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Royal Enfield Motorräder

Royal Enfield Motorräder

Die Motorradmarke Royal Enfield

Wer sich nicht auskennt, erkennt in jedem vorbeifahrenden Motorrad nur ein Motorrad. Kenner aber sehen am typischen Design und der Ausstattung eine Harley Davidson, eine solide BMW-Maschine oder eben eine reisetaugliche "Himalayan" von Royal Enfield. Dieses Motorrad ist nicht einfach ein beliebiges Motorrad, sondern eine verlässliche Maschine, die britische Tradition verkörpert und mittlerweile von einem legendären Hersteller in Indien stammt.

Ein zweirädriges Fahrzeug der Marke "Royal Enfield" ist alles andere als ein Motorrad, das wegen seiner technologischen Raffinesse hohe Beliebtheitswerte einfährt. Eine Royal Enfield stammt auch niemals aus Massenanfertigung. Die "Himalayan" sowie alle anderen Modelle dieses legendären Herstellers werden noch nach traditioneller Art größtenteils per Hand zusammengebaut. Computerarme und elektronisch gesteuerte Maschinenhallen kommen bei der Fertigung praktisch nicht zum Einsatz. Um aus Hunderten von Bauteilen eine Royal Enfield im Werk in Chennai zu bauen, braucht es genau eine Woche.

Was macht den Charme von Royal Enfield aus?

Die Maschinen dieses Motorradbauers sind keine hochgezüchteten Hightech-Bikes. Stattdessen bieten sie puren Fahrspaß im traditionellen Gewand. Eine Maschine von Royal Enfield wird nicht mit billigen Kunststoffteilen verkleidet, und sie weist auch keine komplizierten Elektronik-Bauteile auf. Daran wird sich in absehbarer Zeit wohl auch nichts ändern.

Während jede Stunde 10.000 Maschinen anderer Motorrad-Hersteller die Fließbänder verlassen, bauen indische Arbeiter in der Niederlassung Chennai - ehemals Madras - eine Royal Enfield hingebungsvoll mit der Hand zusammen. Jede einzelne Schraube wird von fachkundiger Hand festgezogen. Selbst die Zierlinien auf dem Tank werden per Hand gemalt. Jede einzelne Maschine von Royal Enfield wird von einem Mitarbeiter auf einer Probefahrt durchgetestet. Sorgfalt und Hingabe an das, was sie tun, zeichnet die Mitarbeiter dieses englischen Traditionsunternehmens aus.

Die Fahrer, die diese Maschinen später nutzen werden, erkennen sofort den Unterschied zwischen einem seelenlosen Fließbandprodukt und einer handgemachten Royal Enfield. Jedes Motorrad von Royal Enfield atmet Tradition und Wertigkeit. Es verspricht ein luxuriöses Fahrgefühl, jede Menge Fahrspaß und besitzt gediegene und verlässliche Qualität. Außerdem fließt in den Bau jeder einzelnen Maschine die jahrelange Erfahrung der Enfield-Mitarbeiter ein. Kein computergesteuertes Fertigungsprogramm von anderen Herstellern erkennt in seinen Motorrädern Individuen, die einen eigenen Charakter besitzen.

Eine Royal Enfield aber besitzt nach Aussage derer, die sie lieben und fahren, eine Seele. Spötter nennen das Ergebnis des traditionellen Herstellungsprozesses ein "Old School"-Motorbike - aber tatsächlich verkörpert eine Royal Enfield bis heute alles, was bei einem passionierten Motorradfahrer, dem Fahrspaß alles bedeutet, das Herz höher schlagen lässt.

Was unterscheidet Royal Enfield von allen anderen?

