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Rolls-Royce: Aus einer kleinen, britischen Fabrik in die ganze Welt

Der britische Automobilhersteller Rolls-Royce ist einer der traditionsreichsten Konzerne der Branche. Bereits seit über 100 Jahren werden die Modelle des Nobelherstellers in Großbritannien produziert und von dort aus an Automobilenthusiasten in der ganzen Welt verkauft.

Bereits in den jungen Jahren der Firma war Rolls-Royce auf der Automobil-begeisterten Insel für ihre hohe Qualität und Sicherheit bekannt. Diese Tradition hat sich bis heute durchgesetzt und noch immer kaufen wichtige Personen aus der ganzen Welt Modelle von Rolls-Royce, um luxuriös und sicher über die Straßen der Metropolen der Welt und der abgelegenen Wildnis gelangen.

Das Unternehmen hat über seine lange Geschichte viele Veränderungen erfahren. Mehrere Auflösungen der Firma, Bankrott-Erklärungen und Übernahmen durch andere Firmen stellen wichtige Wendepunkte in der Firmengeschichte dar. Auch andere Aspekte neben der Automobilproduktion, für die die Firma bekannt wurde, haben den Lauf der Unternehmensgeschichte beeinflusst. Durch alle diese Veränderungen hat Rolls-Royce jedoch nie das selbst gesetzte Ziel aus den Augen verloren: Elegante, luxuriöse und zuverlässige Automobile für die höchsten Ansprüche zu produzieren.

Henry Royce und Charles Rolls

Der heutige Name des Unternehmens Rolls-Royce wird nicht ohne Grund mit einem Bindestrich geschrieben. Der Namen setzt sich aus den Nachnamen der beiden Gründer des Unternehmens zusammen: Henry Royce und Charles Rolls. Der Erfolg des Unternehmens hatte viel mit den Eigenschaften der beiden Gründer zu tun.

Henry Royce war einer der talentiertesten Ingenieure seiner Zeit und interessierte sich schon von einem jungen Alter an für Motoren. Anfangs arbeitete er für eine britische Bahngesellschaft, später eröffnete er sein eigenes Unternehmen. Mit nur 20 Pfund in seiner Tasche gründete Royce mit einem anderen Geldgeber die F H Royce and Company, wo Royce zunächst mit Dynamos experimentierte. Vor allem mit von elektrischen Motoren getriebenen Kränen konnte Royce Erfolg feiern und als sein Unternehmen wuchs, bot er Anteile des Unternehmens zum Kauf an.

Nach dem zweiten Boer-Krieg, in den Großbritannien verwickelt war, verlor das Geschäft Kunden und elektrische Kräne aus England bekamen Konkurrenz aus anderen industrialisierten Ländern wie Deutschland. Gleichzeitig erkannte Royce, dass Motoren und Automobile die Zukunft des Ingenieurswesens sein würden. Er kaufte selbst ein Automobil ein und brachte sich so die mechanischen Eigenschaften der neuen Maschine bei. Er nahm dann selbst Verbesserungen an dem De Dion Modell vor, da es nicht seinen Ansprüchen genügte. Er entwickelte eigene Automotoren und begann, selbst Modelle zu entwickeln.

Charles Rolls hatte durch seine noble Herkunft schon in seiner Jugend mehr Möglichkeiten, seiner Passion für Automobile nachzugehen. 1896 besuchte er im Alter von achtzehn Jahren Paris, wo das Automobil im Gegensatz zu Großbritannien bereits sehr verbreitet war. Er kaufte sich einen Peugeot Phaeton und trat dem französischen Automobilclub bei. Als er mit dem Auto nach Cambridge reiste, war es laut zahlreichen Erzählungen das erste Auto überhaupt, das die Bewohner der Universitätsstadt zu sehen bekamen.

1897 war er ein Gründungsmitglied des „Automobile Club of Great Britain“. 1903 gründete Rolls durch eine Finanzspritze seines Vaters einen der ersten Automobilhändler auf den britischen Inseln im Londoner Stadtteil Fulham. Sein Geschäftssinn und seine Erfahrung mit der noch jungen Automobiltechnik machten ihn zu einem erfolgreichen Geschäftsmann.

