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Der Mini – eine britische Legende

Denkt man an das UK, an England, so hat man sofort drei Bilder im Kopf: Big Ben, die Doppeldeckerbusse in London und natürlich den Mini, vielleicht noch lackiert im Union Jack. Es gibt wohl nichts Britischeres als dieses Kult Auto, jedenfalls nichts, was einen Motor hat.

Dabei ist der Mini natürlich kein rein britisches Phänomen. Er hat den Status eines Kultautos, vergleichbar dem VW Käfer oder dem 2 CV "Ente" – als deren britische Antwort er auch zu sehen ist. Der Mini zeichnete sich über die Jahrzehnte als ein Fahrzeugkonzept aus, das eine unvergleichliche Popularität erlangte. Dafür verantwortlich ist wohl nicht nur die unvergleichliche Optik, sondern sicherlich auch die immense Variantenvielfalt dieses Autos. Insgesamt wurde er – bevor ihn BMW unter die Fittiche nahm – rund 5,4 Mio. Mal verkauft.

Dass der Mini in vielen Filmen eine mitunter tragende – oder besser fahrende – (Haupt-) Rolle spielt, hat seiner Popularität sicherlich nicht geschadet. Und dabei ist er das Produkt einer Krise. Wir wollen uns hier ausschließlich mit dem "Original-Mini" beschäftigen und lassen die Zeit seit der Übernahme durch BMW außen vor.

Geboren aus der Krise

Wie häufig, stellen Krisen auch eine Chance dar. Wir schreiben das Jahr 1956 und es kommt zur Suez-Krise. Es war dies eine der ersten Energiekrisen und im Westen reagierte man darauf, indem man mehr Wert auf das Energiesparen legte, um unabhängiger vom Erdöl zu werden. So kam auch ein gewisser Alec Issigonis – später selbstverständlich von der Queen zum Sir geadelt – auf die Idee ein sparsames Auto zu bauen, das bei möglichst geringen Außenmaßen dennoch ausreichend Innenraum für vier Sitzplätze, tadellose Fahreigenschaften und das alles bei einem günstigen Preis bot. Dieses Auto sollte auf die Massen ebenso mobilisieren wie es der VW Käfer und der 2 CV ("Ente") auf dem Kontinent taten.

Also tat Issigonis was alle guten Ingenieure so tun – jedenfalls, wenn man nach Jahrzehnten des Erfolges den Legenden in den Unternehmensannalen Glauben schenkt: Er kritzelte eine Skizze auf eine Serviette. Und fertig war der Mini.

Nun, fast. Die Entwicklung war zwar in rasend schnellen 6 Monaten abgeschlossen und bereits Mitte 1958 konnte Issigonis Leonard Lord, den Chef von BMC, zu einer Probefahrt einladen. Es dauerte dann noch eine Weile, aber am 30. März 1959 lief in Birmingham der erste Mini vom Band der BMC, der British Motor Corporation. Sie war ein Zusammenschluss der Austin Motor Company mit Morris, MG, Riley und Wolseley. Im Laufe der Jahre sollten im Zuge der Konsolidierung der britischen Automobilindustrie noch weitere Zusammenschlüsse folgen und so änderte sich auch der Firmenname von BMC zunächst zu British Leyland, dann Austin Rover und schließlich Rover Group. Die Präsentation des Mini erfolgte am 18. August und am 26. August wurden die ersten Minis verkauft.

Mini: Die Namensfindung

Der Mini kam anfangs jedoch nicht als Mini auf den Markt. Zunächst trug er den Namen Austin Seven bzw. Austin Se7en – in Anlehnung an den Austin 7 – oder Morris Mini Minor, eine Hommage an den Morris Minor. Weiteres wurde er als Leyland Mini, Leyland Mini Clubman, Morris Mini, Riley Elf, Rover Mini, Wolseley 1000, Wolseley Hornet, sowie als Lizenzprodukt von der italienischen Innocenti – Innocenti Mini Minor bzw. Innocenti Mini t – als spanische Lizenz durch Authi – AUTHI Mini – und von der portugiesischen IMA als IMA Mini gebaut. Auch gab es australische, kanadische und südafrikanische Versionen. Der Mini wurde wahrlich zu einem weltweit gekauften und produzierten Auto.

