Orangenmarmelade

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Orangenmarmelade

Orangenmarmelade

Die Orangenmarmelade ist aus der englischen Küche nicht wegzudenken.

Die Orangenmarmelade ist ein gutes Beispiel für eine Eigenheit der englischen Küche, an die sich der Festland-Europäer in der Regel erst einmal gewöhnen muss: Die Briten lieben jene herbe, sehr aromatische, leicht bittere Nuance, die so charakteristisch für die Orangenmarmelade ist. Und nicht nur für sie: Auch in allen möglichen anderen Fruchtmarmeladen, Chutney-Variationen und sogar in Saucen, die zu Fleisch serviert werden, findet sich diese eigenwillige Kombination von Süße, die auf eine säuerlich bittere Note trifft.

Der ahnungslose Besucher, der im Bed and Breakfast in England voller Vorfreude auf die fruchtige Süße Marmelade auf seinen Frühstückstoast streicht, erlebt dann sein blaues Wunder. Ob vor Überraschung oder tatsächlich ausgelöst durch den ungewohnt sauren, bitteren Geschmack zieht sich im Mund für einen Moment alles zusammen, bevor sich die Fruchtnote durchkämpft und für eine zweite Geschmacksexplosion sorgt.


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Warum also, fragen Sie sich jetzt, sollte ich die Orangenmarmelade überhaupt probieren? Nun ja, sie ist ein fester Bestandteil der englischen Küche und in jedem British Shop erhältlich – und wenn man weiß, worauf man sich einlässt, ist sie eines der Highlights im klassisch englischen Frühstück. Und weil sie so lecker ist, lassen die Briten auch keine Gelegenheit aus, sie zu servieren.

Das gilt auch für den Nachmittags-Tee. Scones, Clotted Cream und Orangenmarmelade ergeben eine köstliche kleine Stärkung, die zum schwarzen Tee mit Milch gereicht wird. Das Schöne an dieser Komposition ist, dass das bittere Aroma der Orangenmarmelade durch die Süße der steif geschlagenen Schlagsahne zusätzlich abgemildert wird. In einer dünnen Schicht auf den Scone geschmiert und dann kräftig mit Cream garniert, ist die Orangenmarmelade auch für Neulinge mehr als nur genießbar.

Charakteristische Zutaten der Orangenmarmelade

Bitterorangen, auch bekannt als Sevilla Orangen, eignen sich am besten für die Orangenmarmelade.

Worin besteht nun genau das Geheimnis der Orangenmarmelade? Vor allem natürlich in den Orangen selbst, die dafür verarbeitet werden. Nicht jede Sorte ist dazu geeignet, zu Orangenmarmelade verkocht zu werden. Am besten verwendet man unbehandelte Pomeranzen, die auch unter den Namen Bitterorangen oder Seville Orangen bekannt sind. So erklärt sich gleich die ungewohnt bittere Note.

Sie sind naturbedingt nicht das ganze Jahr über erhältlich, können aber von Januar bis März vielerorts auf Märkten und in guten Fachgeschäften gekauft werden. Wichtig ist, dass die Schale nicht mit Chemikalien behandelt worden ist. Wenn Sie nun selbst englische Orangenmarmelade herstellen wollen, achten Sie darauf, dass Sie frische, feste Früchte kaufen. Dann lassen Sie sich nämlich wesentlich leichter schälen. Bedenken Sie, dass Sie mindestens ein Kilogramm Orangen schälen müssen, um eine Menge an Orangenmarmelade herzustellen, die den ganzen Aufwand lohnt.

Abgesehen davon gibt es noch eine zweite spezielle Zutat, die einen nicht unwesentlichen Teil zum charakteristischen Geschmack der Orangenmarmelade beiträgt – und das ist Whisky. Zwar kommt er längst nicht in jedem Rezept vor, doch die klassisch englische Orangenmarmelade wird am Ende mit einem ausdrucksstarken Whisky abgeschmeckt. Wer generell kein Whisky-Fan ist, verzichtet natürlich darauf. Wer ohnehin ganz gern einen Schluck Whisky trinkt und die eine oder andere Flasche im Haus hat, kann die Rezeptur teilen und einen Teil ohne und einen Teil mit Whisky herstellen.

