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Britische Geschichte

Britische Geschichte

10.000 Jahre Britische Geschichte

Vor etwa 30.000 Jahren vertrieb die Eiszeit die Menschen einst vom Großbritannien. Erst vor ca. zehntausend Jahren wurde das Land dauerhaft wieder von Menschen besiedelt, die über eine Landbrücke zum Festland dort hingekommen sind. Vor dieser Zeit war Großbritannien eine Baumlose Tundra. Kurz danach stieg der Meeresspiegel so sehr durch das schmelzende Eis, dass der britische Lebensraum „Großbritannien“ anschließend zur Insel wurde.

Das Gebiet des heutigen Englands wurde archäologischen Funden von Steinwerkzeugen bei Happisburgh in Norfolk zufolge erstmals vor mehr als 800.000 Jahren besiedelt. Der älteste Nachweis der Existenz moderner Menschen in England ist ein 1927 gefundener, 41.000 bis 44.000 Jahre alter Kieferknochen aus der Höhle „Kents Cavern“ im heutigen Devon. Die dauerhafte Besiedlung Englands begann vor etwa 13.000 Jahren nach dem Ende der letzten Eiszeit. In ganz England gibt es Artefakte aus der Mittel- und Jungstein- sowie Bronzezeit, so zum Beispiel die berühmten prähistorischen Steinkreise Stonehenge und Avebury in der Grafschaft Wiltshire.

In der Epoche der Eisenzeit wurden England und ganz Britannien südlich des Firth of Forth im heutigen Schottland von Inselkelten sowie von den ursprünglich aus Belgien stammenden Atrebaten, Catuvellaunen und Trinovanten besiedelt. Im Jahr 43 nach Christus begann die Eroberung Britanniens durch die Römer, die ihre Provinz Britannia bis zum frühen 5. Jahrhundert beherrschten. Der nach einem römischen Kaiser benannte „Hadrians Wall“ zwischen dem Solway Firth und Newcastle unweit der aktuellen Grenze zwischen England und Schottland wurde auf dessen Anordnung im frühen 2. Jahrhundert erbaut.

Das Ende der römischen Herrschaft in Britannien im 5. Jahrhundert ermöglichte die angelsächsische Besiedlung der Region, die von Historikern in der Regel als der Ursprung Englands betrachtet wird. Die Angelsachsen, eine Mischung aus verschiedenen deutschen Völkern, errichteten mehrere Königreiche, die zu den bis heute existenten Grafschaften in England und im südlichen Schottland wurden. Sie führten Altenglisch bzw. Angelsächsisch ein, welches die vorherige britische Sprache weitgehend ersetzte und verdrängte.

Die Angelsachsen führten Kriege mit den britischen Nachfolgestaaten in Wales, Cornwall und den spätantiken Königreichen im sog. alten Norden („Yr Hen Ogledd“) in Nordengland und Südschottland sowie auch untereinander. Ab dem achten Jahrhundert kam es zu häufigen Überfällen und Plünderungen durch Wikinger, die sich auch in großer Anzahl in England niederließen. Die erste nachweisliche Verwendung des Symbols des roten Drachen auf der Flagge von Wales stammt aus dem frühen 9. Jahrhundert. In dieser Zeit versuchten diverse Herrscher die verschiedenen angelsächsischen Königreiche zu vereinen, was im 10. Jahrhundert schließlich zur Gründung des Königreichs England führte.

Im Jahr 1066 wurde England durch eine normannische Invasionsarmee unter Leitung von William dem Eroberer besetzt. Die Normannen herrschten über ein halbes Jahrhundert bis zum Beginn der sog. Anarchie zwischen 1135 und 1154 über England. Nach dieser Phase kam England unter die Herrschaft der französischstämmigen Dynastie Anjou-Plantagenêt, die später auch Ansprüche auf den Thron von Frankreich erhob. In dieser Zeit wurde auch die „Magna Charta“ (1215) als weltweit erstes Beispiel einer Verfassung unterzeichnet.

Ein Streit um die Thronfolge in Frankreich führte zum sog. „Hundertjährigen Krieg“ zwischen England und Frankreich von 1337 bis 1453. Nach dessen Ende verstrickte sich England in seine eigenen Machtkämpfe. In den „Rosenkriegen“ (Wars of the Roses) zwischen 1455 und 1485 bekämpften sich zwei Linien der Dynastie Anjou-Plantagenêt, die Adelshäuser Lancaster und York. Die Auseinandersetzung wurde durch den späteren König Heinrich VII. Tudor mit der gewonnenen Schlacht von Bosworth und der Heirat mit Elisabeth von York für das Haus Lancaster entschieden. Das Jahr 1485 markiert auch den Beginn der Herrschaft des Hauses Tudor über England, die bis 1603 andauern sollte.

Unter den Tudors und den folgenden Stuarts wurde England zur globalen Kolonialmacht. Die Gründung der ersten dauerhaft besiedelten Siedlung Jamestown im heutigen US-Bundesstaat Virginia im Jahr 1607 gilt als Auftakt des englischen Kolonialreichs. Etwa 70 Prozent der englischen Auswanderer nach Nordamerika zwischen 1630 und 1660 kamen im Rahmen der Vertragsknechtschaft. 1642 brach ein Bürgerkrieg zwischen Royalisten und Demokraten in England aus, der mit dem Sieg der Letztgenannten und der Exekution von König Karl I. Im Jahr 1649 endete.

Es folgte eine Abfolge republikanischer Regierungen, zunächst die parlamentarische Republik „Commonwealth of England“ von 1649 bis 1653, dann zwischen 1653 und 1659 eine Militärdiktatur unter Leitung von Oliver Cromwell, die auch als „The Protectorate“ bekannt wurde. Im Jahr 1660 kamen die Stuarts erneut an die Macht, konnten diese jedoch aufgrund religiöser Spannungen m Land nie ganz festigen. Im September 1666 zerstörte der „Große Brand von London“ fast die gesamte Stadt und machte ca. 100.000 Einwohner obdachlos. 1688 brach die „Glorious Revolution“ aus, in deren Verlauf der letzte katholische Herrscher über England, König Jakob II., abgesetzt wurde.

