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Robin Hood

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Noch heute fasziniert Robin Hood: Der Outlaw, der von den Reichen stiehlt und seine Beute den Armen schenkt. Ein schlitzohriger Verbrecher mit Sinn für soziale Gerechtigkeit, der den Tyrannen auf der Nase herumtanzt. Doch was ist dran an der Legende? Hat es ihn wirklich gegeben, den noblen Banditen? Wie hat sich Robin Hood über die Jahrhunderte verändert?

Historische Ursprünge der Legende um Robin Hood

Russel Crowe brillierte als Robin Hood

Die Frage nach der Historizität Robin Hoods bewegt noch immer die Gemüter. So gibt es zahlreiche Theorien über mögliche historische Vorlagen des legendären Bandenführers. Keine dieser Theorien kann eindeutig bewiesen oder widerlegt werden – ein gefundenes Fressen für Hobbyforscher und Mittelalterfans mit Fantasie.

Auf der Suche nach dem historischen Robin Hood werden zunächst die mittelalterlichen Strafregister durchstöbert. Zum Glück wurden diese akribisch geführt und sind zu großen Teilen noch erhalten. Und siehe da: Vom 12. bis ins 14. Jahrhundert gab es immer wieder Verurteilungen von Verbrechern mit verdächtig klingenden Namen. So wurde ein gewisser Robert Hod 1354 für Landfriedensbruch und Wilderei verurteilt.

Auch weiß man um die Existenz eines flüchtigen Robert Hod um 1225 in Yorkshire, der in einem späteren Dokument „Hobbehod“ genannt wird. 1262 taucht William Robehod auf, ein flüchtiges Mitglied einer Bande in Südengland. Könnten diese Verbrecher die Inspiration für die spätere Legende sein? Oder waren diese Namen einfach sehr gängig?

Das hohe Aufkommen von Robin Hoods unter mittelalterlichen Verbrechern könnte aber auch bedeuten, dass Banditen den Namen als Pseudonym verwendeten. Wenn sich Verurteilte schon so früh mit dem legendären Namen schmückten, hieße das, dass die Legende sehr viel älter ist als gedacht. Im Laufe der Jahrhunderte wurden immer wieder Versuche unternommen, die Authentizität des Outlaws zu beweisen. Im frühen 18. Jahrhundert wurde ein angebliches Grab gefunden.

Es wird auf 1247 datiert und befindet sich in Kirksley, dem Ort, an dem Robin Hood, der Legende nach, im Hinterhalt ermordet wurde. Die Echtheit des Fundes wird von Historikern stark angezweifelt. Nur eines ist sicher: Über die Jahrhunderte vermischten sich Fakt und Fiktion derartig, dass das Rätsel um Robin Hoods wahre Identität wohl für immer ungelöst bleiben wird.

Legendenbildung: Vom Banditen zum Nobelmann

Die allererste literarische Erwähnung findet Robin Hood im späten 14. Jahrhundert in William Langland’s „Piers Plowman“. Die allegorische Erzählung gilt als eines der wichtigsten Werke der frühen englischen Literatur. Die Figur war also schon im 14. Jahrhundert längst legendär. Eine Reihe von Balladen aus dem 15. Jahrhundert erzählen erste Fassungen der Geschichte. Es ist ein vor-moderner Robin Hood, der mit der heutigen Vorstellung vom noblen Ehrenmann nicht viel gemein hat. Ganz im Gegenteil: Der frühe Robin Hood ist ein gewalttätiger und grausamer Dieb. Er und seine Gefolgschaft – unter ihnen namentlich auch Little John – morden und rauben im Sherwood Forest.

Das Teilen des Diebesguts kommt ihnen nicht in den Sinn. Doch teils ähnelt schon der frühe Robin Hood der heutigen Version. Er hat den Sheriff von Nottingham zum Feind, ist ein talentierter Bogenschütze und Schwertkämpfer und hat einen unterhaltsamen Hang zur Trickserei, Komik und Verkleidung.