Als Charles Rolls 1904 ein Treffen des britischen Automobilclubs besuchte, sprach ihn ein Freund auf den Ingenieur Henry Royce an, dessen selbst entwickelten Modelle große Wellen in der Automobilbranche schlugen.

Rolls war fasziniert vom Einfallsreichtum des Ingenieurs und vereinbarte ein Treffen im Midland Hotel in Manchester. Royce stellte Rolls sein mit zwei Zylindern ausgestattetes Royce 10 Modell vor, das Rolls trotz seiner Vorliebe für drei und vier Zylinder Modelle beeindruckte und von den Fähigkeiten des Ingenieurs überzeugte. Die beiden vereinbarten während des Treffens eine Partnerschaft, in der Royce die Autos produzieren sollte und Rolls die Vermarktung übernehmen sollte. Modelle mit zwei, drei vier und sechs Zylindern wurden daraufhin produziert und als Rolls-Royce Autos verkauft. Die verschiedenen Modelle wurden bereits damals als Premiumprodukte verkauft. Das billigste zwei Zylinder Modelle wurde umgerechnet für 40.000 Pfund verkauft, das teuerste sechs Zylinder Modell für 90.000 Pfund.

Die Als erstes Auto der Firma wurde der Rolls-Royce 10 hp auf dem Pariser Autosalon vorgestellt. 1906 wurde die Partnerschaft durch die Gründung von Rolls-Royce Limited offiziell beschlossen. Charles Rolls war daraufhin einige Jahre lange als technischer Leiter der Firma aktiv, ehe er sich 1909 aus der Firma zurückzog und 1910 im Alter von 32 Jahren bei einem Flugunfall ums Leben kam. Neben Automobilen waren Flugzeuge seine andere große Passion.

Währenddessen eröffnete die Firma in Derby eine neue Fabrik, wo die neuen Modelle der Firma produziert wurden. Henry Royce hatte auf die Planung der Fabrik einen großen Einfluss und war auch bis zu seinem Tod 1932 stark an den Entscheidungen der Firma beteiligt.

1908 wurden zwei neue Modelle entwickelt, die mit 40 und 50 PS die leistungsstärksten Autos der Firma werden sollten. Der Prototyp wurde mit einer silbernen Lackierung fertiggestellt und wurde durch den leitenden Ingenieur des Projekts als Silver Ghost getauft. Zu dieser Zeit war es in Großbritannien ungewöhnlich, Autos sprechende Namen zu geben und so wurden viele Verbindungen zwischen dem Silver Ghost und einer Yacht hergestellt, die vor der ersten Seefahrt getauft wurden. Das luxuriöse Modell gewann so an Exklusivität und wurde vor allem bei der Elite der britischen Gesellschaft beliebt. Über 6.000 Autos des Modells Silver Ghost wurden produziert, zu dieser Zeit eine sehr hohe Zahl, gerade für ein Premiumprodukt. Während des erstens Weltkriegs lieferte Rolls-Royce die Chassis für die britischen Armeefahrzeuge.

Rolls Royce - Internationaler Erfolg und Diversifizierung

Auf Anfrage der britischen Regierung begann Rolls-Royce während dem ersten Weltkrieg, Flugzeugmotoren zu produzieren. Der von der Firma hergestellte Motor war in dem Flugzeug verbaut, das den ersten Non-Stop Flug über den Atlantik vollführte.

Der Erfolg des Silver Ghost Modells führte dazu, dass Rolls-Royce die Produktion ausweiten musste. Deshalb wurde in den USA in Springfield, Massachusetts, eine neue Fabrik eröffnet.

Nachdem die britische Gesellschaft durch die hohen Ausgaben für den ersten Weltkrieg weniger Premiumprodukte kaufen konnte, passte sich Rolls-Royce durch die Veröffentlichung des Rolls-Royce Twenty an. 1925 folgte mit dem Rolls-Royce Phantom der Nachfolger für den Silver Ghost. Phantom sollte eines der bekanntesten Modelle der Firma werden. In den 1930er Jahren wurde die amerikanische Fabrik in Springfield wieder geschlossen, da die Weltwirtschaftskrise sinkende Absatzzahlen verursachte.