Nachdem England den Nachbarn Wales bereits im 13. Jahrhundert erobert hatte, folgte 1707 die Vereinigung mit Schottland und die Gründung des neuen Staates Großbritannien. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts kam es jedoch wiederholt zu Aufständen der mehrheitlich katholischen Bevölkerung in Irland und Schottland. Die für England erfolgreiche Schlacht von Culloden im April 1746 beendete diese Bestrebungen und mit der Unterzeichnung des „Act of Union 1800“ entstand im Januar 1801 das Vereinigte Königreich Großbritannien und Irland. Die kurze Zeit später einsetzende industrielle Revolution veränderte das Land nachhaltig. Die Entwurzelung und Verelendung der Landbevölkerung in den jetzt stark und schnell wachsenden Städten führte zum sog. „Maschinensturm“ duch die Ludditen, deren Bewegung aber bis 1814 militärisch niedergeworfen wurde.

Mit dem „Local Government Act“ in den Jahren 1888 und 1894 wurde England administrativ dezentralisiert. Nach dem Ersten Weltkrieg spaltete sich Irland 1921 als souveräner Staat vom United Kingdom ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor England sukzessive nahezu alle Kolonien. 1973 trat das Land in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft als Vorläufer der EU ein. Im Laufe der 1970er und 1980er Jahre erlitt Großbritannien durch den Strukturwandel eine schwere ökonomische Krise. Im Juni 2016 stimmten knapp über die Hälfte der stimmberechtigten Wähler für den „Brexit“, den Austritt aus der Europäischen Union.