Die BBC-Serie um Robin Hood beweist: Das Thema ist noch aktuell!

Im 16. Jahrhundert wird Robin Hood endgültig zur ländlichen Folklore. Zum Maifest werden Robin-Hood-Spiele ausgetragen: Dorfbewohner verkleiden sich und spielen die Geschichten um den antiautoritären Banditen und seine Merry Men nach. Zu dieser Zeit tauchen auch Friar Tuck und Maid Marian erstmals in der Legende auf – wohl mit dem Zweck die Kirche auf die Schippe zu nehmen und dem Helden eine romantische Note zu verleihen. Es wird daraufhin üblich, Robin Hood als treuen Anhänger von König Richard Löwenherz darzustellen. Ist er in den Balladen noch eine Figur, die sich gegen jede Autorität auflehnt, ändert sich das nun schlagartig. Mit dem neuen Feindbild in King John, der den Thron in Abwesenheit seines Bruders übernimmt, klagt Robin nun unrechtmäßige Macht an. Die Legitimität der Monarchie wird nie in Frage gestellt, sondern durch Robin als Diener des „wahren“ Königs eher noch gestärkt.

Spannenderweise bekommt Robin Hood in jener Zeit selbst einen Adelstitel verliehen. In den früheren Überlieferungen hatte Robin noch dem Stand der Freibauern angehört - ohne jeden durch Blut legitimierten Anspruch auf Land und Gut. In den späteren Versionen wird er nun zum in Ungnade gefallenen Adeligen. Das subversive Potential der Figur, die sich gegen jede Form der willkürlichen Machtausübung richtete, wird also umgekehrt.

Robin Hood wird zum nationalen Helden, der die Werte des gerechten Monarchen gegen Korruption verteidigt. Er wird ein Bestandteil der englischen Populärgeschichte, ein Held, der Bauern und Adel miteinander vereint und einer gesamtenglischen Identität Stärke verleiht.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Robin Hood vom mordenden Banditen zum schlitzohrigen Trickbetrüger und schließlich zum gerechten Adligen. Es zeigt sich: Es gibt nicht den einen Robin Hood. Nein, der Mythos ist wandelbar. Er verändert sich mit der Zeit und passt sich den Umständen der jeweiligen Epoche und den Sehgewohnheiten des Publikums an.

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Es ist das 20. Jahrhundert, das unsere heutige Vorstellung des „Königs der Diebe“ wohl am meisten geprägt hat. Im Filmzeitalter wird Robin Hood endgültig zum massentauglichen Symbol. „Robin Hood, König der Vagabunden“ von 1938 mit Erol Flynn gilt noch heute als der beste Film des Genres. Mit Sicherheit gehören die Walt Disney Verfilmung von 1973, der Spielfilm mit Kevin Costner von 1991, sowie zuletzt Ridley Scotts Version von 2010 zu den prägendsten Inszenierungen von heute. Sie sorgen dafür, dass Robin Hoods Ruhm weit über die Grenzen Englands hinaus getragen wird.

Persiflagen, etwa von den Komikern um Monty Python („Time Bandits“, 1981) und Mel Brooks („Helden in Strumpfhosen“, 1993), lieferten humorvolle Versionen der Legende. Die Sage um Robin Hood hat sich mit den neuen Erzähltechniken im Filmzeitalter vervielfältigt. Die Faszination für den ewigen Rebellen scheint nicht abzureißen und wird so auch ins beginnende neue Jahrtausend getragen.

Ihre eigene Spurensuche nach Robin Hood

Wer der Legende während einer Reise durch England selbst auf die Spuren kommen will, der sollte sich ohne Umwege zum Sherwood Forest begeben. Ein Spaziergang durch den Wald und ein Besuch der Major Oak, dem legendären Hauptquartier der Bande, sind ein Muss für alle Robin Hood-Anhänger von heute. Fernab von Hollywood laden das Knistern der Blätter und die Ruhe der Waldlichtung jeden Einzelnen dazu ein, sich ganz persönlich auf den Mythos einzulassen.

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