Beim nächsten Mal wissen Sie dann, ob Sie Ihre Orangenmarmelade mit oder ohne Whisky-Note bevorzugen. Welche Whisky-Sorten sich dann am besten dazu eignen, ist eigentlich Geschmackssache. Aus dem Hause Glenmorangie gibt es einige sehr fruchtige, ohnehin südlich anmutende Whiskys, die sich von Natur aus sehr gut für die Orangenmarmelade eignen. Wer es aber etwas kräftiger und aromatischer mag, der wird vielleicht zu einem rauchigen Insel-Whisky greifen, etwa Talisker oder Laphroaig, um seine Orangenmarmelade zu verfeinern. Stöbern Sie auch in unserem Whisky-Shop und lesen Sie unsere Whisky-Rezepte.

Englische Orangenmarmelade selbst kochen

Neben den beiden eben genannten Zutaten – 1.000 g unbehandelte Pomeranzen und 2 EL Whisky – brauchen Sie Folgendes, wenn Sie selbst Orangenmarmelade englischer Art zubereiten wollen:

  • Saft einer unbehandelten Zitrone
  • 2000 g normaler Zucker (kein Gelierzucker) oder 1000 g Zucker plus 500 g Gelierzucker 2:1
  • 2,5 Liter Wasser

Diese Mengenangaben sind ausreichend für 9-10 Gläser zu je 350 g. Planen Sie für das Kochen der Orangenmarmelade inklusive Vorbereitungen etwa 3 Stunden Zeit ein. Doch diese Zeit ist gut investiert und die Mühen lohnen sich. Weitere Marmeladen-Rezepte finden Sie auch in Konfitüre Marmelade & Co: Die besten Rezepte.

Nie schmeckt die Orangenmarmelade so lecker wie selbstgemacht.

Für die eigentliche Zubereitung der Orangenmarmelade gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Die Einen schälen die Zitrusfrüchte gleich und pressen sie dann aus. Die Anderen halbieren die gewaschenen Früchte zunächst und schneiden sie dann in dünne Scheiben, die von allen Kernen und Enden befreit werden. Wir entscheiden uns für die zweite Variante. Sie geht schneller und ist unkomplizierter. Die Scheiben von Zitronen und Orangen werden dann mit Schale in einem halben Liter Wasser zum Kochen gebracht und köcheln anschließend etwa 1 – 1,5 Stunden bei schwacher Hitze weiter.

Rühren Sie dabei regelmäßig um. Sollte es notwendig sein, gießen Sie Wasser nach. Wenn die Schalen weich geworden sind, sind die Früchte fertig und können vom Herd genommen werden. Lassen Sie den Inhalt des Topfes auskühlen und zerschneiden Sie die abgekühlten Früchte dann grob. Mitsamt der Flüssigkeit werden sie nun durch ein grobmaschiges Sieb gedrückt.

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Von dem so entstehenden Sud messen Sie etwa 1 Liter ab, geben notfalls noch etwas Wasser hinzu und gießen unter ständigem Rühren den Zucker in das Gemisch. Alles zusammen wird dann wiederum zum Kochen gebracht, wobei Sie unbedingt darauf achten müssen, dass die Orangenmarmelade nicht überkocht oder anbrennt. Dann wäre die ganze Mühe umsonst gewesen. Jetzt ist gegebenenfalls auch der Zeitpunkt gekommen, den Whisky unterzurühren. Nach etwa 20 bis 30 Minuten, in denen Sie kontinuierlich gerührt haben, beginnt die Marmelade nun endlich zu gelieren. Um das zu überprüfen, geben Sie einen kleinen Klecks auf einen Teller und schauen Sie, ob die Masse fest wird.

Zudem sollte oben auf der Masse im Topf eine dünne Hautschicht zu sehen sein. Sollte das noch nicht der Fall sein, geben Sie den Gelierzucker 2:1 hinzu und lassen die Marmelade dann gelieren. Nun ist Warten angesagt: In den folgenden etwa 25 Minuten lassen Sie die Orangenmarmelade abkühlen und füllen Sie dann in Marmeladengläser um. Verschließen Sie sie gut und stellen Sie sie auf den Kopf, damit sich die Marmelade nicht am Boden absetzt. Im Laufe der folgenden Stunden drehen Sie die Gläser immer wieder auf den Boden und auf den Kopf. So sorgen Sie dafür, dass sich die Masse und die Aromen gleichmäßig verteilen.

Servieren Sie Ihre selbst gekochte Marmelade mit frisch gebackenen Scones und mit Clotted Cream oder einfach zum Frühstück auf Toast. Wenn Sie vor all dem Aufwand erst einmal probieren wollen, ob die englische Orangenmarmelade überhaupt nach Ihrem Geschmack ist, können Sie sie hier auch direkt bestellen. Guten Appetit!

Orangenmarmelade - Orangenmarmelade, das leckere Extra!