Außerdem erwarb Rolls-Royce den britischen Automobilhersteller Bentley, was eine enge Zusammenarbeit der beiden Marke bis zur Aufspaltung in 2002 begann. Das Unternehmen erwarb eine neue Fabrik in Crewe, England, wo Flugzeugmotoren produziert wurden. Während des zweiten Weltkriegs war Rolls-Royce wieder stark an den Kriegsbemühungen Großbritanniens beteiligt. Es wurden Flugzeugmotoren für die britischen und amerikanischen Kampfflugzeuge und Fahrzeuge für die britische Armee entwickelt.

Neue Produkte in der Nachkriegszeit und Aufteilung der Firma

Als der zweite Weltkrieg endete, wurde die Produktion von Flugzeugmotoren zurückgefahren. Die Fabrik in Crewe wurde nun für die Automobilproduktion genutzt, außerdem wurden mehrere Chassis Fabrikanten aufgekauft.

Auch nach dem zweiten Weltkrieg konnte die britische Gesellschaft die teuren Modelle von Rolls-Royce nicht unterstützen, weshalb das Unternehmen wieder auf billigere Modelle umstieg. Es wurden Dieselmotoren produziert, die in vier, sechs und acht Zylinder Ausführungen für Automobile, in einer modifizierten Ausführung für Flugzeuge und in sehr leistungsstarken Ausführungen für Schiffe und Züge eingesetzt wurden.

In den folgenden Jahren bis 1971 wurden weitere Phantom Ausführungen produziert, auch die Silver Wraith Limousine, sowie deren Folgemodelle Silver Dawn und Silver Cloud wurden hergestellt.

1971 musste Rolls-Royce Konkurs anmelden, weil das Geschäft mit Flugzeugmotoren unprofitabel geworden war und geplatzte Verträge die Firma mit hohen Schulden zurückließen. Daraufhin wurde Rolls-Royce Motors als Automobilhersteller vom Rest der Firma abgespaltet und die Geschäftsanteile der neu gegründeten Firma wurden der Öffentlichkeit zum Kauf angeboten.

Die britische Regierung behielt jedoch eine Mehrheit der Anteile der Firma ein, um wichtige Entscheidungen kontrollieren zu können. In dieser Zeit wurde der Silver Shadow entwickelt, der als erstes Modell der Firma ein Monocoque-Chassis aufweist. Die sechste Ausführung des Phantom wurde ebenfalls veröffentlicht, während ab 1971 mit dem Corniche ein weiteres Modell vorgestellt wurde. Von 1975 bis 1986 wurde zudem der Rolls-Royce Camargue produziert, der zur Zeit der Produktion das teuerste, serienmäßig hergestellte Auto der Welt war. Von 1980 bis 1998 folgte der Rolls-Royce Silver Spirit verkauft.

1980 übernahm das Ingenieurunternehmen Vickers Rolls-Royce Motors, ehe 2002 Volkswagen und BMW die Rechte zur Verwendung der Rolls-Royce Marke erwarben.

Deutsche Übernahme und Teilung von Bentley

Als sich Vickers 1998 dazu entschied, Rolls-Royce Motors als Marke abzugeben, horchten mehrere Automobilunternehmen rund um die Welt auf. Der exzellente Ruf des britischen Herstellers konnte für das Portfolio der großen Konzerne ein wichtiges Element sein. Es entwickelte sich ein Zweikampf zwischen den deutschen Herstellern Volkswagen und BMW.

Zunächst schien es so, als ob BMW die Nase vorne hätte. Bereits als Rolls-Royce Teil von Vickers war, versorgte der bayerische Hersteller die Firma mit Einzelteilen. BMW bot 340 Millionen Pfund für Rolls-Royce an, doch am Ende konnte sich Volkswagen mit einem verbesserten Angebot in der Höhe von 430 Millionen Pfund durchsetzen. Durch den Kauf von Rolls-Royce Motors erhielt Volkswagen die Fabrik in Crewe, die Rechte für die „Spirit of Ecstasy“-Kühlerfigur und die Rechte zur Form des Kühlergrills.

