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Cardiff

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Die Wasserkante von Cardiff hat einige Highlights zu bieten.

Cardiff ist eine europäische Hauptstadt, wie es sie wohl nur ein Mal gibt: Weder ist die Stadt besonders groß – alles lässt sich in etwa 15 Minuten erlaufen – noch historisch gesehen besonders bedeutsam, noch mit weltberühmten Sehenswürdigkeiten gesegnet. Und doch muss man Cardiff einfach mögen. Die Waliser akzeptieren die Stadt als das, was sie ist: eine Stadt, die eine sehr gute Infrastruktur hat und die deshalb 1955 zur Hauptstadt von Wales, zur Prifddinas Cymru, wie es im Walisischen heißt, ernannt wurde. Zu dieser überaus pragmatischen Entscheidung stehen die Waliser bis heute – und das, obwohl der Hafen, der einst der größte und wichtigste Kohlehafen der Welt war, inzwischen an Bedeutung verloren hat.

Die römische Vergangenheit von Cardiff

Die Oper von Cardiff gehört zu den beeindruckensten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Der Name Cardiff leitet sich vermutlich von den beiden walisischen Wörtern „Caer“ (für „Fort“) und „Dydd“/ „Diff“ (Name des Flusses, der durch die Stadt fließt) ab und heißt deshalb nichts anderes als Fort am Diff. Das walisische Wort „Caer“, das auch als „Stadt“ oder „Burg“ übersetzt werden kann, findet sich in vielen Städtenamen in Wales wieder, darunter auch in Caernarfon, Caerwent und Caergybi. Wann genau der Name Caer Dydd in Benutzung kam, ist schwer zu sagen. Bei Ausgrabungen fand man Überreste eines ehemaligen römischen Kastells. Damit war die Stadt in der näheren Umgebung in guter Gesellschaft: Im nahegelegenen Caerleon war eine römische Garnison stationiert und auch Bath, auf der englischen Seite der Severnmündung, war eine römische Festungsstadt mit legendären Bädern.

Auch eine zweite Interpretation des Namens Cardiff geht auf die römische Vergangenheit der Stadt zurück. So übersetzte der englische Historiker William Camden den Namen im 17. Jahrhundert als „Caer Didi“, was so viel bedeutet wie „Fort des Didius“. Gemeint ist Aulus Didius Gallus, ein römischer Senator und Feldherr, der Kaiser Claudius als Legat begleitete, als dieser 43 n.Chr. die Invasion Britanniens leitete. Neun Jahre später sollte Didius zum Statthalter Britanniens ernannt werden. In seiner Regierungszeit lag sein Hauptaugenmerk auf der Niederschlagung von Rebellionen und Aufständen unter den zerstrittenen Völkern Britanniens, die gegen die römische Herrschaft aufbegehrten. Eine Festung an der Stelle, an der wir heute Cardiff finden, wäre ihm dabei sicher von großem Nutzen gewesen.

Wie die Normannen Cardiff veränderten

Der normannische Keep von Cardiff Castle

Beinahe 1.000 Jahre später erstand dann an der gleichen Stelle, an der einst das römische Fort stand, ein normannisches Schloss. Nach der Eroberung Britanniens durch die Normannen unter Wilhelm dem Eroberer erhielt der Ritter Robert Fitzhamon 1093 hier ein Lehen. In diesem Zusammenhang dann taucht die Stadt auch zum ersten Mal urkundlich auf. Fitzhamon ließ damals hier die normannische Burg errichten, von der heute noch der Keep, also der Hauptturm, erhalten ist, der auf dem Burghügel über der Stadt thront. Solche Turmhügel (auch Motte genannt) waren damals sehr weit verbreitet und dienten den Normannen nach der Eroberung als erste Stützpunkte auf neu gewonnenem Territorium.

So gelang es ihnen schon innerhalb kurzer Zeit, ein sehr dichtes Netz militärischer Stützpunkte auf der Insel zu errichten. Nicht alle von ihnen, aber die wichtigsten, wurden später zu Steinburgen ausgebaut. Der Turm in Cardiff erlangte historische Bedeutung, als Robert II., der älteste Sohn von Wilhelm dem Eroberer und Herzog der Normandie, acht Jahre in seinem Kerker zubrachte, nachdem sein Versuch gescheitert war, seinem Bruder Heinrich I. die Krone von England zu entreißen.

Bis ins 18. Jahrhundert hinein blieb Cardiff Castle trotz wechselnder Besitzer in mehr oder minder unverändertem Zustand und das Fort, das seit dem 13. Jahrhundert Stadtrechte innehatte, in einer Art Dornröschenschlaf. Als aber im viktorianischen Zeitalter mit der beginnenden Industrialisierung auch Wohlstand und Reichtum nach Cardiff kamen, war es an der Zeit, dies auch architektonisch zum Ausdruck zu bringen.