Orange Marmalade ist ein so typisch englisches Produkt, wohl nirgends sonst gibt es diese Marmelade mit dem leicht bitteren Geschmack, die viele Fans weltweit gefunden hat. Interessant ist dabei, dass die so beliebte britische Orange Marmalade gar nicht aus Orangen zubereitet wird, sondern aus Pomeranzen. Das sind Bitterorangen, die äußerlich denen, die wir im Winter so gern vom Obsthändler kaufen und essen, ähnlich sehen, aber ganz anders schmecken. Weniger süß, mehr bitter. Pomeranzen gehören zu den Zitrusfrüchten und sind kleiner als Orangen, sie haben eher die Größe von Mandarinen. Tatsächlich sind sie eine Art Kreuzung aus der bitteren Pampelmuse und der kleinen Mandarine – und das Ergebnis ist eben die orangefarbene bittere Pomeranze. Der Geschmack jedenfalls ist perfekt für Orange Marmalade und passt dann hervorragend zu Scones und Clotted Cream. Probieren Sie es aus. Bei uns können Sie Orange Marmalade von Frank Cooper’s finden oder von Tiptree. Oder lieber die von Mackays mit Whiskey?


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Orangenmarmelade - britisch Frühstücken!

Geht es um Marmelade, kommt in England in den meisten Fällen jene aus Orangen auf den Frühstückstisch. Die typisch britische Orangemarmelade lässt sich bereits mehrere Jahrhunderte zurückverfolgen. Staatssekretär Samuel Pepys schrieb bereits 1669 in seinem Tagebuch über die Orangenmarmelade in London, die ihm vorzüglich mundete. Der erste konkrete Hinweis auf die „Erfindung" von Orangenmarmelade stammt allerdings aus dem schottischen Dundee. Ende des 18. Jahrhunderts landete ein Schiff voll bitterer Orangen aus Sevilla im dortigen Hafen, das seine nicht mehr allzu frischen und scheinbar ungenießbaren Früchte zu einem Spottpreis verkaufte. Die innovative und experimentierfreudige Kaufmannsfrau Janet Keiller zerhackte sie und kochte sie unter Zugabe von reichlich Zucker zur ersten Orangenmarmelade. Aufgrund der großen Nachfrage entstand so die erste Marmeladen-Fabrik der Welt. Bis heute wird die Orangenmarmelade in vielen English Shops angeboten und darf bei einem traditionellen britischen Frühstück keinesfalls fehlen!

Orangenmarmelade - britisch Frühstücken!

Orangenmarmelade ist vor allem zu einer Tasse Tee und Toast zum Frühstück in Großbritannien sehr beliebt. Die darin enthaltenen Zesten der Orangenschale können unterschiedlich groß sein. So gibt es zum Beispiel „fine cut“ mit zarten Streifen von Orangenschale, „medium cut“ und den kräftigen „thick cut“. Informieren Sie sich auf unseren English & Irish Tea-Seiten über das Angebot an Orangenmarmelade. Die Bitterorangenmarmelade wurde anscheinend eher durch Zufall erfunden. Sie lässt sich erstmals nachweisen in Dundee in Schottland. Die Kaufmannsfrau Janet Keiller kam auf die Idee, Orangenmarmelade herzustellen, nachdem Ende des 18. Jahrhunders ein Handelsschiff aus Sevilla durch einen Sturm gezwungen war, den Hafen von Dundee anzulaufen. An Bord war eine gr0ße Ladung von Bitterorangen, die inzwischen nicht mehr ganz frisch waren. Janet Keillers Mann kaufte diese Orangen zu einem günstigen Preis. Da die Früchte roh quasi ungenießbar waren, kochte seine Frau sie mit sehr viel Zucker ein und verkaufte die Marmelade in ihrem Süßwarenladen.

Erstaunlicherweise kam der Geschmack gut an. Da die Nachfrage nach „Orange Marmelade“ immer größer wurde, wurde sie bald schon fabrikmäßig produziert. 1797 gründete die Familie Keiller bei Dundee sogar die erste Marmeladenmanufaktur der Welt. Von hier trat die schottische Bitterorangenmarmelade ihren Siegeszug durch England und seine Kolonien an. Orangenmarmelade gibt es von vielen Herstellern, zum Beispiel von Mackays, Chivers oder Duchy. Selbst eine zucker- und kalorienreduzierte Variante wird zum Beispiel von Weight Watchers angeboten. Kosten sie selbst, welche Ihnen am ehesten zusagt. Oder finden Sie auf unseren Seiten mehr heraus über Rezeptideen mit Orangenmarmelade und stöbern Sie in Kochbüchern.



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