheit der Schotten gegen die Unabhängigkeit - und für die Einheit in Großbritannien. Getreu dem Motto „better together!“

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