Der Morris Mini Minor war in den Farben rot, weiß und blau, der Austin Seven in rot, grau und blau verfügbar. Es gab zwei Versionen: Die Standard- und die De-Luxe-Version. Letztere hatte als Extras einen Teppich statt Gummimatten, verstellbare Sitze, öffenbare Hinterfenster, Stoßstangenhörner, schönere Felgen … und eine Heizung.

Erst ab 1969 trägt das Auto den Namen Mini. Der Mini ist ein Sinnbild der Entwicklung und des "Niedergangs" der britischen Automobilindustrie. Mitte der 1990er Jahre kommt es zur Krise und BMW steigt bei der Rover Group ein, trennte sich aber im Jahr 2000 wieder von Rover – mit Ausnahme des Mini, der ausgegliedert und als MINI zu einem Unternehmen der BMW Group wurde. So begann das zweite Leben des Mini.

Markterfolge auf allen Kontinenten

Der Mini schlug förmlich ein und traf den Nerv der Zeit, wie die Verkaufszahlen zeigen. Bis Ende 1959 wurden 19.749 Minis produziert und bereits im Jahr 1965 überschritten die Produktionszahlen die Millionengrenze, um am Ende des Jahres die unglaubliche Zahl von 1.211.718 Stück zu erreichen. Mitverantwortlich zeichnet, dass der Mini mittlerweile nicht nur in England, sondern auch in Australien, Italien und Südafrika produziert bzw. assembliert wurde.

Überzeugende Optik trifft überragende Technik

Doch der knuffige Kleinwagen mit den netten "Augen" überzeugt nicht nur durch seine Optik und seinen Charme und dem damit vermittelten Lebensstil, dem sich eigentlich kein vernünftiger Mensch verwehren kann, sondern auch durch seine technische Exzellenz. Nicht umsonst wurde er bis zu seinem Auslaufen als klassischer, also wirklich britischer, Mini am 4. Oktober 2000 41 Jahre hindurch technisch mehr oder wenig unverändert gebaut. Änderungen betrafen nur Details. In diesen mehr als vier Jahrzehnten wurde der Mini mit 5.387.862 produzierten Fahrzeugen zum meistverkauften britischen Auto.

Mini Technik

Nachgerade revolutionär waren der Frontantrieb des Mini, der Antrieb mittels eines quer eingebauten Motors mit vier Zylindern und seine damals neuartige Kompaktkarosserie. Was heute normal ist, war damals fast schon unerhört. Es brauchte einige Jahre, bis andere Autobauer diese fortschrittliche Konzeption aufgriffen (VW erst gut 15 Jahre später im Golf). Der Mini revolutionierte damit das Kleinwagensegment.

Charakteristisch am Motor ist, dass das Getriebegehäuse direkt an der Motorunterseite angeflanscht ist. Es bildet damit faktisch den Abschluss des Motors nach unten zur Ölwanne hin. Motor und Getriebe werden damit vom Motoröl geschmiert. Dies ermöglichte ebenso wie der Verbau des Kühlers zwischen Motor und linkem Vorderrad die kompakte Bauweise. Weiteres wurden platzsparende Gummifedern anstatt Stahlfedern verwendet. Kleine Räder und kurze Karosserieüberhänge tragen schließlich entscheidend dazu bei, dass die Fahrzeuglänge nur geringfügig mehr als 3 Meter beträgt. Das Überraschende: Im Innenraum haben dennoch bis zu vier Erwachsene Platz.