10.000 Jahre Großbritannien in Daten...

  • etwa 8000 v.Chr. Nach der Eiszeit steigt der Meeresspiegel und das Doggerland in der Nordsee verschwindet und somit die Landbrücke zwischen England und Deutschland.
  • etwa 6000 v.Chr. Der Meeresspiegel steigt weiter und die Landbrücke zwischen England und Frankreich verschwindet; Britannien wird zur Insel.
  • etwa 3500 v.Chr. Beginn der Jüngeren Steinzeit, Bau der ersten Langgräber und Steinkreise.
  • etwa 2500 v.Chr. Zahlreiche Tempelanlagen (?), „henges“ genannt, werden aus Holz und Stein errichtet.
  • etwa 2100 v.Chr. Beginn der Bronzezeit und Immigration der „Becherleute“, die bronzene Werkzeuge verwenden und eigene Tempelanlagen errichten.
  • etwa 1650-1200 v.Chr. Wessex bildet den Verkehrsknotenpunkt im internationalen Handel zwischen Kontinentaleuropa und den Minen in Cornwall, Wales und Irland. Erste Zuwanderungen von Goidelen, Kelten aus dem Raum der Seine-Mündung.
  • etwa 1200 v.Chr. Erste feste, sich selbst versorgende Dorfgemeinschaften nachweisbar.
  • etwa 1000 v.Chr. Einrichtung erster fester „Bauernhöfe“.
  • etwa 550-350 v.Chr. Immigration der Kelten aus dem südlichen Europa beginnt.
  • etwa 500 v.Chr. Beginn des Eisenzeitalters, erste Hügelburgen werden errichtet.
  • um 300 v.Chr. Erste Zuwanderung von Briten, Kelten aus Frankreich.
  • etwa 150 v.Chr. Massive Immigration von keltischen Stämmen aus Gallien beginnt.
  • 55 v.Chr. Julius Cäsars erster Feldzug nach Britannien, Landung in Dover.
  • 54 v.Chr. Julius Cäsars zweiter Feldzug nach Britannien, nördlich der Themse gibt es erheblichen Widerstand unter Cassivelaunus.
  • 43 Eroberung Britanniens durch Truppen des römischen Kaisers Claudius beginnt. Der Südteil der Insel wird römische Provinz, während die Stämme der Iceni und Regni zu Klientelstaaten werden. Unter den Statthaltern Plautius Silvanus und Ostorius Scapula wird das Herrschaftsgebiet bis nach Wales, wo der Widerstand des Caratacus 51 scheitert.
  • 61 Aufstand der Iceni-Königin Boadicea (Boudicca) gegen die Römer, mehrere Städte wie etwa Camulodunum (Colchester) und Londinium (London) werden geplündert und niedergebrannt, der Aufstand endet jedoch mit einer Niederlage.
  • 70 Römische Eroberung von Nordengland und Wales.
  • 78-84 Agricola versucht, Schottland zu erobern ... und muss sich zurückziehen.
  • 122-138 Bau des massiven Hadrians Wall zum Schutz der Nordgrenze des römischen Herrschaftsgebietes
  • 140-143 Eroberung des südlichen Schottlands durch römische Legionen, Bau des einfacheren Antoninuswalles zwischen Clyde und Forth.
  • 206 Stämme aus dem nördlichen Schottland besetzen den Südteil des Landes und greifen den Hadrians Wall an.
  • 209 Verstärkung der römischen Garnison Britanniens durch Septimus Severus.
  • 254 Hinrichtung des Christen Alban, des ersten britischen Märtyrers.
  • 286-291 Aufstand des Mausäus Carausius ... sein Plan, ein unabhängiges (römisches) Britannien zu gründen, scheitert.
  • 293 M. Flavius Valerius Constantius Clorus wird Teil der Tetrachie ... vier Kaiser oder Cäsaren, die sich die Herrschaft über das römische Reich teilen. Constantius macht York neben Trier zur Kaiserresidenz und herrscht über Spanien, Gallien und Britannien.
  • um 300 In drei römischen Städten stehen offizielle christliche Kirchen, weitere Privatkapellen in Villen sind nachgewiesen.
  • 306 Die römischen Legionen in York ernennen Constantius' Sohn Flavius Valerius Constantinus zum Kaiser („augustus“).
  • 350-369 Grenzkämpfe der Legionen mit den schottischen Pikten und den irischen Schotten (der Begriff „scoti“ steht eigentlich für „Räuber und Piraten“).
  • 383 Abzug erster Legionen im Rahmen römischer Machtkämpfe „daheim“.
  • etwa 409 Endgültiger Rückzug der römischen Legionen aus Britannien, die einzelnen römischen Städte übernehmen ihre eigene Verteidigung, London kann sich bis etwa 457 halten.
  • ab etwa 450 Ansiedlung von germanischen Stämmen, der Angeln, Sachsen und Jüten. Die Entstehung der ersten angelsächsichen Königreiche beginnt mit der sächsischen Siedlung in Kent. Der Legende nach rief der britische König Vortigern die Stammesführer Hengist und Horsa, damit diese als Söldner gegen die Pikten und Scoten kämpften. Gleichzeitig beginnt von Britannien aus die Christianisierung Irlands (St. Patrick).
  • ab etwa 470 Sachsen und Angeln etablieren sich in Essex, Sussex und East Anglia mit eigenen Herrschaftsbereichen. Der historische Ursprung der Artussage dürfte um diese Zeit liegen (Sieg bei „Mons Badonicus“ um 517).
  • etwa 556 Sieben sächsische Königreiche bestehen in England - Kent, Sussex, Essex, East Anglia, Wessex, Mercia und Northumbria. Die keltischen Briten ziehen sich nach Wales, Cornwall und Aremorica (Frankreich, später nach den Immigranten „Bretagne“ genannt) zurück.
  • 563 Der irische Missionar Columba landet auf Iona.
  • 597 Augustin beginnt mit der Mission unter den Angelsachsen, er ist im Auftrag des Herrn und das Papstes in Rom (Gregor I) unterwegs und gründet das Erzbistum Canterbury.
  • 617-685 Das Königreich Northumbria nimmt die Vormachtstellung in England ein.
  • 635 Aidan, ein Mönch von Iona, gründet auf Wunsch des Königs Oswald von Northumbria das Kloster auf Lindisfarne. Von dort aus beginnt St. Cuthbert mit der Mission in Lothian.
  • 664 Synode von Whitby, statt einen eigenen „keltischen“ (also vor allem von Irlands Klosterkultur beeinflussten) Weg zu gehen, ordnet sich die christliche Kirche Rom unter. Theodor von Tarsus, Erzbischof von Canterbury, übernimmt die Rom-konforme Neuordnung der Kirche auf der Insel.
  • 730-821 Das Königreich Mercia nimmt die Vormachtstellung in England ein, König Offa (8. Jahrhundert) baut einen Schutzwall entlang der walisischen Grenze, Offa's Dyke.
  • 789 Beginn der Wikingerüberfälle, zunächst mit Blitzattacken an den Küsten, die sich später auch weiter ins Binnenland ausdehnten und zum Teil zur Gründung von eigenen Wikingersiedlungen führten.
  • 793 Lindisfarne wird von den Wikingern geplündert.
  • 802-839 König Egbert von Wessex gewinnt die Oberherrschaft über die angelsächsischen Königreiche und wird so der erste „König von England“.
