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Land Rover & Range Rover

Land Rover & Range Rover

Land Rover und Range Rover

Die Savanne, ein blinder Löwe und Eselspfade oder doch der Champs Élysées?

Ein viereckiger Kasten, für den es kein unwegsames Gelände gibt und Kultstatus erlangt hat. Das ist in einem Satz ausgedrückt der Land Rover. Jedes Kind kennt dieses Auto, zumindest aus der TV-Serie Daktari aus der 2. Hälfte der 1960er Jahre. Ärzte, der schielende Löwe Clarence, die Schimpansin Judy und natürlich … ein Land Rover. So kennt man ihn, als Beschützer bedrohter Tiere, unerlässlicher Partner in schwierigem Gelände, der dabei noch eine ungeheuer coole Figur macht. Dass er zuverlässig ist und einen auch vor einem Nashornangriff schützt, steht bei dieser Traditionsmarke aus Großbritannien auch fest.

Immerhin wissen wir das aus Daktari. Und so wurde er zunächst vorrangig in Entwicklungsländern verkauft, wo er in der Savanne sein natürliches Habitat vorfand. Gingen 1983 noch 90 % der Produktion in den Export in diese Länder, so kommt es in den Folgejahren zu einer dramatischen Änderung: im Jahr 1993 gingen 90 % in Industrieländer. Das hat nichts mit schlechteren Straßenbedingungen oder dem Klimawandel zu tun, sondern mit einem veritablen Imagewandel der Marke – dank Range Rover und Discovery.

Das Unternehen Land Rover

Land Rover, mit seinem Stammwerk in Solihull, war zunächst "nur" ein Modell des britischen Herstellers Rover und noch keine eigene Marke. Rover schlitterte in den 1960er Jahren in eine Krise, wurde 1966 verstaatlicht und Teil des britischen Fahrzeugherstellers British Leyland. 1978 kommt es zur Abspaltung von Land Rover, das in die Jaguar-Rover-Triumph Firmengruppe eingebracht wird.

1994 wurde diese an BMW verkauft, doch schon bald – 2000 an den Ford Konzern weitergereicht, der aus Jaguar, Volvo und Aston Martin (bis 2007) die PAG (Premier Automotive Group) formte. Doch auch dies währte nicht lange und so wurde im März 2008 – nach der Abspaltung von Aston Martin – die neue Jaguar Land Rover Gruppe an Tata Motors aus Indien verkauft.

Die Fahrzeuge haben nicht nur dank Daktari Kultstatus erlangt, sie und die Firma haben ein sehr positives Image, das auch in der umgangssprachlichen Bezeichnung der Firma und der Fahrzeuge der Land Rover Series und des Defenders als "Landy" zu Ausdruck kommt.

Der Anfang einer Legende

Spencer Bernau Wilks wurde 1929 geschäftsführender Direktor von Rover und brachte seinen jüngeren Bruder Maurice mit uns Unternehmen. Maurice, der Ingenieur, sollte später den legendären Geländewagen Land Rover kreieren.

Der Zweite Weltkrieg war geschlagen und für die Briten gewonnen, doch brauchte das Königreich dringend Devisen, weshalb die Regierung auf die Idee kam, die Automobilindustrie zu … nun … motivieren, günstige Autos zu konstruieren, um sie weltweit verkaufen zu können. Das stellte Rover vor eine große Herausforderung, da der Autobauer bisher nur teure Luxuswagen produzierte, die sich nach dem Krieg nur die Wenigsten leisten konnten. Da war es ein Wink des Schicksals, dass Maurice Wilks amerikanischer Jeep auf seinem Landsitz schon altersschwach war und er so auf die Idee kam, Rover könne doch einen geländegängigen Wagen für die Landwirtschaft entwickeln.

In der Tat, 1947 hat er in nur wenigen Wochen auf Basis seines Jeeps seinen "Land-Rover", also den Landwirtschafts-Rover, als Prototypen gebaut. Noch 1947 gab der Vorstand von Rover grünes Licht für den Start einer Kleinserienproduktion, die 1948 starte. Der Wagen wurde auf der Amsterdam Motor Show am 30. April 1948 der Öffentlichkeit präsentiert. Diese Serie wurde 1958 nachträglich als Series I bezeichnet.