Der Hafen von Cardiff wurde unter der Familie Butes, die 1776 den ersten Marquess of Bute, Baron Cardiff of Cardiff Castle, stellte, zu einem der größten Kohlehäfen der Welt und die neuen finanziellen Mittel flossen unter anderem in den Umbau des Castles. So wurden zunächst der Burggraben aufgefüllt, die Bäume auf dem Burghügel gefällt und einige Gebäude entfernt. Folgende Generationen nahmen immer größere Umbauten und Modernisierungen vor, die Cardiff Castle schließlich in das neugotische Märchenschloss verwandelten, das heute dort steht. Von innen ist das Castle ebenso prunkvoll und prächtig eingerichtet wie von außen – alles ein Zeichen des neuen Wohlstands von Cardiff.

Cardiff und seine Sehenswürdigkeiten erleben

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Doch auch dieser Reichtum musste einmal enden. Nachdem der Hafen von Cardiff lange Zeit einer der meistfrequentierten Häfen der Welt und der größte Umschlagplatz für Kohle gewesen war, läutete das Ende des Kohlebergbaus auch das Ende des goldenen Zeitalters von Cardiff ein. Der Hafen verlor an Bedeutung und die Stadt orientierte sich wirtschaftlich um. 1947 wurde das prächtige Cardiff Castle, an dem die Marquisen von Bute über 5 Generationen hinweg gebaut und gefeilt hatten, für den symbolischen Preis von einem Pfund Sterling an die Stadt Cardiff verkauft.

Inzwischen ist Cardiff wieder zurück in den Dornröschenschlaf jener Zeit vor der Industrialisierung gefallen. Natürlich heißt das nicht, dass es in Cardiff nichts zu sehen und zu erleben gibt, doch die Stadt hat sich aus dem Licht der Weltöffentlichkeit zurückgezogen – so wie auch Wales selbst noch immer so etwas wie ein Geheimtipp ist. Es scheint dem Wesen der Waliser zu entsprechen: eine sympathische Bescheidenheit, gepaart mit einer warmen und herzlichen Gastfreundlichkeit, die jeden Aufenthalt in Cardiff zu einem schönen Erlebnis macht.

Restaurant-Tipps für Cardiff

  • Chapel 1877. Topküche in einer ehemaligen Kirche. Churchill Way.
  • Crumbs Kitchen. Salate, Suppen, Kartoffelgerichte. Morgan Arcade.
  • The Plan Café. Empfehlenswerte vegane und vegetarische Gerichte. Morgan Arcade.
  • Milgi. Arabische und indische Küche. City Road 213.
  • Fish at 85. Beliebtes Fischrestaurant mit frischem Fisch von der Küste. Pontcanna Street 85.

Bei Tag bestaunen Sie das Millenium Stadium aus dem Jahr 1999, das zweitgrößte Fußballstadion Großbritanniens, das Parlamentsgebäude „Senedd“, das 2006 an der Cardiff Bay errichtet wurde und die 1999 eingesetzte walisische Nationalversammlung beherbergt, das Wales Millenium Centre oder die Welsh National Opera mit ihrer beeindruckenden Fassade. Viele dieser Gebäude reihen sich wie Perlen entlang der Cardiff Bucht aneinander, die als eine der prestigeträchtigsten Wasserkanten Europas gilt. Neben den Sehenswürdigkeiten erwarten Sie hier Wildwasser-Rafting, Kajakfahren am Cardiff International White Water und Cafés, Bars und Restaurants am Mermaid Quay.

Bar-Tipps für Cardiff

  • Urban Tap House. Craft Beer Bar. Westgate Street 25.
  • Pipes. Kings Road 183A.
  • City Arms. Alteingesessener Pub. Quay Street 10-12.
  • Y Mochyn Du. Sophia Close.

Am Abend stürzen Sie sich in das kulturelle Angebot von Cardiff, genießen die Oper, das Ballett oder Musicals und Konzerte. Anschließend lassen Sie den Abend in den Clubs, Bars und Pubs von Cardiff ausklingen und genießen das zuweilen locker-fröhliche Studentenflair das der größten Universität von Wales geschuldet ist, die hier zuhause ist. Etwas außerhalb der Stadt erwarten Sie das Big Pit, das nationale Kohle-Museum von Wales, und Caerphilly Castle, die größte Burganlage des Landes. In und um Cardiff gibt es eben immer etwas zu erleben.

Willkommen in Cardiff, der Haupstadt von Wales! Croeso i Gaerdydd, Prifddinas Cymru!

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