  • 832-860 Kenneth Macalpin vereint die Pikten und Schotten zur Urform des „Königreichs Schottland“; wenig hilfreich für Hobbyhistoriker ist die verwirrende Tatsache, dass die Pikten eigentlich die Bewohner Schottlands sind, während die Schotten irische Eindringlinge darstellen. Ab 843 ist Kenneth König von Alba. Die Pikten werden assimiliert ...
  • ab 860 Dänische Invasionen erobern East Anglia, Northumbria und Teile von Mercia; die Dänen bilden schnell eigene Königreiche und richten sich auf einen längeren Aufenthalt in England ein.
  • 867 - Northumbria wird von den Wikingern unterworfen.
  • 871-899 Regierungszeit Alfreds des Grossen, König von Wessex, der sich vor allem im Kampf gegen die Dänen und als Gesetzgeber sowie Schriftsteller einen Namen machte.
  • 878 Alfred besiegt die Wikinger bei Edington, erlaubt ihnen aber ab 885 eine Ansiedlung im östlichen England. Das Danelaw entsteht, ein rein skandinavischer Herrschaftsbereich in Konkurrenz zu den angelsächsischen Königreichen.
  • um 890 König Harald Schönhaar von Norwegen erobert die Orkney Inseln und Shetland Inseln, die Hebriden, Caithness und Sutherland.
  • 924-939 Ethelstan, Enkel Alfreds, erobert das Wikingerkönigreich York und besiegt ein gemeinsames Heer der Könige von Dublin (Wikinger), Schottland und Strathclyde (Briten).
  • 926 Sachsen erobern das Gebiet des Danelaw zurück.
  • um 1000 Zahlreiche Wikingereinfälle zwingen König Ethelred II, das sogenannte „danegeld“ zu erheben ... Schutzgeld, das an die „Dänen“ gezahlt wird. Damit wird die erste allgemeine Steuer in einem mittelalterlichen Staat geschaffen.
  • 1016 Der dänische König Canute erkämpft sich die englische Krone. Canute (Knut) bekennt sich zum Christentum und nimmt viele angelsächsische Gewohnheiten an.
  • 1042 Mit Edward the Confessor wird wieder ein Angelsachse König, der jedoch freundschaftliche Beziehungen zu den Normannen pflegt.
  • 1066 Wilhelm der Eroberer schlägt mit päpstlichem Segen die Truppen Harold Godwinsons bei Hastings, der Normanne wird an Stelle des getöteten Harold König und in Westminster gekrönt. Harold hatte kurz zuvor noch ein norwegisches Invasionsheer in Nordengland besiegt. Wilhelms Begründung für die Invasion: „Edward hatte mir den Thron versprochen ...„
  • 1071 Der letzte bedeutende Aufstand der Angelsachsen gegen die Normannen, geführt von Hereward the Wake, wird bei Ely endgültig niedergeschlagen.
  • 1072 Der schottische König Malcolm III Canmore erklärt sich zum Vasalllen Wilhelms.
  • 1086 Das „Buch vom Jüngsten Tag“ (Domesday Book) wird fertiggestellt und erfasst alle englischen Grundbesitze und Steuerpflichten. Die Gründlichkeit, mit der die Normannen ihre künftigen Einnahmen kalkulierten, führte zur Analogie vom Jüngsten Gericht.
  • 1139-1153 Bürgerkrieg zwischen Stephan von Blois und Mathilde.
  • ab 1154 Um die Macht der sehr individualistischen Barone zu brechen, lässt Henry II zahlreiche Burgen schleifen. Parallel ersetzt er Waffendienst durch eine Steuer. Henry herrscht über ein Grossreich - die Normandie und Bretagne, Anjou, Maine (Le Mans, nicht der Staat in Neuengland), Touraine, Poitou, Guyenne, die Gascogne und England, das „Angevinische Reich“.
  • 1155 Papst Hadrian IV, dem nach der „Konstantinischen Schenkung“ angeblich alle Inseln gehören, gibt Irland als Lehen an Henry II. Der Ärger beginnt ...
  • 1170 Henry II liegt im Zwist mit dem Erzbischof von Canterbury, Thomas a Becket, und erfleht Erlösung von diesem „turbulenten Priester“. Vier Ritter nehmen das wörtlich und erschlagen den Kirchenmann in seinem eigenen Gotteshaus.
  • 1173-1174 Henry II Söhne verbünden sich mit Schottland und versuchen, ihren Vater vom englischen Thron zu schubsen.
  • 1189-1199 Regierungszeit des Richard Löwenherz, heute hoffnungslos mythologisiert (vor allem durch Robin-Hood-Filme). Richard war ein Krieger und Mann der Tat, aber als Politiker und Staatsmann durchweg unfähig. Den grössten Teil seiner „Herrschaft“ verbringt Richard in Frankreich, auf Kreuzzügen und in österreichischen Kerkern.
  • 1215 König John wird von den Baronen mehr oder minder gezwungen, die Magna Carta zu unterschreiben. Diese oft als „Erklärung von Grundrechten“ missverstandene Urkunde garantiert zunächst nur die Rechte des Adels gegenüber dem König.
  • 1256 Erstmals wird ein Parlament gebildet, in dem auch Nichtadlige sitzen.
  • 1258-1265 „Barons' War“ zwischen den selbstbewussten Baronen und König Henry III, als Sieger geht 1264 letztlich Simon de Montfort (Sohn des Simon, der im Languedoc die Albigenser vernichtete) vor, der de facto bis 1265 die Regierung übernimmt und sich auf die neu entstehende „Mittelklasse“ stützt. Das Parlament nimmt moderne Gestalt an. Simon wird vom Kronprinzen Edward geschlagen (und getötet), seine Reformideen werden jedoch übernommen.
  • 13. Jahrhundert Gelehrtenschulen (Colleges) werden in Cambridge und Oxford eröffnet, ein Boom im Rudersport folgt.
  • 1282-1284 Eroberung von Wales durch Edward I gegen den Widerstand des Llewelyn ap Griffith. Zur Befriedung des Landes entstehen zahlreiche gigantische Zwingburgen, heute Teile des Weltkulturerbes.
  • 1290 Vertreibung der Juden aus England aus wirtschaftlichen Gründen. Erst unter Cromwell werden sie wieder toleriert. Übrigens galten alle Juden sowieso rechtlich als Leibeigene des Königs ... und praktischerweise erledigte die Ausweisung viele Schuldenprobleme in „besseren Kreisen“. Weswegen sich auch kein grosser Widerspruch unter Nicht-Juden regte.
  • 1296 Edward I beginnt mit der Eroberung Schottlands, stösst aber auf erheblichen Widerstand. Einer der schottischen Führer ist William Wallace. 1298 unterliegt Wallace in Falkirk und wird hingerichtet. „You may take our lives ... but you'll never take our freedom!“
  • 1301 Einsetzung des ersten „Prince of Wales“, Edward von Caernavon (später König Edward II.).
  • 1307-1327 Katastrophale Herrschaft des Edward II, der vor allem seinen Günstling und Liebhaber Gaveston die Zügel in die Hand nehmen lässt. Diverse Bürgerkriege erschüttern das Land. Selbst der Tod Gavestons 1312 (er wird von einigen Baronen enthauptet) verändert Edwards Günstlingspolitik kaum.