Die Wiege von Royal Enfield liegt in Großbritannien. Schon anno 1893 wurde das Unternehmen in England gegründet. Zunächst fertigte der Hersteller Präzisionsbauteile für Gewehre und Fahrräder. Danach versuchte man sich an Autos. 1901 kam das erste Motorrad aus der Fertigungshalle gerollt - und damit war der Grundstein zum ältesten noch aktiven Motorradhersteller der Welt gelegt. Die Erfahrung aus der Herstellung von Präzisionsteilen aus Metall floss in die Entwicklung und den Bau von eigenen Motoren ein. Mittlerweile gilt die Marke "Royal Enfield" weltweit als der größte Hersteller von Motorbikes, die jenseits der 250 Kubik-Klasse liegen.

Man sollte meinen, die Traditionsverbundenheit der Briten hätte den Sachzwängen der Moderne weichen müssen - insbesondere als das 1970 Unternehmen mit seiner Produktion nach Indien verlagert wurde. Doch weit gefehlt. Aus "Enfield India" wurde nach der Übertragung der Namensrechte im Jahre 1999 wieder "Royal Enfield" - und die Legende lebte weiter. Zugleich erschloss sich in Asien ein riesiger Markt, denn Motorräder sind die beliebtesten Fahrzeuge in überfüllten indischen Städten, ebenso in Thailand oder China. Zugleich mussten für den Absatz in Europa neue Abgasregeln beachtet werden, was bauliche Anpassungen und Umbauten erforderte.

Viele Enfield-Modelle sind daher nur in Asien, nicht aber in Deutschland zu kaufen. Zudem liegen zwischen der Ankündigung neuer Enfield-Modelle und deren Auftauchen in einem Verkaufsraum oft längere Zeiten des Wartens. Auch das tut der Beliebtheit dieser Motorrad-Marke keinen Abbruch.

Royal Enfields Beliebtheit steigt

In Indien gilt bekanntermaßen eine eigene Zeitrechnung. Doch an den ehrgeizigen Expansionsplänen von Royal Enfield ändert das nicht das Geringste. Auch in England werden heute wieder Royal Enfield-Motoren entwickelt. Bisher wurden weltweit 950.000 handgefertigte motorisierte Zweiräder von Royal Enfield verkauft. Konkurrent BMW bringt es gerade mal auf knapp 200.000 verkaufte Motorbikes. In aller Stille konnte Royal Enfield 2017/2018 auch in Deutschland den Absatz zu verdoppeln. In der Beliebtheitsliste der Deutschen steht Royal Enfield derzeit auf Platz 13.

Der Grund für diesen Erfolg liegt vielleicht gerade in der bewussten Konzentration auf authentische Klassiker-Modelle und eine glaubwürdige Modell-Entwicklung. Der bewusste Verzicht von Masse zugunsten von Klasse zahlt sich aus. Die Briten verzichten auf ein breites Sortiment, das alle Motorradklassen umfasst. Stattdessen setzen sie auf relativ wenige Modell, die in mehrere Variationen, Farben oder Hubraumgrößen angeboten werden. Auch der relativ günstige Preis für die Royal Enfield Modelle spricht für sich.

Eine „Royal Enfield Himalayan Sleet“ steht bereits ab 4.799 Euro in der Garage. Sie kann mit weiteren Extras ausgestattet und dadurch erheblich teurer werden. Die Royal Enfield Bullet 500 liegt bei etwa 5.200 Euro, die Royal Enfield Classic 500 ist mit etwa 5.900 Euro erhältlich. Die teuersten Enfield-Modelle sind die Royal Enfield Interceptor mit etwa 6.400 Euro und die Royal Enfield Continental GT, die es ab 6.600 Euro zu kaufen gibt.

Bewusst militärisch klingen die Farbstellungen, die für die Classic 500 EFI angeboten werden. Die Farbstellungen Chrome, Desert Storm, Battle Green, Squadron Blue, Gunmetal Grey oder Stealth Black verweisen tatsächlich auf militärische Bezüge. Dazu später mehr. Der britische Hersteller legte 2018 eine limitierte Sonder-Edition seiner "Royal Enfield Classic 500" im Stil der Militär-Maschinen aus dem Zweiten Weltkrieg auf. Die 250 Maschinen, die in Indien vorbestellt werden konnten, waren nach weniger als drei Minuten ausverkauft. Weitere 750 Modelle der limitierten Sonderedition wurden anderweitig angeboten.