Allerdings gingen der Name „Rolls-Royce“ und das Logo der Firma nicht in den Besitz von Volkswagen über. Diese waren im Besitz der Flugzeugmotorabteilung von Rolls-Royce, die die Rechte zur Nutzung an BMW abtrat. So konnte keiner der Hersteller vollständig legitime Rolls-Royce Modelle produzieren und eine Lösung musste gefunden werden.

Als Kompromiss durfte Volkswagen von 1998 bis 2002 Rolls-Royce Modelle mit Namen und Logo produzieren, während BMW die Teile lieferte. Nach 2002 gingen alle Rechte an BMW über, während Volkswagen Bentley behalten durfte. So wurden am 1. Januar 2003 Bentley und Rolls-Royce aufgespaltet.

Die neue Rolls-Royce-Ära unter BMW

BMW entschied sich dazu, der neu geformten Rolls-Royce Motor Cars große Freiheiten zu lassen. Die Produktion der Rolls-Royce Modelle sollte nach wie vor ausschließlich in Großbritannien hergestellt werden, eine neue Fabrik in Goodwood, England, wurde eröffnet.

2010 übernahm der derzeitige Geschäftsführer des Unternehmens, Torsten Müller-Ötvös die Führung von Rolls-Royce Motor Cars. Beim Amtsantritt rief er als oberstes Ziel der Firma aus, die hohen Qualitätsstandards der Firma weiter fortzuführen und den britischen Ingenieurs-Geist des Unternehmens zu bewahren.

Eine neue Auflage des Rolls-Royce Phantom war das erste Modell, das unter der Führung von BMW produziert wurde. Seit der Übernahme durch den deutschen Hersteller befindet sich Rolls-Royce in einer stabilen und profitablen Phase. 2014 begann das Unternehmen, in der Nähe der neuen Fabrik in Goodwood ein Technologie- und Forschungszentrum zu bauen.

2010 stellte Rolls-Royce mit dem Ghost das zweite Modell der Firma vor. Die Limousine wird als Fünftürer produziert und ist von der Größe unter dem Phantom angesiedelt. 2014 wurde auf dem Genfer Autosalon ein Facelift des Ghost vorgestellt, der noch heute in Produktion ist.

Um ein beliebtes Modell aus der Vergangenheit des Unternehmens zu würdigen, begann Rolls-Royce 2013 mit der Produktion des Wraith, der auf dem Design des gleichnamigen Modells der 1930er Jahre basiert. Mit einem V 12 Motor und 623 PS bezeichnete Rolls-Royce das Modell als das stärkste, dass die Firma je produzierte. 2015 folgte mit der Neuauflage des Dawn eine Limousine in Cabriolet-Form. Das bei der IAA vorgestellte Modell soll die Eleganz einer Rolls-Royce Limousine mit dem Fahrspaß eines Cabriolets verbinden.

2018 wurde die derzeit aktuelle Version des Phantom veröffentlicht, die von vielen Branchenspezialisten als das beste Luxusauto des Jahres bezeichnet wurde. Spezielle Versionen des Phantom werden unter anderem von Großbritannien und Australien für die Beförderung wichtiger Regierungsmitglieder genutzt.

Mit der Veröffentlichung des Cullinan 2018 brachte Rolls-Royce zudem seinen ersten SUV auf den Markt. Eine besondere Einzelanfertigung des Unternehmens, der Rolls-Royce Sweptail, wurde 2018 an einen anonymen Kunden verkauft und ist mit einem Preis von rund 13 Millionen Euro das zweitteuerste Fahrzeug der Welt.

Auch heute bleibt der Ruf von Rolls-Royce unangetastet. Von der kleinen Werkstatt des britischen Ingenieurs Henry Royce am Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute in der Fabrik Goodwood bleiben Eleganz, Leistung, Komfort und Qualität unzertrennlich mit Rolls-Royce verbunden.

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