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William Wallace

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William Wallace ist heute ein Held in Schottland.

Jeder kennt die Szene aus „Braveheart“, in der William Wallace mit wehendem Haar und Kilt, mit blau-weiß bemaltem Gesicht und wildem Blick eine Armee schottischer Krieger in den Kampf gegen die Engländer führt. Diese Szene, die das Herz vieler Schottland-Fans höher schlagen lässt – untermalt natürlich von dem großartigen Soundtrack von James Horner – treibt den Schotten die Tränen in die Augen. Aber nicht vor Rührung, sondern weil der Film so amerikanisch-heroisch wie historisch inakkurat ist.

Die Rahmenfakten stimmen zwar zum größten Teil und auch seine Bedeutung für die Geschichte von Schottland ist unumstritten, doch vieles in der Verfilmung dient ausschließlich der amerikanischen Erzähltradition und appelliert – ohne Rücksicht auf Verluste – an die Emotionen des Publikums. Wir wollen einen Blick auf den William Wallace hinter der Verkörperung durch Mel Gibson werfen, auf jenen William Wallace, den wir in den Nebeln der Vergangenheit gerade noch so erkennen können.

William Wallace zwischen den Nebeln der Vergangenheit

Innerhalb kürzester Zeit wurde William Wallace zum Anführer des schottischen Widerstands.

Viel ist es wahrlich nicht, was zwischen all den Legenden und Mythen an tatsächlichen und unwiderlegbaren Fakten über den schottischen Helden überliefert worden ist. Es heißt, Wallace sei ein Hüne gewesen, ein wahrer Anführer. Einige Quellen sprechen von einer Körpergröße von 1,96 Metern. Damit wäre William Wallace knapp 40 Zentimeter größer gewesen als der Durchschnitt der Männer zu dieser Zeit. Kein Wunder, dass Wallace aus der Masse hervorstach. Doch auch durch etwas anderes tat er sich hervor: durch seinen lodernden Hass gegen die Engländer.

Zwischen 1270 und 1280 geboren, war Wallace im besten Mannesalter, als der englische König, Edward I., eine günstige Gelegenheit nutzte, sich das lang ersehnte Schottland endgültig Untertan zu machen und die Krone zu sichern. Innerhalb weniger Monate kochten im ganzen Land Hass und Wut gegen die Eroberer hoch. Die Soldaten Edwards zogen zu dieser Zeit rücksichtslos brandschatzend, mordend und marodierend durch das Land und hinterließen eine Schneise der Verwüstung. Doch William Wallace soll noch einen weiteren Grund gehabt haben, die Engländer zutiefst zu verachten. Es heißt, sein Vater sei von ihnen ermordet worden.

Wie genau William Wallace zum Anführer des Widerstands in Schottland wurde, ist nicht ganz klar. In „Braveheart“ erzählt Regisseur und Hauptdarsteller Mel Gibson die Geschichte so: Nachdem Wallace seine Jugendliebe Murron geheiratet hat, fordert der englische Sheriff das „Recht der ersten Nacht“ ein und versucht, Murron zu vergewaltigen. Wallace kämpft um die Ehre seiner jungen Frau und kann dem Sheriff entkommen, der wiederum Murron hinrichten lässt. In einem Akt der Rache tötet William Wallace daraufhin den Sheriff und sammelt seine Männer um sich, um aus seinem persönlichen Rachefeldzug einen Krieg gegen die englische Besatzung werden zu lassen. Andere Quellen, wie etwa der berühmte Barde Blind Harry, der im 15. Jahrhundert lebte und dessen Gedicht „The Actes and Deidis of the Illustre and Vallyeant Campioun Schir William Wallace“ die Lebensgeschichte von William Wallace bekannt machte, stützen die These, dass Wallace 1279 den Sheriff von Lark ermordet hat, nachdem dieser Wallaces Geliebte getötet hatte.

William Wallaces Kampf um die Unabhängigkeit

Dem großen Helden William Wallace hat man bei Stirling ein Monument errichtet.

Daraufhin wurde er für vogelfrei erklärt und lebte das Leben eines Ausgestoßenen. Im Laufe der Jahre schlossen sich ihm immer mehr Menschen an und bald führten die Schotten unter Wallace einen Guerilla-Krieg gegen die englischen Besatzer. Das Gedicht von Blind Harry ist einer der Bestseller in der schottischen Geschichte und wurde nur von der Bibel in seinen Verkaufszahlen übertroffen. Es ist die einzige zeitnahe historische Quelle über das Leben und Wirken von William Wallace, die wir haben – und auch sie wurde mit einem zeitlichen Abstand von beinahe 200 Jahren geschrieben. Angeblich berief sich Blind Harry dabei auf ein Buch von Father John Blair, einem Jugendfreund von William Wallace. Die Tatsache, dass dieses Buch bislang nicht aufgetaucht ist, gibt Anlass zu der Vermutung, dass es niemals existiert hat.

Viel wahrscheinlicher ist es, dass Blind Harry die mündlichen Überlieferungen gebündelt hat und damit die heute gängige Version der Wallace-Legende geschaffen hat. Das war zu jener Zeit eine gängige Praxis und trug etwa zeitgleich in England auch zur Verbreitung der Legende von König Artus bei. Sicher wissen wir heute nur eins: William Wallace gelang es in den folgenden Monaten, die Schotten im Widerstand gegen Edward I. von England zu vereinen und ihre Kräfte zu bündeln. Unterstützung erhielt er dabei durch Andrew Murray, der im Norden Schottlands eine ähnliche Rebellion angezettelt hatte – ohne jedoch jemals den Status von William Wallace zu erreichen.