Abmessungen und Mini Karosserie

Der Mini ist nicht nur dem Namen nach, sondern auch was Gewicht und Abmessungen betrifft, ein echtes Miniaturauto. Mit einem Gewicht – je nach Ausführung – zwischen 617 und 737 kg kann man ihn zur Not beinahe in die Wohnung tragen, wenn es mal bei der "Länge" von 3.054 bis 3.401 mm wider Erwarten nichts mit dem Parkplatz wird. So hat er selbst in der kleinsten Stube Platz. Einzig die Wohnungstüren machen bei einer Breite von 1.397 bis 1.410 mm eine solche Operation etwas delikat. Mit einer Höhe von 1.331 bis 1.384 ist der Mini breiter als höher, was ihm ein durchaus imposantes Äußeres beschert.

Der Mini wäre kein echter Engländer, wenn er sich nicht durch Flexibilität auszeichnete. Und so gibt es ihn in praktisch jeder denkbaren Karosserieform: als Limousine mit kurzem Radstand, als Kombi bzw. Van und auch als Pickup mit längerem Radstand. Sogar eine Militärversion – den Mini Moke – hat es gegeben, die jedoch nicht beim Militär zum Einsatz kam. Dank seines Erscheinens in Filmen (James Bond – Man lebt nur zweimal) und Serien (Nummer 6) wurde er jedoch zu einem Kultfahrzeug der 1960er Jahre.

Motorisierung

Dem normalen Mini wurde ein Motor mit 883 ccm gespendet. Was bei dem geringen Gewicht eine ordentliche Leistung ergab. Die Ingenieure entlockten dem Triebwerk immerhin 34 PS. Dem Mini Cooper wurde ein Motor mit 997 ccm spendiert, der 55 Pferde über die Straßen traben ließ. Beinahe eine Höllenmaschine war der Mini Cooper S mit einem 1.071 ccm Motor und 70 PS bi 670 kg Leergewicht, der immerhin eine Höchstgeschwindigkeit von 148 km/h erreichte. Eine Geschwindigkeit, so nahe am Asphalt, die durchaus Mut abverlangt.

Mini Fahrwerk

Das Besondere am Mini ist die Federung aus Gummiblöcken anstatt – wie bei anderen PKW üblich – Stahlfedern. Diese, von Alex Moulton entwickelte, sehr harte Federung, bewirkte eine damals schier unerreichte Straßenlage; der Mini klebte förmlich auf der Straße. Die sehr leichte Karosserie erforderte vorne und hinten je einen Hilfsrahmen, an dem die Radaufhängung und der Motor aufgehängt waren. Die 10 Zoll Räder waren vorne an doppelten Dreieckslenkern aufgehängt, hinten waren sie über Längsschwingen mit dem Rahmen verbunden. Von 1964 bis 1971 wurde Hydrolastic eingesetzt. Dies ist eine Gummifederung, die mittels Wasserhydraulik Stoßdämpfer und einen Niveauausgleich realisiert; dabei sind die Räder jeweils einer Seite miteinander verbunden. Als Frostschutz wurde Alkohol beigemengt, weshalb die Hydrolastic den Beinamen "Whisky-Soda-Federung" erhielt.

Mini Cooper

Untrennbar mit dem Mini verbunden ist der Name John Cooper, der sogar bis Ende der 1960er Jahre ein eigenes Formel 1 Team hatte. Zu seinen Piloten zählten u.a. Jack Brabham, Stirling Moss, Bruce McLaren und Jochen Rindt.

Cooper wurde zum Cheftuner des kleinen Briten und schaffte es gar, dass in der öffentlichen Wahrnehmung der Mini immer mit dem Mini Cooper gleichgestellt wird. Doch der "echte" Mini Cooper wurde in nur vergleichsweise geringer Stückzahl gefertigt. Er zeichnet sich meist durch eine andersfarbige Dachlackierung und/oder weißen Streifen auf der Motorhaube aus und verfügte über eine merklich höhere Motorleistung sowie eine andere Endübersetzung. Cooper verbaute Motoren in den kleinen Wagen, die man bei dem geringen Gewicht des Autos als nachgerade obszön ansah.

