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Orkney

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Wind und Wetter haben Orkney zu schroffer Schönheit verholfen.

Orkney liegt dort, wo Schottland aufhört und die Welt der Mythen und Legenden beginnt: Knapp 100 kleinere Inseln und die Hauptinsel Mainland bilden das Archipel Orkney vor der Nordküste von Schottland. Folgt man der Westküste über Ullapool und Durness nach Thurso, wo die Fähren nach Orkney ablegen, dann kann man beobachten, wie sich die Lowlands bei Glasgow in die westlichen Highlands verwandeln, wie die Berge höher werden, die Landschaft schroffer, die Besiedlung dünner.

An der Nordküste dann strebt alles dem Meer entgegen und die mächtigen Berge laufen sich zum Strand hin aus, um dann irgendwann als die Orkney Inseln wiedergeboren zu werden.

Es ist selten, dass man die Inseln tatsächlich deutlich von der Küste aus erkennen kann, doch die Nebelschleier, die sie häufig vor allem in den frühen Morgenstunden umspielen, vermitteln schon einen Eindruck von der Mystik, die diesen Inseln innewohnt. Während man auf dem schottischen Festland nur hier und da Steinkreise vorfindet, ist Orkney das Herz des mystischen Schottlands und scheint schon halb im Feenreich zu liegen. Flächenmäßig mögen die Inseln verhältnismäßig klein sein, doch nirgendwo sonst in Großbritannien gibt es eine vergleichbare Dichte an prähistorischen Sehenswürdigkeiten wie hier. Für Freunde geheimnisvoller, magischer Orte sind die Inseln deshalb ein absolutes Paradies: Überall stoßen Sie auf Steinkreise, Grabkammern und uralte Ruinen. Das reiche Erbe von Orkney lädt dazu ein, einen Besuch auf den Inseln auszuweiten und sich ganz dem Erkunden, Entdecken und Träumen hinzugeben.

Die Geschichte von Orkney

Der Ring o‘ Brodgar ist die berühmteste Sehenswürdigkeit von Orkney.

Wie lange die Orkney Inseln schon besiedelt sind, weiß man bis heute nicht genau. 2007 entdeckte man auf Stronsay zwei Pfeilspitzen aus Feuerstein, die auf 10.000 – 12.000 Jahre datiert wurden. Sie könnten die ältesten Zeugnisse menschlichen Lebens auf Orkney sein und damit einen präzisen Hinweis liefern. Einigermaßen sicher weiß man jedoch, dass seit der Mittelsteinzeit (etwa um 9600 v. Chr.) Menschen auf den Inseln siedelten.

Die Zeugnisse dieser frühen Besiedlung sind mehr als beeindruckend, hält man sich vor Augen, dass die Menschen im restlichen Europa gerade erst sesshaft geworden waren und so etwas wie Häuser noch eine relativ neue Erfindung waren. Zu einer Zeit, in der man auf dem Kontinent primitive Hütten aus Lehm und Flechtwerk baute, entstanden auf Orkney schon ganze Dörfer aus Stein und sogar monumentale Tempelbauten und gigantische Steinkreise.

Stumme Zeugen der neolithischen Besiedlung (um 3.900 v. Chr.) sind die Passage Tombs, eine sonst hauptsächlich aus Nordirland bekannte Form des Gangrabes, die darauf schließen lässt, dass eine erste Besiedlung Schottlands aus Irland stattfand. Charakteristisch für Grabanlagen wie die Stalled Cairns auf Orkney, die zum Orkney-Cromarty-Typ gehören, ist die leicht abgeknickte, sich erweiternde kreuzförmige Kammer am Ende des Ganges. Mehr als 60 dieser Anlagen finden Sie auf den Inseln im Norden von Schottland. Aus der gleichen Zeit stammt auch die Siedlung Knap of Howar auf der Insel Papa Westray. Der Name der Siedlung spielt auf die leicht erhöhte Lage auf einem Hügel an. Besonders beachtenswert sind die 1,6 m hohen Mauern, die noch heute sehr gut erhalten sind. All das lässt darauf schließen, dass hier, auf Orkney, vor 5.000 Jahren das Zentrum einer neuen Kultur gedieh, die anderen Kulturen Europas weit voraus war. Kein Wunder, dass die Archäologen, die heute am Ness of Brodgar, der historischen Hauptattraktion der Inseln, heute von der „wichtigsten jungsteinzeitlichen Grabung Europas“ sprechen (Roy Towers in „Die Zeit“).

Magische Orte auf den Orkney Inseln

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In der Bauweise ähnelt Knap of Howar einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Orkneys: der Siedlung Skara Brae, die mit 3.100 – 2.500 Jahren deutlich jünger ist. Nach neolithischen Maßstaben war Skara Brae bereits so etwas wie eine Großstadt. Etwa 50 Menschen lebten damals in dieser Siedlung und errichteten hier Behausungen, die sie zum Schutz gegen die Winterstürme zum Teil in Erdhaufen hinein bauten. Jahrtausende lang schlummerten diese Behausungen dann in Vergessenheit, bedeckt vom Sand der Dünen.