Gemeinsam belagerten Wallace und Murray mit ihren Armeen Dundee und trafen am 11. September 1279 in der Schlacht am River Forth bei Stirling auf die englischen Truppen, die geschickt wurden, um die Rebellion unter Kontrolle zu bringen. An der Stelle, an der William Wallace damals Position bezog, auf dem Abbey Craig, steht heute das National Wallace Monument, ein knapp 70 Meter hoher Turm, der die weite Ebene überblickt. Es gelang den Schotten, den Engländern eine empfindliche Niederlage einzubringen, die Murray jedoch mit dem Leben bezahlte. Beflügelt von ihrem Erfolg vertrieben Wallace und seine Männer die Engländer aus Schottland und folgten ihnen bis in den Norden Englands.

Als William Wallace nach Schottland zurückkehrte, erklärte man ihn in der Kirche von Selkirk zum „Guardian of Scotland“ und schlug ihn zum Ritter. Spätestens jetzt war Edward I. klar, dass er mit William Wallace einen gefährlichen Feind hatte, den er nicht unterschätzen durfte. Er richtete also seinen Fokus von den Kriegen in Frankreich und auf dem Kontinent nach Schottland und marschierte mit einer Armee nach Norden. Bei Falkirk stellten die Engländer die Schotten – und besiegten sie. Wallaces Glückssträhne war zu Ende. Er legte den Titel „Guardian of Scotland“ nieder und widmete sich einmal mehr seiner bewährten Guerilla-Taktik. Im Ausland ersuchte er Hilfe für den Widerstand.

Das Ende des William Wallace – Sieg Schottlands

Nach vier jähriger Reise kehrte William Wallace 1303 nach Schottland zurück, nur um festzustellen, dass die englische Knechtschaft stärker war als je zuvor. Mit neuer Kraft sammelte Wallace Männer um sich, um Schottlands Unabhängigkeit zurückzuerobern. Im August 1305 fiel er jedoch einem Verrat zum Opfer und wurde in der Nähe von Glasgow gefangen genommen. „Braveheart“ macht Robert the Bruce, den späteren schottischen König, in der Schlacht von Falkirk zum Verräter, dafür gibt es jedoch keinen historischen Beweis. Es war Sir John de Menteith, der Burgherr von Dumbarton Castle, der Wallace gegen eine hohe Belohnung verriet. Man brachte William Wallace nach London, wo er als Hochverräter hingerichtet werden sollte.

Dort erwartete ihn eine blutrünstige Meute, die von den vermeintlichen Gräueltaten des schottischen Rebellen gehört hatte. Am 23. August 1305 machte man ihm in Westminster Hall im Houses of Parliament den Prozess. Hier soll er seinen Anklägern entgegengerufen haben: „A Scot, born in Scotland, and did not recognise England as his sovereign nation.“ („Ein Schotte, geboren in Schottland, der niemals die Herrschaft Englands anerkannt hat.“) Von einer letzten Nacht, die William Wallace, wie in „Braveheart“, mit Königin Isabella verbrachte, ist nichts überliefert. Lesen Sie bei uns mehr über den Kampf Schottlands um die Unabhängigkeit.

Dafür stimmen aber die die grausigen Details der Hinrichtung. William Wallace wurde am Schweif von Pferden 6 Meilen durch die Straßen von London gezogen und schließlich in Smithfield Elms gehängt und lebend vom Strang geschnitten. Anschließend öffnete man seinen Bauch und entnahm seine Eingeweide, um sie vor seinen Augen zu verbrennen. Zuletzt schnitt man ihm das Herz heraus. Anschließend wurde sein Körper in Stücke geschnitten und sein Kopf auf einem Speer auf der alten London Bridge aufgespießt. Die verbliebenen Teile seines Körpers sandte man den Schotten als Demütigung und Zeichen ihrer Niederlage. Doch hier täuschte man sich.

Die Schotten nahmen den Engländern den Mord an William Wallace sehr übel. Überall im Land regte sich Widerstand. Edwards Plan, die Schotten damit endgültig zu unterwerfen, ging nicht auf. Der Film zeigt, wie Robert the Bruce anschließend die Krone Schottland übernahm und das Land zum Sieg führte, doch die Machtergreifung von Robert the Bruce war bei weitem nicht so sauber, wie uns „Braveheart“ glauben machen möchte. Die meisten Schotten misstrauten ihm, der dem englischen Königshaus lange sehr nahe gestanden hatte, zutiefst und entwickelten erst nach Edwards Tod Vertrauen zu ihrem König, dessen größter Triumph der Sieg in der Schlacht bei Bannockburn 1314 werden sollte. Erst damit stieg auch Robert the Bruce zum Nationalhelden auf, der heute neben William Wallace, als Beschützer Schottlands, das Tor zu Edinburgh Castle bewacht.

Bestellen Sie hier den Film „Braveheart“ von und mit Mel Gibson oder lesen Sie die wahre Geschichte des William Wallace in der Roman-Trilogie WALLACE – Der Freiheit allein, WALLACE – Guardian of Scotland und WALLACE – Der letzte Kampf nach.

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