Mini Faszination

Der Erfolg des Mini beruht einerseits auf seiner revolutionären Technik, seinen Fahreigenschaften und wohl auch auf seiner Optik. Er war zugleich vollkommen anders und dann doch wieder ganz normal und gewöhnlich. Britisches Understatement pur, irgendwie. Der Mini hatte etwas von Egalität. Denn er war keineswegs nur ein Auto der breiten Masse, auch die Schönen und Reichen dieser Welt entdeckten den Mini als idealen Stadtwagen. Er wurde somit zu einem Evergreen und Markenzeichen einer ganzen Generation und Sinnbild für die 68er und modernen Briten, die nichts mehr mit den stocksteifen Kolonialherren gemein hatten. Er transportierte sozusagen Emotion pur und britisches Lebensgefühl in die Welt. Doch dem nicht genug, zeichnen noch zwei Besonderheiten für seine Faszination verantwortlich.

Der Mini als Filmheld

Der Mini ist ein wahrer Filmstar und spielte in unzähligen Filmen mit wie z. B. 1967 in der Magical Mystery Tour mit den Beatles, als geräumiger Flitzer bot er sogar Platz und ausreichend Leistung für Bud Spencer (Plattfuß in Afrika, 1978) und natürlich fuhren auch Mr. Bean und Austin Powers einen Mini und noch 2016 spielten Robert De Niro und ein Mini zusammen in Dirty Grandpa. Dies alles bewirkte eine ungeheure Popularität des kleinen Briten. Oder kommt seine Faszination doch vom Rennsport her?

Mini Rennsport

Ja man glaubt es kaum. So ein kleines Auto. So ein kleiner Motor. Und doch hatte die Konkurrenz lange das Nachsehen gegen den Mini. Vor allem bei Rallyes und Bergrennen spielte er seinen großen Vorteil aus: Die Straßenlage. So war es auch 1968, als ein gewisser Niki Lauda als 18-Jähriger in einem Mini Cooper S seine ersten Bergrennen gewinnen konnte. 1963 holte sich der baumlange Finne Rauno Aaltonen den Klassensieg in Monte Carlo und 1964, 1965 und 1967 gewannen Fahrer mit einem Mini drei weitere Male die Rallye Monte Carlo.

Der Mini war zur Ikone geworden und Mini fahren war nicht etwas für Spießer, sondern es war cool. So cool, dass man auch Michael Caine, Enzo Ferrari, Steve McQueen, Paul Newman und viel andere Prominente mit einem Mini antreffen konnte. Auch heute noch kommen Minis nicht nur bei historischen Rennen, sondern wegen ihres günstigen Leistungsgewichts auch bei Bergrallyes zum Einsatz.

Meilensteine der Mini Geschichte

Bereits sehr früh – schon 1960 – wurden die Karosserievarianten diversifiziert. In diesem Jahr erschienen die ersten Countryman, Moke, Pick Up, Traveller und Van. Der erste Mini Cooper wurde 1961 vorgestellt. Die Produktion des Moke wird in England zwar schon 1968 eingestellt, aber ab 1966 (bis 1981) wird er in Sydney und der Cooper in Italien gebaut. Die erste Modellrevision erfolgt 1966, ihr sollten noch fünf weitere folgen: Mk III ab 1969, Mk IV 1976, Mk V 1984, Mk VI 1992 und Mk VII 1996.

Der Mini wurde nicht nur von BMC im Ausland gefertigt, sondern es gab auch Lizenzproduzenten, wie Innocenti ab 1970 in Italien oder Authi ab 1973 in Spanien. 1974 konnte man den Mini zum ersten Mal in Deutschland erwerben; allerdings zu einem damals stolzen Preis von 8.000 DM. 1983 werden die Varianten Clubman, Pick Up und Van eingestellt, dafür beginnt in Portugal die Moke-Produktion (bis 1993), der auch von 1991 bis 1993 in Italien produziert wird. Am 4. Oktober 2000 verlässt schließlich der letzte Mini das Montageband in Longbridge bei Birmingham.

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