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Scottish Lowlands

Scottish Lowlands

Lowlands

Die Lowlands bieten ein Bild landschaftliche Idylle.

Der erste Eindruck, den Besucher von den Lowlands erhalten, trügt: Die sanft geschwungene, saftige Hügellandschaft gaukelt eine Idylle vor, die mit der wahren Natur der Lowlands nur wenig gemeinsam hat. Hat man das Schild mit der Aufschrift „Welcome to Scotland“ passiert und damit die Lowlands, den flachen Süden und Südosten Schottlands, erreicht man eines jener Gebiete in Großbritannien mit der blutigsten und kriegerischsten Vergangenheit.

Die Scottish Borders in den Lowlands waren wild umkämpft, der Schauplatz großer Schlachten und zahlloser kleiner Scharmützel. Vollkommenes Misstrauen, unüberwindbarer Argwohn und das Gefühl ständiger Bedrohung prägten das Klima zu beiden Seiten der Grenze, die zunächst vom Hadrians Wall der Römer und später von der offiziellen Grenzlinie zwischen England und Schottland vorgegeben wurde.

Die Lowlands sind der schottische Gegenpol zu den wilden, urwüchsigen Highlands. Dort, wo in den Bergen robustes Heidekraut blüht und von Ginster und Moosen begleitet wird, ist der Süden fruchtbar und grün. Ausgedehnte hügelige Bilderbuchlandschaften prägen das Bild ebenso sehr wie goldene Felder, die sich bis zum Horizont erstrecken, und dunkelbraunes Ackerland. Wo die Highlands im Norden dünn besiedelt sind, da sind die Lowlands voller Leben.

Die größten Städte des Landes sind hier zu finden: Edinburgh und Glasgow liegen ebenso in den Lowlands wie die hübschen kleinen Städtchen Jedburgh, Kelso, Melrose und Dryburgh. In den Lowlands zeigt sich das moderne Schottland, das sich technisch und kulturell vor dem Rest Europas nicht zu verstecken braucht. Schon immer hielt man sich hier unten deswegen für zivilisierter und kultivierter als im Norden, wo die vermeintlichen Barbaren hausten und in endlosen Clan-Twists verstrickt war. Doch ehrlich gesagt zeichnen die Fakten ein ganz anderes Bild.

Der kriegerische Süden Schottlands: die Lowlands

Goldene Felder sind ein Beweis für die Fruchtbarkeit der Lowlands.

Für die Römer hauste schon kurz hinter dem Hadrians Wall der Schrecken: Das Reich der Pikten und Scoten war eine wilde Hölle, die von mordenden Bestien bewohnt wurde. Finstere, tätowierte Krieger, die mit einer Inbrunst in den Kampf zogen, die die römischen Soldaten das Grauen lehrte – das alles lag dort auf der Lauer, wo heute die Lowlands ein so idyllisches Bild des Friedens abgeben. Kein Wunder also, dass die Römer hier mit dem Hadrians Wall einen mächtigen Limes errichteten, hinter dem sie sich verschanzen konnten.

Wann immer sich die Römer aus ihrem Versteck heraus wagten, mussten sie das mit hohen Verlusten bezahlen. Es ist nur zu verstänlich, dass sie das Römische Reich niemals über den Wall hinaus ausgedehnt haben: Was auch immer sie versuchten, den wilden und unruhigen Stämmen des Nordens war nur mit militärischen Mitteln allein nicht beizukommen. Das raue Klima, die langen Versorgungsrouten und der gigantische Aufwand, eine Garnison an diesem Außenposten zu versorgen, führten schließlich dazu, dass die Lowlands bald wieder sich selbst überlassen wurden. Doch auch das wehrte nicht lang, denn Angreifer um Angreifer versuchte, Schottland über die Lowlands zu erobern – sei es aus dem Süden oder von der Ostküste, von Skandinavien aus.

Und auch untereinander waren die Stämme der Lowlands mindestens genauso sehr zerstritten und verfeindet wie die Stämme der Highlands. Viehdiebstahl und Clanfehden standen hier ebenso auf der Tagesordnung wie im nördlichen Schottland. Darüber hinaus überfielen auch die Lowland-Schotten ihrerseits die südlichen Nachbarn, unternahmen Beutezüge und Übergriffe. Jede Medaille hat eben zwei Seiten. Aber das kann man leicht vergessen, wenn man durch die Lowlands fährt oder wandert, die durch eine gedachte Linie zwischen Firth of Clyde, Stirling, Perth und Glasgow von den Highlands getrennt werden.