  • 1314 Verteidigung der schottischen Unabhängigkeit durch Robert the Bruce in der Schlacht bei Bannockburn; sein Erfolg beruht laut Verschwörungstheoretikern auf den Tempelrittern, laut Mediävisten auf einer undisziplinierten Horde von Köchen und Dienern.
  • 1327 Nachdem alle seine Günstlinge abgesetzt und hingerichtet sind und seine eigene Frau Isabella mit ihrem Liebhaber Mortimer das Land an der Spitze eines Söldnerheeres besetzt, willigt Edward II doch überraschend in seinen Thronverzicht ein. Kurz danach stirbt er im Kerker an einem rektal eingeführten glühenden Schürhaken ... was immerhin die Leiche auf den ersten Blick „unversehrt“ erscheinen liess.
  • 1337 Beginn des Hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich
  • 1348-1350 Der „Schwarze Tod“ (Beulenpest) grassiert und tötet rund ein Drittel der Bevölkerung Englands. In England sterben von rund vier Millionen Einwohnern 1.500.000, was zu erheblichen wirtschaftlichen Umwälzungen führt: Der Wert von Grundbesitz fällt, Löhne steigen um 300 bis 400 Prozent.
  • 1362 Englisch wird offizielle Gerichtssprache, lediglich der Adel bedient sich noch des Französischen.
  • 1380 John Wyclif aus Yorkshire bemüht sich um eine Reformation der Kirche und legt eine Übersetzung der Bibel ins Englische vor. Prompt wird er zum Ketzer erklärt und stirbt 1384 zurückgezogen ... wäre er kämpferisch wie ein deutscher Ex-Mönch gewesen, hätte dieser vielleicht gar nicht in Wittenberg nageln müssen. Anhänger Wyclifs werden ab 1401 verbrannt ...
  • 1381 Bauernaufstand in England, die wichtigste Rebellion des Volkes in der englischen Geschichte. Anlass ist eine Wahlsteuer, die jeder ab dem Alter von 14 Jahren zahlen soll. Führer des Aufstandes sind Wat Tyler und der „irre Priester“ John Ball. Der Aufstand endet erfolglos und mit einem blutigen Strafgericht.
  • 1387 Geoffrey Chaucer beginnt mit der Niederschrift seiner „Canterbury Tales“, einer Sammlung unterschiedlichster Geschichten. Die Rahmenhandlung bildet eine gemeinsame Pilgerreise von Southwark (London) zum Schrein des Heiligen Thomas a Becket (Canterbury).
  • 1400-1406 Aufstand des Owain Glyndwr (Owen Glendower) gegen die englische Herrschaft, der letzte bedeutende Krieg zwischen England und Wales
  • 1411 Gründung der Universität von St. Andrews, Schottlands erster Uni.
  • 1415 Schlacht bei Agincourt, Henry V schlägt die französischen Ritter vernichtend. Der englische Langbogen ist die schlachtentscheidende Waffe (kombiniert mit der unnachahmlichen Arroganz und Ignoranz der französischen Ritter).
  • 1455-1485 Rosenkriege zwischen den Anhängern der Häuser Lancaster und York (beide Teile der Familie Plantagenet), der Legende nach wählten die „Lancastrians“ spontan eine rote Rose als Emblem, die „Yorkists“ eine weisse.
  • 1476 William Caxton druckt das erste Buch auf englischem Boden.
  • 1483-1485 Herrschaft Richard III, der seinen Königsthron dadurch sichert, dass er alle Verwandten beseitigt. Der verbannt in der Bretagne lebende Waliser Henry Tudor macht dem Spuk ...
  • 1485 ... ein Ende, bei Bosworth schlägt (und erschlägt) er Richard und lässt sich umgehend mit der in einem Busch gefundenen Krone selbst zum König Henry VII krönen.
  • 1497 John Cabot erreicht von Bristol aus Neufundland. Im gleichen Jahr spricht John Colet öffentlich gegen die Korruption im Klerus und findet mit Erasmus von Rotterdam und Sir Thomas More prominente Unterstützer.
  • 1513 Schlacht bei Flodden, die Schotten werden von den Engländern vernichtend geschlagen, König James stirbt dabei.
  • 1534-1540 Bruch Henry VIII mit dem Papst, die Loslösung von Rom leitet die englische Reformation ein. Henry war ursprünglich erzkatholisch und erwarb sich sogar den päpstlichen Ehrentitel eines „Verteidiger des Glaubens“. Sein Abfall von Rom hatte weniger ideologische oder gar spirituelle Gründe - stattdessen wurde dieser Schritt aus rein pragmatischen Gesichtspunkten gewagt. Äusserer Anlass der Exkommunikation Henry VIII war seine Scheidung von Katharina von Aragon.
  • 1535 Act of Union, diese Vereinigungsgesetze schmieden England und Wales zu einer administrativen und juristischen Einheit und garantierten walisische Präsenz im englischen Parlament.
  • 1536-1540 Auflösung der Klöster durch Henry VIII, der so seine Staatskasse füllt.
  • 1542 Henry VII nimmt den Titel „König von Irland“ an.
  • 1547-1553 Unter Edward VI wird Protestantismus englische Staatsreligion.
  • 1549 Erste Ausgabe des „Book of Common Prayer“ wird veröffentlicht. Das von Erzbischof Cranmer verfasste Buch wird zur Richtschnur des protestantsich geprägten, aber an katholischen Äusserlichkeiten festhaltenden High Church.
  • 1553-1558 Unter Mary I („Bloody Mary“) wird der Katholizismus wieder Staatsreligion, unbelehrbare Protestanten wandern postwendend auf den Scheiterhaufen.
  • 1556 Der ehemalige Erzbischof Cranmer wird auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
  • 1558 Mit dem Hafen von Calais verliert England den letzten Stützpunkt auf französischem Boden.
  • 1558-1603 Regierungszeit Elizabeth I, unter der ein moderater Protestantismus wieder Staatsreligion wird und eine weltweite Kolonialpolitik beginnt.
  • 1559 Mary Queen of Scots beansprucht den englischen Thron als Enkelin des englischen Königs Henry VII.
  • 1567 Elizabeth I lässt Mary Queen of Scots wegen Hochverrats inhaftieren.
  • 1570 Erste „Reise“ Sir Francis Drakes nach Westindien, eine steile Karriere als Freibeuter beginnt. Sein Plan, eigene Kolonien in Nordamerika zu gründen, misslingt jedoch.
  • 1577-1580 Sir Francis Drake gelingt sie zweite Weltumsegelung, die er im Gegnsatz zum „ersten Weltumsegler“ Magellan auch komplett und lebend mitmacht.
  • 1584 Sir Walter Raleigh bemüht sich um die Kolonialisierung Nordamerikas, das nach der „jungfräulichen Königin“ Elizabeth benannte Virginia entsteht.
  • 1587 Elizabeth I lässt Mary Queen of Scots wegen Hochverrats hinrichten.
  • 1588 Vernichtung der „Spanischen Armade“ durch Drake, seine Kriegslisten und das bekannt freundliche englische Wetter.