Ein winterlicher Sturm im Jahre 1850 jedoch legte die Ruinen frei und zeigte, dass das, was man bislang als Hügel „Skerrabra“ gekannt hatte, die Überreste einer steinzeitlichen Siedlung waren, die man von ihrer Bedeutung her gar nicht hoch genug einschätzen konnte. Heute ist man sich darüber einig, dass Skara Brae aus den prähistorischen Sehenswürdigkeiten auf Orkney deutlich herausragt und hat die Überreste deshalb 1999 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

Doch damit ist die Siedlung auf Orkney nicht allein. Auch eine zweite Stätte, ebenfalls im sogenannten „Heart of Neolithic Orkney“, hat es auf die Liste geschafft: der Ring o‘ Brodgar. Der Steinkreis hat wahrhaft gigantische Ausmaße und ist mit einem Durchmesser von 104 Metern doppelt so groß wie Stonehenge. Er wurde vermutlich um 2.700 v. Chr. errichtet und bestand damals aus knapp 60 Steinen. 27 davon sind heute noch erhalten und ragen stolz und zeitlos in den Himmel.

Der Ring o‘ Brodgar

Blickt man vom Festland nach Orkney, wirken die Inseln manchmal wie ein Feenreich.

Noch immer bietet der Ring o‘ Brodgar einen wahrhaft imposanten Anblick. Aus der Luft erkennt man dann, dass er Teil eines größeren Systems von neolithischen Bauwerken war, denn ganz in der Nähe befinden sich sowohl die Stones of Stenness als auch die Siedlung Barnhouse, der Ring of Bookan, der mächtige Grabhügel Maeshowe und einige imposante Standing Stones. Der imposanteste Megalith ist dabei wohl The Watchstone, ein 5,6 Meter hoher Stein, der ursprünglich ein Pendant hatte.

Gemeinsam markierten die beiden Riesen den Eingang zum Stone of Stenness-Steinkreis. Einer anderen Theorie zufolge gehörten die beiden Steine einem weiteren Steinkreis an, der jedoch irgendwann im Loch Stenness verschwand. Möglicher Weise gab es aber auch einen Zusammenhang zwischen diesen Steinen und dem Odin Stone und dem Comet Stone in der Nähe.

Nimmt man an den kostenlosen Besichtigungstouren teil, die den kurzen orkadischen Sommer über von Historic Scotland (es empfiehlt sich der Orkney Explorer Pass) angeboten werden, dann erfährt man auch, dass die Standing Stone of Steness und der Ring of Brodgar den Rahmen für ein wirklich monumentales Bauwerk bildeten. Von den Archäologen heute als Structure Ten bezeichnet, schälen sich die Grundmauern eines 25 Meter langen und 20 Meter breiten Gebäudes aus der Erde. Seine Mauern hatten eine Dicke von bis zu 5 Metern.

Für steinzeitliche Verhältnisse war Structure Ten eine wahre Kathedrale, die den Menschen damals so viel Ehrfurcht eingeflößt haben muss, wie es die Kathedralen des Mittelalters später taten. Und genauso interpretieren die Forscher Structure Ten: als megalithischen Tempel. Ein solches Bauwerk wird man damals nur den Göttern errichtet haben. Die Nähe zu zwei der bedeutendsten Megalithanlagen Europas ist ein weiterer Hinweis darauf. Während der kostenlosen Führung (Mo – Fr jeweils um 11, 13 und 15 Uhr, Sa/So 11 und 15 Uhr, Kontakt Orkney Rangers Tel: 0044 1856 841 732) kann man sich ausgiebig von der Faszination dieses magischen Ortes anstecken lassen. Die Erbauer all diese Monumente müssen an diesem Ort starke Schwingungen und die Region als heilig empfunden haben. Aufmerksame Besucher spüren diese Magie noch heute.

Weitere Sehenswürdigkeiten Orkney

Natürlich sind es nicht allein die prähistorischen Sehenswürdigkeiten, die Besucher nach Orkney locken. Auch die Landschaft und die jüngere Geschichte haben Besuchern viel zu bieten. So lohnt zum Beispiel die malerische kleine Stadt Kirkwall auf der Hauptinsel Mainland mit der St. Magnus Cathedral einen Besuch. Im lokalen Orkney Museum erfahren Sie viel Wissenswertes über die Inseln. Natürliche Highlights wie die Yesnaby Cliffs auf Mainland, der Vat O' Kirbister auf Stronsay, die Klippen von Noup Head auf Westray und der Old Man of Hoy auf der zweitgrößten Insel, Hoy, tragen dann das übrige zu einem schönen Urlaub auf Orkney bei. Außerdem haben Sie hier Gelegenheit, seltene Seevögel - zum Beispiel Papageientaucher, Trottellummen, Tordalken, Dreizehenmöwen, Krähenscharben - Robben, Wale und Delfine zu beobachten.