Tradition verpflichtet, Fortschritt muss sein

Authentizität und Qualität sind Werte, die man eigentlich bei jeder Motorradmarke finden möchte. Zu Beginn war das auch bei allen Motorradbauern der Fall. Doch die Technologie-Entwicklung hat dafür gesorgt, dass das Gefühl für solche Werte vielen Herstellern verloren gegangen ist. Das ausgerechnet ein indischer Motorradhersteller mit britischen Wurzeln diese Tradition verteidigt, ist eine Finte der Geschichte. Trotz aller Tradition hat eine Royal Enfield nichts von einem Retro-Bike, das durch bestimmte Designmarkmale künstlich auf Traditionsmaschine getrimmt wird.

Interessant ist, dass beispielsweise die "Royal Enfield Bullet" seit 1932 praktisch ohne nennenswerte Veränderungen so gebaut wird, wie sie heute noch verkauft wird. In Asien gelten Maschinen mit relativ wenig Hubraum bereits als "Big Bikes" - aber darüber zu lächeln, ist angesichts der stetig steigenden Verkaufszahlen nicht angemessen. Mit den 2018 eingeführten Modellen "Himalayan" - einer reisetauglichen Enduro-Maschine - und zwei Motorrädern mit Zweizylinder-Motor - nämlich der "Interceptor 650" und dem Modell "Continental GT 650" liegen die Inder weiter auf Erfolgskurs. Es scheint durchaus machbar, der weltweit größte Motorrad-Hersteller bei den Mittelklasse-Motorbikes werden zu wollen.

Allein in Indien werden Jahr für Jahr mehr als 17 Millionen motorisierte Zweiräder an den Mann gebracht. Damit ist Indien der größte Motorradmarkt der Welt. Nicht nur das. Der Trend, der bisher vornehmlich auf den kleineren Motorrädern lag, verlagert sich dank einer wohlhabenden Mittelschicht zunehmend auf die größeren Royal Enfield-Modelle. Wer einmal den Straßenverkehr in Kalkutta oder New Delhi erleben konnte, weiß, welchen Anteil an den vorbeirauschenden Fahrzeugen Motorrädern haben. Diese werden als Lastenesel genutzt und schlängeln sich durch jeden Stau.

Da die wendigen Fahrzeuge zudem zu einigermaßen bezahlbaren Preisen zu haben sind, scheint ihr langfristiger Erfolg gesichert. Die spannende Frage ist nur, ob Royal Enfield in absehbarer Zeit den Weg in die Elektromobilität mitgehen wird, und damit in Europa und Asien erfolgreich bleiben kann.

Nicht nur in Indien genießt eine Royal Enfield Kultstatus

Was dem Italiener die Vespa, ist dem Inder wie dem Briten die Royal Enfield. Entsprechend viele Royal Enfield-Fans bevölkern den Planeten, auch in Deutschland. Es gab also herstellerseits keinerlei Zweifel, dass sich die Sonderedition der "Royal Enfield Classic 500 Pegasus" gut verkaufen lassen würde. Trotzdem hatte der Hersteller niemals mit einem derartigen Run auf dieses limitierte Retro-Modell gerechnet.

Rein technisch gesehen, gab es - bis auf die grüne Military-Lackierung - keinen Unterschied zum normalen Classic 500-Modell. Beide Maschinen sind als Langhuber mit einem 499 Kubikzentimeter großen und luftgekühlten Einzylinder konstruiert worden. Mit mageren 27 PS ausgestattet, ist mit der Royal Enfield Classic 500 nur eine moderate Höchstgeschwindigkeit von circa 129 Stundenkilometern erreichbar. Das Modell bietet im Vergleich zu modernen Motorbikes eher wenig Federung, verfügt nicht über eine dickwandige Bereifung und wirkt mit seinem klassischen Design fast archaisch.