  • 1591 Aufführung des ersten Theaterstückes eines gewissen William Shakespeare.
  • 1600 Gründung der East India Company, die auf privatrechtlicher Basis die Teilkolonialisierung des indischen Subkontinents beginnt.
  • 1603 Vereinigung der schottischen und englischen Königswürde durch James VI von Schottland, nach Elisabeths Tod James I von England wird (daher die oft verwirrende Bezeichnung als „James the Sixth and First“).
  • 1605 Gunpowder Plot, eine katholische Fraktion versucht, das Parlament samt Personal in die Luft zu jagen. Man sagt, dass der Verschwörer Guy Fawkes einer der wenigen Menschen war, die das Parlament mit ehrenwerten Absichten betrat ...
  • 1611 Herausgabe einer neu ins Englische übertragenen Bibel, der sogenannten „King James Bible“.
  • 1614 Das sogenannte „Addled Parliament“ weigert sich, Gelder für James I zu bewilligen.
  • 1620 Die „Pilgrim Fathers“ verlassen wegen religiöser Intoleranz England und segeln mit der „Mayflower“ nach Nordamerika.
  • 1638 Weil ihnen Charles I zu viele Sympathien für die katholische Kirche zeigt, unterzeichnen die Schotten einen Vertrag auf Gegenseitigkeit zur Erhaltung der Freiheit von Rom, den „Solemn Pact and Covenant“.
  • 1642-1651 Bürgerkrieg zwischen König und Parlament. Hauptgrund ist der absolutistische Anspruch des Königs, religiöse Aspekte spielen eine immer wichtigere Nebenrolle. Das Parlament will einen presbyterianischen Puritanismus als Staatsreligion, die Königspartei eine Bischofskirche.
  • 1649 Hinrichtung Charles I in London, sein Sohn wird vom Paralment nicht als Thronfolger anerkannt, stattdessen ruft man die Republik des Gemeinwohls, „Commonwealth“, aus. Die Monarchie wird per Parlamentsbeschluss abgeschafft.
  • 1651 Thomas Hobbes veröffentlicht „Leviathan“.
  • 1653-1658 Regierungszeit Oliver Cromwells, der sich als „Lord Protector“ bezeichnet und nach kurzer Zeit eine reine Militärdiktatur führt. Nicht unbedingt erfolglos, im religiösen Bereich weniger intolerant als oft dagestellt. Ihm wird sogar der Königstitel angeboten und das katholisch-absolutistische Frankreich erkennt ihn als Verbündeten an. Sein Sohn Richard erbt den Titel des Lord Protector (was jede „demokratische“ Tendenz widerlegt), tritt aber bald zurück.
  • 1657 John Milton veröffentlicht „Paradise Lost“.
  • 1660 Parlamentsbeschluss zur Restoration des Königtums unter Charles II, Oliver Cromwell wird als Königsmörder posthum geköpft.
  • 1662 Gründung der „Royal Society for the Promotion of Natural Knowledge“, heute kurz als „Royal Society“ bekannt.
  • 1665 Die „Grosse Pest“ (Great Plague) in England, die vor allem in London wütet.
  • 1666 Mit einem kleinen Brand in der Pudding Lane beginnt das „Great Fire of London“; da ein Grossteil der Stadt abfackelt, endet die „Great Plague“ und ein urbanes Sanierungsprogramm kann beginnen. Vor allem die von Christopher Wren entworfenen Kirchen bestimmen das neue Stadtbild.
  • 1673 Einführung der „Test Act“, Kandidaten für den öffentlichen Dienst müssen den König als Oberhaupt der Kirche anerkennen und dem römisch-katholischen Glauben abschwören. Bis 1829 wird so ein Berufsverbot für Katholiken und nicht-anglikanische „Dissenters“ gleichzeitig verhängt.
  • 1686 Isaac Newton „entdeckt“ die Schwerkraft (angeblich mit Hilfe eines Apfels) und formuliert seine „Gesetze der Bewegung“
  • 1688 „Glorreiche Revolution“, König James II wird wegen offen katholischer Tendenzen aus dem Land gejagt. Auf der Suche nach einem geeigneten König wird man auf dem „contnent“ fündig: William III und Mary II besteigen den Thron in Personalunion, da Mary II die eigentliche „Thronfolgerin“ darstellt.
  • 1690 In der Schlacht am Boyne wird James II verzweifelter Kampf um die Krone beendet - die irischen und französischen Truppen des abgesetzten englischen Königs werden von den englichen und niederländischen Soldaten seines Widersachers geschlagen.
  • 1692 Massaker von Glencoe, angeblich William III nicht treue MacGregors beherbergen die Campbells. Nach dem Fest ermorden die Campbells ihre Gastgeber im Schlaf.
  • 1707 Eine weitere Act of Union vereinigt die englischen und schottischen Parlamente.
  • 1714 In Ermangelung eines direkten Thronfolgers wird der Hannoveraner George auf den englischen Königsstuhl gesetzt. Der nicht Englisch sprechende Monarch muss sich auf einen Beraterstab stützen und schafft das Amt des Premierministers zur Erleichterung der täglichen Regierungsgeschäfte.
  • 1719 Daniel Defoe veröffentlicht „Robinson Crusoe“.
  • 1720 Die „South Sea Bubble“ explodiert; mit phantastischen Versprechungen wurden Investoren in ominöse (und teilweise fiktive) Investitionsgeschäfte im nebulösen Gebiet der „Südsee“ gelockt. Zahlreiche von ihnen verlieren ihr gesamtes Vermögen.
  • 1721-1742 Robert Walpole amtiert als erster britischer Premierminister
  • 1745 Charles Edward Stuart, genannt „Bonnie Prince Charlie“, versucht von Schottland aus und mit Unterstützung der „Jakobiten“ („Jacobites“, Anhänger des Königs James, nicht mit „Jakobinern“ zu verwechseln), seiner Familie die Krone zurückzuerobern. Erste militärische Erfolge verstetzen Teile der Bevölkerung in Panik.
  • 1746 Mit der Schlacht bei Culloden endet das Abenteuer Bonnie Prince Charlies, er geht endgültig ins französische Exil, lebt aber in Volksliedern, historischen Romanen und auf Keksdosen als romantischer Held weiter. In Schottlend beginnt ein rigoroses Programm des „ethnic cleansing“.
  • etwa 1750-1850 „Industrielle Revolution“, Grossbritannien wird weltweites Vorbild für die Industrialisierung, britische Erfinder innovieren Produktionsmethoden und Energiequellen. Durch die damit verbundene Umgestaltung der Gesellschaft bildet sich ein städtisches Proletariat.
  • 1755-1763 Weltumspannender Krieg gegen Frankreich, es kommt zu Kämpfen in Amerika,in Indien und in Deutschland, zur See auf allen Weltmeeren. Während des Krieges verlieren die Franzosen ihre kanadischen und indischen Besitzungen an Grossbritannien. Spanien tritt zu Gunsten Frankreichs in den Krieg ein, wird aber ebenfalls geschlagen. Im Frieden von Paris gehen auch Louisiana östlich des Mississippi, Cape Breton Island und Senegambia von Frankreich an Grossbritannien, die Spanier müssen Florida abgeben. Grossbritannien wird somit auf einen Schlag führende Kolonialmacht.