Die Land Rover Modelle

Series I – 1948 bis 1958

Das Chassis wurde aus einem Leiterrahmen und einer Stahl-Spritzwand konstruiert, was ein sehr stabiles Grundgerüst ergab. Das Fahrgestell war aus zwei Stücken zusammengeschweißt. Der Vorstand von Rover war sich nicht sicher, ob sich für dieses Auto überhaupt Käufer finden würden, doch schon auf der Motor Show in Amsterdam wurden mehr Autos bestellt, als sich selbst die größten Optimisten im Vorstand vorstellen konnten. Land Rover führte Rover aus der Krise.

Der Series I hatte einen Radstand von 80" und einen 1,6 l-Ottomotor. Charakteristisch waren die Scheinwerfer, die zunächst 5" groß waren und hinter dem Kühlergrill lagen ("lights behind the grill"). Als nächstes wurden 7"-Scheinwerfer eingesetzt, die ihr Licht durch runde Löcher durch den Kühlergrill warfen ("lights through the grill"). Schließlich spendierte man dem Series I 7"-Lampen, die den Grill nicht mehr berührten. Auch Motor und Radstand vergrößerten sich auf 2 l bzw. 88" bzw. einen 109" Pick-up. Auch eine Version mit Dieselmotor wurde eingeführt. Als ursprünglich landwirtschaftliches Fahrzeug konnte man an fünf Stellen externe Geräte anschließen, die über Nebenabtriebe (Zapfwellen) am Antriebsstrang angetrieben wurden.

Series II und II A (1958–1971) sowie Series III (1971–1984)

Zu Beginn der Serie II wurden noch Teile der Serie I, wie der 2l Motor, verbaut. Änderungen gegenüber der 1. Serie betrafen die Karosserie, die höher, breiter und runder wurde, neue Türscharniere, schlankere Bleche für die Schweller sowie natürlich neue Motoren mit mehr Leistung und Hubraum.

Das manuelle Schaltgetriebe war teil-synchronisiert. 1. und 2. Gang waren unsynchronisiert, während 3. und 4. Gang dank Synchronisierringe im Getriebe synchronisiert waren. Ab der Series IIa wurde auch ein synchronisiertes Getriebe angeboten. Ab 1968 wurden zudem die Scheinwerfer im Kotflügel verbaut und nicht mehr direkt neben dem Grill.

Die 3. Serie unterschied sich im Äußeren nicht wesentlich. Die dritte Serie wurde bei gegenüber den Serien II und IIa unveränderten Außenmaßen auch in zwei Achsabständen angeboten: der High Capacity Pickup (HCPU), der ein 25 % größeres Ladevolumen als ein normaler Pick-up aufwies. Die weiteren Änderungen betrafen vor allem das Interieur, das serienmäßig vollsynchronisierte Getriebe und natürlich neue Diesel- und Benzinmotoren.

Defender

Nachfolger der Land Rover Series war der Land Rover Defender, der natürlich auch von Königin Elisabeth II. benutzt wurde. Zunächst hießen die Modellvarianten One Ten (110) bzw. Ninety (90); die Zahlen haben den Radstand in Zoll an. Durch die Einführung des Range Rovers und des Discovery wurde es aus Sicht der Markenpflege erforderlich, auch der Land-Rover-Serie einen klingenden Namen zu verpassen. So einigte man sich zu Beginn der 1990er Jahre auf die Bezeichnung Defender für die Weiterentwicklung der klassischen Land Rovers Serie.

Da der Defender modular aufgebaut ist, kann z. B. das Dach mit relativ geringem Aufwand entfernt werden. Die Grundvarianten haben drei verschiedene Radstände (90, 110, 130 Zoll) sowie verschiedene Dacharten (geschlossen mit Fenstern – Station-Wagon, geschlossen ohne Fenster – Hardtop und mit Plane – Softtop). Sie alle teilen sich das gleiche Karosserieunterteil.