Ungeachtet all dieser Eigenheiten goutieren die Liebhaber dieser Marke gerade die erkennbaren historischen Bezüge in Optik oder Bauweise. Nicht jeder Motorradfahrer steht auf die modernen hochgezüchteten Motorbikes oder futuristische Designentwürfe, die es auf 220 Stundenkilometer Geschwindigkeit bringen. Wer in Europa Royal Enfield fährt, der möchte Fahrspaß in moderatem Tempo genießen. Er möchte nicht mit raketenartigen Motorrad-Geschossen an einem abbiegenden Truck zerschellen.

Die Military-Lackierung der limitierten Pegasus Sonderedition war so angelegt, dass sie als baugleiche Replik der historischen "Royal Enfield RE 125" mit dem Spitznamen "Flying Flea" erkannt wurde. Der Ruhm dieses Vorgängers stammte aus dem Zweiten Weltkrieg. Damals warf das Regiment "Pegasus" hinter den feindlichen Linien diverse Royal Enfield RE 125 an Fallschirmen ab. Diese Idee brachte der 59 Kilogramm wiegenden Maschine den Beinamen "Flying Flea" ein. Das robuste Zweitakt-Motorrad mit lediglich 3,5 PS gilt wegen dieser Umstände bis heute als legendär.

Was macht den Reiz einzelner RE-Modelle aus?

Bei der "Royal Enfield Himalayan" sind die historischen Design-Bezüge unübersehbar. Doch eine geländetaugliche Federung und ein neue konstruierter Motor machen diese Maschine zu einer langstreckentauglichen Gelände- und Reisemaschine, die selbst in Nepal eine gute Figur macht.

Die "Royal Enfield Bullet 500 EFI" ist das älteste Modell des britischen Herstellers, das bis auf die handbemalte Tankdekoration fast unverändert seit mehr als 100 Jahren hergestellt wird. Im Zweiten Weltkrieg diente die Bullet 500 der britischen Armee als Fahrzeug. Die indische Armee nutzt die nach traditionellen Plänen gebaute Bullet 500 bis heute als Dienstfahrzeug.

Dass Verlässlichkeit und historische Tradition bei Royal Enfield auch immer mit zukunftsweisenden Komponenten kombiniert werden, zeigt sich an der "Royal Enfield Classic 500 EFI". Das klassische Vintage-Design der Nachkriegsära ist geblieben, der Motor und die Technologie sind jedoch modern. Die Classic 500 bewältigt jede Strecke und jedes Terrain mühelos.

Bei den Enfield Classic Chrome-Modellen werden Chromelemente eingebaut, um der Optik Eleganz hinzuzufügen. Das Design der Fünfzigerjahre wird konsequent beibehalten, aber optisch veredelt. Das Classic-Modell in der Lackierung "Desert Storm" kommt in matter Sandfarbe zum Kunden. Das gilt als Reminiszenz an die Army-Zeit, als Royal Enfield-Motorbikes sich als Armee-Motorräder in Wüstenregionen bewähren mussten.

Ähnliches gilt für die Armee-Lackierung "Battle Green", die die Zuverlässigkeit der Royal Enfield-Maschinen als historisches Armeefahrzeug in den Vordergrund stellt. Eine optische Reminiszenz an die britische Luftwaffe, die diese Farbe einsetzt, wird mit der Lackierung in „Squadron Blue“ hergestellt. Die Verbindung von Großbritannien und Indien ist durch das British Empire eine historische Verbindung, die bis heute eine Bedeutung hat.

Die "Royal Enfield Continental GT 535" lässt das Herz von Puristen oder hartgesottenen Rockern höher schlagen. Diese Maschine verkörpert ebenfalls eine Ära, in der das Motorradfahren noch als sinnliches Vergnügen wahrgenommen wurde. Mit ihrem abgespeckten und cleanen Look bietet die Continental GT sich als "Café Racer", der je nach Lust und Laune optisch aufgebrezelt oder im puristischen Design gefahren wird.

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