  • 1760 James Cook entdeckt Australien und nimmt New South Wales für die englische Krone in Besitz.
  • 1761 Eröffnung des Bridgewater Canal, die grosse Zeit des Kanals als Verkehrsweg beginnt.
  • 1775-1783 Nach dem Abfall der dreizehn englischen Kolonien in Nordamerika und dem darauf folgenden Krieg beginnt die Geschichte der USA. Die britische Krone behält lediglich die kanadischen Besitzungen unter ihrer Kontrolle.
  • 1776 Adam Smith veröffentlicht „An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations“.
  • um 1780 Etablierung des von John Wesley begründeten Methodismus.
  • 1783 Richard Arkwright erfindet eine dampfgetriebene Baumwollmühle.
  • 1788 Erstmals werden Verbrecher per Schiff nach Australien deportiert.
  • 1800 Dritte Act of Union, diesmal werden Grossbritannien (England, Wales und Schottland) und Irland vereint.
  • 1805 In der Schlacht von Trafalgar besiegt Lord Nelson die Flotte Napoleons, stirbt aber an seinen Verletzungen mit den Worten: „Gott sei Dank habe ich meine Pflicht getan!“ Die Leiche des einarmigen und einäugigen Admirals wird in einem Fass Rum konserviert zurück nach England gebracht.
  • 1807 Verbot des Sklavenhandels, der Besitz von Leibeigenen ist jedoch weiterhin erlaubt.
  • 1811 George III wird für verrückt erklärt (in Wirklichkeit leidet er unter einer seltenen Blutkrankheit), sein Sohn übernimmt die Herrschaft als Prince Regent; Beginn der Regency-Periode.
  • 1811-1817 Die immer fortschreitende Industrialisierung in allen Bereichen führt zu Arbeitslosigkeit ... und inneren Unruhen nach Demonstrationen der Arbeitslosen.
  • 1815 Schlacht bei Waterloo, Wellington schlägt Napoleon endgültig ... mit einer klitzekleinen Hilfestellung des deutschen „Marschall Vorwärts“ Blücher.
  • 1819 „Peterloo Massacre“, demonstrierende Arbeiter werden bei Manchester von der Armee auseinandergetrieben, es gibt zwölf Tote.
  • 1825 Eröffnung der Stockton and Darlington Railway, der ersten Bahnstrecke zur Personenbeföderung weltweit.
  • 1829 „Catholic Emancipation“, die Ausübung des christlichen Glaubens nach römischen Riten wird nicht länger mit erheblichen Nachteilen verbunden.
  • 1832 „First Reform Act“, das sehr restriktive Wahlrecht wird gelockert, die Zahl der Wähler erhöht sich mit einem Schlag um rund fünfzig Prozent. Alle männlichen Grundbesitzer werden wahlberechtigt.
  • 1833 Generelles Verbot der Sklaverei im gesamten Empire. Die „Factory Act“ verbietet Kinderarbeit von mehr als 48 Stunden pro Woche.
  • 1837-1901 Regierungsperiode der Königin Victoria, das „Viktorianische Zeitalter“
  • 1838 Entstehung der Chartistenbewegung, einer demokratischen Basisbewegung der Arbeiterklasse.
  • 1840-1842 Opiumkrieg gegen China, da der Kaiser den Opiumhandel englischer Kaufleute zwischen Indien und dem Reich der Mitte untersagte. Die britische Armee stellt sicher, dass die Chinesen auch künftig wieder mit Rauschgift versorgt werden können und so durch ihre Abhängigkeit die Profite mehren. Gleichzeitig erpresst man von China die Herausgabe von Hong Kong als Kronkolonie.
  • 1841 Mit Eröffnung der Eisenbahn London-Brighton beginnt die Blütezeit dieses Badeortes.
  • 1847 Einführung des 10-Stunden-Tages in den Fabriken.
  • 1848 Bildung der „Präraffaeliten“ durch Rossetti und Millais.
  • 1851 Great Exhibition; während der von Prince Albert erdachten Ausstellung werden Industrie, Technik und vor allem das Empire in Szene gesetzt, fast 14.000 Aussteller nehmen teil und im Hyde Park entsteht der kühne „Crystal Palace“.
  • 1854-1856 Krimkrieg, Grossbritannien und Frankreich schlagen Russland und dämmen dessen Expansionspolitik ein. Florence Nightingale pflegt Verwundete in den Hospitälern des Krimkrieges und begründet die moderne Krankenpflege.
  • 1857-1858 In der „Indian Mutiny“ versuchen die Inder, die Kolonialmacht Grossbritannien abzuschütteln. Resultat: Die Regierung Indiens geht von der East India Company direkt auf die englische Krone über. Aufständische Inder werden demonstrativ vor Kanonen gebunden, die man dann abfeuert.
  • 1859 Charles Darwin veröffentlicht „On the Origin of Species“.
  • um 1860 Der Schriftsteller Charles Dickens ist auf dem Höhepunkt seiner Popularität.
  • 1863 Eröffnung der „Underground“ in London.
  • 1864 Gründung der marxistischen „1. Internationale“ in London.
  • 1867 Das Wahlrecht wird auf alle männlichen Hausbesitzer (also auch im städtischen Bereich, ohne nennenswerten Grundbesitz) ausgeweitet.
  • 1868 Gründung des TUC („Trades Union Congress“, Gewerkschaftsdachverband)
  • 1870 „Education Act“; die Schulpflicht bis zum elften Lebensjahr wird eingeführt.
  • 1872 Mit der „Ballot Act“ werden geheime Wahlen eingeführt.
  • 1874 Benjamin Disraeli wird Premierminister.
  • 1877 Victoria wird zur „Kaiserin von Indien“ erhoben.
  • 1884 Erste Telefone in Benutzung.
  • 1889-1890 In wohlformulierten Kolonialverträgen stecken Grossbritannien, die USA, Frankreich und das Deutsche Reich ihre Interessengebiete gegeneinander ab; die Einwohner der Interessengebiete werden nicht um ihre Meinung gebeten.
  • 1892 Wahl des ersten Labour-Abgeordneten in das Unterhaus.
  • 1893 Gladstone bringt Home Rule für Irland vor dem Parlament zur Abstimmung ... und wird zurückgewiesen.
  • 1899-1902 Burenkrieg in Südafrika.
  • 1900 Gemeinsam mit den Franzosen, Russen, Deutschen, Österreichern, Italienern, US-Amerikanern und Japanern schlagen die Briten in China den „Boxeraufstand“ nieder.
  • 1901 Tod Victorias I.
  • 1903 Gründung der Suffragetten-Bewegung, die mit oft spetakulären Aktionen das Wahlrecht für Frauen fordert.
  • 1908 Unter Asquiths liberaler Regierung wird das Rentensystem eingeführt.
  • 1910-1936 Regierungsperiode George V, die mit der grössten Ausdehnung des weltumspannenden British Empire einhergeht.
  • 1911 Einführung von Gehältern für Abgeordnete, damit wird erstmals auch Männern ohne Privateinkommen (also des grössten Teils der Bevölkerung) die Annahme eines Parlamentssitzes ermöglicht. Gleichzeitig verliert das Oberhaus sein Veto-Recht.