Ein Koloss auf Rädern, im besten Wortsinn, ja, das ist er, der Defender. Durch seinen stabilen Kastenrahmen bringt er es auf ein Leergewicht von 1,8 Tonnen. Und das, obwohl die Karosserie aus Aluminiumblech gefertigt ist. Das hohe Gewicht und der enorme Luftwiderstand begrenzen natürlich die Maximalgeschwindigkeit. So wuchtet der 300Tdi-Motor den Koloss auf gerade mal 129 km/h Spitze und mit dem Td5 schafft er 138 km/h. Überraschend moderat für die Abmessungen ist dagegen der Verbrauch, der mit 10–11 l Diesel/100 km angegeben wird.

Ausgezeichnet sind aber seine Geländeeigenschaften. Kurze Übersetzung, hohe Achsverschränkung, eine Wattiefe von 50 cm, ein sperrbares Mitteldifferential und der permanente Allradantrieb bringen Möglichkeiten zur Erkundung von Landschaften, die man sonst nur zu Fuß bzw. mit Pferd oder Esel bereisen könnte.

Ein bemerkenswertes Detail ist die Handbremse des Defenders, die nicht auf die Räder, sondern direkt auf die Kardanwelle der Hinterachse greift.

Range Rover

Am 17. Juni 1970, Land Rover gehörte damals zu British Leyland, wurde das Luxusmodell Range Rover vorgestellt. Es war dies ein Geländewagen mit luxuriöser Ausstattung, permanentem Allradantrieb und Schraubenfedern. Dadurch wurde nicht nur der Markt erweitert, sondern nachhaltig das Image der Firma verbessert und verändert. Der Range Rover kann als Urvater der Sport Utility Vehicles (SUV) angesehen werden, ist aber im Gegensatz zu den meisten Fahrzeugen dieser Klasse wirklich – eben ganz Land Rover – geländetauglich; so war es auch ein Range Rover, der 1979 die erste Auflage der Rallye Paris-Dakar gewinnen konnte. In jüngster Zeit werden sowohl der Evoque als auch der Sport und der Velar ebenfalls als Range Rover bezeichnet.

Discovery

Von der Modellpolitik her gab es im mittleren Preisniveau eine Lücke zwischen Land- und Stadtadel, also dem rustikal daherkommenden Defender und dem Range Rover mit seinem Luxusanspruch. Diese Lücke galt es aus Sicht von Land Rover zu schließen und so wurde im Oktober 1989 der Discovery vorgestellt. Im Laufe seines Produktlebens wurde der Discovery immer höherwertiger ausgestattet, z. B. mit Airbags, Automatikgetriebe, ABS, Luftfedern hinten sowie allen möglichen elektronischen Fahrhilfen. Dies alles machte das Modell schließlich zu einem hochpreisigen Premiumprodukt.

Freelander

Von 1998 bis 2014 wurde der Freelander angeboten, ein SUV, der im Gegensatz zum Discovery und dem Defender kein vollwertiger Geländewagen ist. Die Entwicklung wurde in der BMW-Zeit durchgeführt. Der Freelander, der zwei Auflagen erreichte, wurde vom Land Rover Discovery Sport abgelöst.

Range Rover Sport

2005 wurde der Range Rover Sport eingeführt. Wie auch der Discovery verfügt er über das Terrain-Response-System, das die Anpassung des Allradantriebs an verschiedenste Beschaffenheiten des Untergrundes mittels Drehschalter ermöglicht. Außerdem verfügt er über eine serienmäßige Luftfederung. Die Bezeichnung "Sport" dient der Verdeutlichung seines dynamischeren Fahrverhaltens. Bei gleicher Motorleistung wie beim Range Rover wird das vor allem durch die geringeren Abmessungen und daher einem niedrigeren Gewicht ermöglicht.

Beim Facelift im Sommer 2010 wurden die Heckleuchten und Scheinwerfer geändert, was auch modifizierte Schweller mit sich brachte. Im Juli 2011 wurde der Motor überarbeitet, der nun 211 Pferde im Stall hat. Wem das nicht reicht, kann noch zum SDV6 mit 256 PS greifen.