Anreise nach Orkney

Für die Anreise nach Orkney wählen Sie zwischen der Anreise mit dem eigenen Auto und der Fähre bzw. zwischen der Anreise mit dem Flugzeug. Fähren verkehren von Aberdeen und Scrabster aus nach Stromness und Kirkwall. Eine weitere Fährverbindung besteht außerdem zwischen Gill's Bay bei John o’Groats und St. Margaret's Hope auf Orkney. Im Sommer steht auch eine private Fährverbindung zwischen John o’Groats und Burwick zur Verfügung.

Wenn Sie kein eigenes Auto haben, ist die Fahrt mit dem Orkney Bus von Inverness nach Kirkwall (über die John o‘ Groats-Fähre) bzw. mit dem Citylink Coach nach Scrabster (wo Sie eine gute Anbindung zur Fähre nach Stromness haben) eine gute Alternative. Zusätzlich besteht eine Zug-Verbindung zwischen Inverness, Wick und Thurso, von wo aus Sie nach Scrabster oder John o’Groats weiterfahren können, um eine Fähre nach Orkney zu erwischen.

Flugverbindungen bestehen dann zwischen Glasgow, Edinburgh, Aberdeen, Inverness, Wick, Sumburgh (Shetland) und Orkney und werden von British Airways und Logan Air angeboten.


Fazit: Orkney - wilde Inseln am Rand des Königreichs

Im rauen Norden Großbritanniens liegt die Grafschaft Orkney, die aus über 100 verstreuten Inseln vor der Küste Schottlands besteht. 21 Inseln sind bewohnt, darunter die Hauptinsel Mainland.

Eine weite, baumlose Landschaft und grüne, hügelige Wiesen, die von schroffen Felsen und mystischen Standing Stones durchbrochen werden, prägen die Orkney Islands. Auf Eday sind schon von weit her die Rufe der großen Seevogelkolonien zu hören, westlich von Stromness auf Mainland können sogar Robbenkolonien beobachtet werden. Zahlreiche Fähren verbinden die Inseln miteinander, die auch zur Insel Hoy mit ihren gewaltigen Klippen führen. Insgesamt sieben Inseln sind zusätzlich durch Linienflüge verbunden.

Ankommende Flugzeuge landen auf dem kleinen Flughafen von Kirkwall auf Mainland, lokale Busse bringen Besucher von hier aus in die Innenstadt oder nach Stromness. Der Verwaltungsort Kirkwall und Stromness mit dem Fährhafen als Verbindung zum Festland sind die beiden wichtigsten Städte der Orkney Islands. Kirkwall steht auch heute noch für den original englischen Whiskey, der seit 1825 in der Highland Park Whiskeybrennerei gebrannt wird. Die geschäftige Hauptstraße der Hafenstadt bietet zahlreiche Kunsthandwerksläden. „Das Licht des Nordens“, die mittelalterliche St. Magnus Kathedrale, bildet einen unerschütterlichen Gegensatz zu allen irdischen Genüssen.

Hotels und Gasthäuser auf Orkney

Auch die beliebtesten Hotels und Gasthäuser befinden sich in diesen beiden Städten, beispielsweise im historischen Hafen von Stromness. In ländlicheren Gegenden sind vor allem kleinere Pensionen und Bed and Breakfast anzutreffen, die oftmals in alten Farmen untergebracht sind. Für Selbstversorger bieten sich verschiedene Campingplätze oder auch Ferienhäuser und -wohnungen an, die sich als Cottages stilecht in die weite Landschaft einfügen.

Endlos lange Spaziergänge führen vorbei an uralten Zeugen der Megalithkultur, an Menhiren, Steinringen und Grabanlagen. Bis in unsere heutige Zeit ist unklar geblieben, wie die tonnenschweren Steine vor Tausenden von Jahren von Menschenhand aufgerichtet werden konnten. Eine Reihe solcher Kulturdenkmäler aus der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, darunter die Siedlung Skara Brae mit ihren beeindruckenden Steinhäusern. In der Zeit um 3100 v.Chr. wurde der Steinkreis der Stones of Stenness errichtet, in dessen Nähe sich die neolithische Siedlung Barnhouse mit 15 Häusern befindet. Schon von weitem ist der Hügel der Grabanlage von Maes Howe zu sehen, der Ring of Brodgar ist dagegen eine Steinkreisanlage mit über 100 m Durchmesser. Ebenfalls auf der Insel Mainland liegt Broch of Gurness, ein eisenzeitlicher Wohnturm in der Nähe Tingwalls.

Orkneys Geschichte blieb auch in den kommenden Jahrhunderten wechselvoll, bis in das 15. Jahrhundert hinein gehörten die Inseln zu Norwegen. Davon zeugen heute noch die Ba’Games von Kirkwall, ein wildes Ballspiel mit norwegischen Wurzeln, das jährlich in der Zeit um Weihnachten und Neujahr stattfindet. Klassische und zeitgenössische Musik bietet dagegen das St.-Magnus-Festival, das Orkney Folk Festival in Stromness begeistert seine Besucher mit einer einzigartigen Atmosphäre.

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