Im Osten ziehen sich die Lowlands sogar noch sehr weit hinauf in den Norden. Aberdeen zählt ebenfalls zum Tiefland, obwohl es fast auf der Höhe von Inverness liegt und selbst ein Großteil der Speyside bis kurz vor Inverness gehört zu den Lowlands. Inverness ist so von Osten kommend das Tor zu den Highland, von Süden kommend aber mitten in dessen Herz platziert. Die Highlands erstrecken sich dann einschließlich der Inseln im Westen bis hinauf zu den Orkneys.

Natur und Kultur in den Lowlands erleben

Doch während das Hochland klassischer Weise als das ursprüngliche Schottland mit all seinen Symbolen betrachtet wird, hat auch das Tiefland schon alles zu bieten, was einen Schottland-Urlaub bereichert. Einsame Bergseen, wilde Moore und endlose Hügellandschaften finden Sie in den Lowlands ebenso wie romantische Castles, prächtige Schlösser und verträumte Abteien. Wandern und Angeln, Reiten und Wintersport betreiben können Sie hier genauso gut wie im Norden. Das Einzige, worauf man hier verzichten muss, sind die leeren Weiten der Highlands. Manchmal können Sie eine halbe Stunde durch die Bergstraßen fahren, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Im dichter besiedelten Süden geschieht das natürlich viel seltener.

Doch auch in den Lowlands gibt es Rückzugsgebiete für alle, die sich nach Einsamkeit sehnen. Die Isle of Arran zum Beispiel gilt als Miniaturausgabe Schottlands und vereint die unterschiedlichsten Landschaften auf kleinstem Raum (430 Quadratkilometer). Der bergige Norden der Insel steht den Highlands kaum in etwas nach und wartet mit geheimnisvollen, mystischen Orten, wie dem Machrie Moor mit seinen stehenden Steinen, auf. Abgeschiedenheit finden Sie auch auf der benachtbarten Holy Island, einer nahezu unbewohnten Insel, auf der sich einst der Inselheilige St. Las niederließ und die heute Buddhisten gehört, die hier ein Kloster betreiben. Landschaftliche Schönheit erwartet Sie außerdem in den Trossachs, dem Nationalpark nördlich von Glasgow, der mit dem Loch Katrine und dem Loch Lomond wunderschöne Fotomotive und Ausflugsziele zu bieten hat.

Die Lowlands sind auch das Reiseziel für Kulturinteressierte. Das Tiefland war die Heimat der Nationaldichter Sir Walter Scott, der in Abbotsford House bei Melrose lebte, und Robert Burns, der in Alloway geboren wurde und dessen Spuren sie überall in den Lowlands finden. Der Robert Burns Trail führt von Alloway durch Ayr nach Dumfries, wo Burns seine letzten Lebensjahre verbrachte und 1796 starb. Unterwegs besuchen Sie das Burns Centre und das Burn’s House, das Globe Inn und das Burns Mausoleum.

Der Sir Walter Scott Trail führt von Kelso über Floor Castle, Smailholm Tower, Scott’s View, Melrose und Abbotsford nach Selkirk und schließlich zurück nach Kelso und folgt dabei dem Grenzverlauf zwischen England und Schottland. Noch mehr Kultur in den Lowlands finden Sie dann in Glasgow, das in den vergangenen Jahrzehnten einen erstaunlichen Wandel von der Schiffsbau- und Ingenieursmetropole Schottlands zur Kulturstadt durchgemacht hat. Hier finden Sie Museen und Ausstellungen von europäischem Rang. Im Glenkiln Reservoir bei Dumfries können Sie außerdem dem Glenkiln Sculpture Trail folgen, der Sie über 5,6 Kilometer durch herrliche Landschaften und vorbei an kunstvollen Skulpturen führt.

Auf den folgenden Seiten finden Sie viele weitere Tipps für Ihren Schottland-Urlaub in den Lowlands von Schottland. Nehmen Sie sich die Zeit, diesen oft vernachlässigten Teil des Landes zu erkunden.

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