Land Rover Defender Works V8

Anlässlich des 70. Geburtstags brachte Land Rover 2018 den Land Rover Defender Works V8 auf den Markt. Es ist dies eine auf 150 Stück limitierte Sonderedition des Defender 90 bzw. 110, die über einen 5 l-V8 Ottomotor mit 405 PS verfügt. Damit die Hufe der Pferde auch ordentlich am Asphalt kleben, wurde ihm ein Sportfahrwerk mit modifizierten Federn, Stabilisatoren und Stoßdämpfern gegönnt. Der Wagen erreicht die 100 km/h in unfassbaren 5,6 Sekunden. Zum schlanken Preis von 150.000 Pfund war man dabei und durfte sich über dieses ganz besondere Auto freuen und die Nachbarn vor Neid erblassen lassen.

Motoren ab dem Defender

Mitte der 1990er-Jahre entstand die Baureihe 300 Tdi mit 113 PS. Es war die die Weiterentwicklung aus der aus der 200er-Reihe. In der Zeit, als Land Rover zu BMW gehörte, wurde der Td5, ein 5-Zylinder-Diesel mit P/D-System (Pumpe-Düse-System oder Unit Injector System) eingeführt. Er erbrachte eine Leistung von 122 PS. Der Motor entstammte noch einer Rover-Baureihe, die ursprünglich aus 4-, 5- und 6-Zylindermotoren bestehen sollte, aber von BMW auf die 5-Zylindervariante reduziert wurde.

2000 wurde Land Rover von Ford übernommen und der Defender erhielt in Folge eine Überarbeitung. Im Frühjahr 2007 wurde eine neue Defender-Reihe auf den Markt gebracht. Neben äußerlichen Änderungen wie dem Wegfall der unter der Windschutzscheibe angebrachten Lüftungsklappen und einer neuen Motorhaubenauswölbung, wurden auch das Cockpit und die Sitze verändert. Natürlich gab es auch unter der Haube mit einem neuen Motor und einem 6-Ganggetriebe Neuigkeiten. Bei der letzten Modellgeneration wurde ein vom Ford Transit bekannter Vierzylinder-Dieselmotor eingebaut.

Ab dem Modelljahr 2012 konnte man den Defender in Deutschland nur mehr mit einem 2,2 l Dieselmotor erwerben, da der 2007er 2,4 l Turbodiesel die Euro-5 Norm nicht erfüllte.

Umfassende Einsatzbereiche

Der Land Rover war – wie sein Name schon sagt – ursprünglich als Fahrzeug für die Nutzung in der Landwirtschaft konzipiert. Aber seine Fahreigenschaften bewährten sich auch auf Expeditionen – man denke an Daktari – und so war der Sprung zu einer Militärversion nicht mehr weit. Seit 1956 ist er das Standardfahrzeug der britischen Armee. Auch Zivilschutzorganisationen nutzen ihn als Gerätewagen für Feuerwehren, Kleinlöschfahrzeug für die Vegetationsbrandbekämpfung, Vorausrüstwagen, Offroad-Rettungswagen oder für die Bergrettung.

Unkaputtbar

Der Land Rover scheint im besten Wortsinn unkaputtbar zu sein. Laut Firmenangaben sind 75 % aller jemals ausgelieferten Land Rover auch heute noch im Einsatz und selbst für die erste Serie gibt es noch Ersatzteile zu kaufen.

Das Ende?

68 Jahre nach dem ersten wurde am 29. Januar 2016 die Produktion des Land Rover Defenders eingestellt. Land Rover spendierte zum Abschied drei Sondermodelle: die Autobiography Edition, die Adventure Edition und die Heritage Edition. Insgesamt verließen 2 Millionen Landys die Produktionshalle. Aber es kommt manchmal anders, als man denkt und so wurde im Frühjahr 2019 die Neuauflage des Defender angekündigt. Er weist dabei erhebliche Unterschiede zur bisherigen Konstruktion auf. So verfügt er nicht mehr über Leiterrahmen und Starrachsen, sondern über ein Monocoque aus Aluminium und Einzelradaufhängung. Der Verkauf des neuen Defenders startet 2020.

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