  • 1914-1919 Erster Weltkrieg (die typisch britische Anomalie „1919“ ergibt sich aus der britischen Intervention in Russland zu Gunsten der „Weissen“).
  • 1918 Wahlrecht für Frauen (über 30).
  • 1921 Anglo-Irischer Vertrag, 26 Counties bilden den Freistaat Irland, sechs Counties verbleiben als Nordirland im Vereinigten Königreich.
  • 1922 Beginn des nationalen Radioprogramms der BBC.
  • 1924 Erste Labour-Regierung unter James Ramsay Macdonald im Amt, die UdSSR wird anerkannt und ein Handelsabkommen folgt.
  • 1926 „General Strike“, der allgemeine Streik legt das komplette Wirtschaftsleben lahm.
  • 1928 Das Wahlrecht für Frauen wird dem der Männer angepasst, künftig dürfen alle Briten von 21 oder mehr Jahren wählen.
  • 1929 Börsencrash, Investoren verarmen in Investitionskapital wird knapp.
  • 1930er Jahre Mit Verträgen und Zugeständnissen versucht Grossbritannien, die deutschen und italienischen Expansionsbemühungen einzudämmen. Vor allem Chamberlains Verhalten während der Sudetenkrise 1938 („Peace in our time!“) ermutigt die Achsenmächte zu immer grösseren Aktionen.
  • 1936 Kurzherrschaft des Edward VIII, der wegen seiner Affäre mit Wallis Simpson zu Gunsten seines Bruders abdankt. „Jarrow Crusade“, Höhepunkt der Hungermärsche. Beginn des regelmässigen Fernsehprogramms.
  • 1939-1945 Zweiter Weltkrieg
  • 1940 „The Battle of Britain“ und „The Blitz“, der Luftkrieg des Deutschen Reiches (und einiger Italiener) gegen Grossbritannien.
  • 1944 Eine neue Education Act weitet die Schulpflicht bis zum 15. Lebensjahr aus. Im Juni beginnt der Beschuss Grossbritanniens mit sogenannten „Vergeltungswaffen“, Marschflugkörper V1 und ballistische Raketen V2.
  • 1945 Bei Wahlen erreicht die Labour Partei die absolute Mehrheit und beginnt mit der Verstaatlichung von Kernbereichen wie Eisenbahnen, Luftfahrt, der Bank of England, Gas- und Energieversorgung sowie Stahlerzeugung.
  • 1947 Unabhängigkeit Indiens und des künstlich geschaffenen Pakistan, Beginn der endgültigen Abwicklung des Empire.
  • 1948 Einführung des revolutionären und geradezu sozialistischen National Health Service, der freien Heilfürsorge für die gesamte Bevölkerung.
  • 1951 Winston Churchill wird Premierminister einer konservativen Mehrheitsregierung. Festival of Britain, eine optimistische Selbstdarstellung Grossbritanniens in der Nachkriegszeit. Die britischen Diplomaten Guy Burgess und Donald Maclean verschwinden und tauchen wohlbehalten wieder in Moskau auf ... sie waren gewarnt worden, dass ihre Tätigkeit als sowjetische Spione entdeckt war.
  • 1952 Thronbesteigung Elizabeth II.
  • 1953 Die Krönung Elizabeth II wird erstmals im Fernsehen live übertragen.
  • 1957 Ankunft erster Immigranten aus der Karibik, die dringend benötigten Arbeitskräfte werden vor allem wegen ihrer Hautfarbe mit gemischten Gefühlen in Grossbritannien begrüsst. Die Einrichtung von Raketenbasen mit nuklearen Sprengköpfen wird beschlossen, die Technologie dazu aus den USA angekauft.
  • 1958 Gründung der Campaign for Nuclear Disarmament (CND) auf dem ersten Höhepunkt des atomaren Wettrüstens.
  • 1959 Eröffnung der M1 von den Midlands nach London, Grossbritanniens erster Autobahn.
  • 1960er Jahre Die Beatmusik und der Minirock von Mary Quant machen England (und vor allem London) zum Mittelpunkt der „Swinging Sixties“.
  • 1963 John Profumo, seines Zeichens Kriegsminister, tritt zurück. Grund war die Entdeckung, dass seine junge Geliebte Christine Keeler auch die Geliebte des stellvertretenden Marineattaché der UdSSR, Yevgeny Ivanow, war. Kim Philby, bis 1955 hoher Geheimdienstmitarbeiter, setzt sich nach Moskau ab; er hatte 1951 Burgess und Maclean gewarnt und war selbst Doppelagent. Die Beatles, eine lokale Combo aus Liverpool, haben einige Hits.
  • 1965 Entdeckung von kommerziell nutzbaren Erdgasvorkommen in der Nordsee. Abschaffung der Todesstrafe (im zivilen Strafrecht).
  • 1969 Entdeckung von grossen Ölvorkommen in der Nordsee
  • 1969 Senkung des Mindestalters für Wahlberechtigte auf 18
  • 1971 Einführung der Dezimalwährung, der Schilling stirbt.
  • 1973 Beitritt des Vereinigten Königreiches zur Europäischen Gemeinschaft (heute Europäische Union).
  • 1975 Ausbeutung des Nordseeöls beginnt.
  • 1976 Erster Linienflug der Concorde.
  • 1970er Jahre Der Punkrock und der Bondage-Look werden populär, als Styling-Assistenz dienen Vivienne Westwood und Malcolm McLaren.
  • 1979-1990 Ära Thatcher, Margaret Thatcher wird die erste weibliche Premierministerin und verfolgt eine streng konservative Politik. Sie privatisiert fast alle staatlichen Einrichtungen.
  • 1981 „Traumhochzeit“ von Prinz Charles und Lady Diana Spencer ... it’ll all end in tears!
  • 1982 Nachdem argentinische Truppen die Islas Malvinas besetzen, schlägt das Imperium zurück ... in einem blutigen See-, Land- und Luftkrieg werden die Falklands wieder britisch.
  • 1984 Grossbritanniens Bergarbeiter streiken unter Arthur Scargills Führung ein Jahr gegen die Schliessung von Minen, die Unnachgiebigkeit der Regierung Thatcher leert die Gewerkschaftskassen und zerstört die Machtbasis der „trade unions“.
  • 1985 Mit dem „Live Aid“ Konzert in Wembley und Philadelphia beginnt eine Ära der Benefizveranstaltungen.
  • 1990 Durch einen Partei-internen Putsch wird Margaret Thatcher zum Rücktritt gezwungen, Nachfolger wird der farblose John Major.
  • 1991 In den Docklands von London wird der Canada Tower gebaut, mit 250 Metern das höchste Gebäude Grossbritanniens.
  • 1992 Zum vierten Mal in Reihe wählen die Briten eine konservative Regierung, ein Jahrhundertrekord.
  • 1994 Eröffnung des Kanaltunnels nach Frankreich.
  • 1997 „New Labour“ (eine von den klassischen Radikalen gesäuberte Vanille-Version der Labour Party) mit Tony Blair als Galionsfigur löst die Konservativen in der Regierung ab.
  • 1999 Wiederherstellung der weitgehenden Unabhängkeit des Schottischen Parlaments, der Nationalversammlung von Wales und der „Northern Ireland Assembly“
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