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Jaguar – die Raubkatze in British Racing Green

Eine schwarze Raubkatze, die in der Vorstellung immer in British Racing Green daherkommt und mit seidigen Pfoten über den Asphalt schnurrt. Das ist der Jaguar, wie man ihn im Hinterkopf hat.

Ein ganz besonderes Auto, nicht umsonst auch Hoflieferant des britischen Königshauses – und das schon seit 1951 – sondern auch der einzige Autobauer, der alle drei Royal Warrants, das königliche Wappen der Queen, sowie jene Ihres Gatten Philip, des Duke of Edinburgh und des Thronfolgers Charles, Prince of Wales, tragen darf.

Ehre wem Ehre gebührt. Und zu allem Überdruss hat diese edle Automarke noch eine Geschichte, die es in sich hat, in deren Lauf es Design und Technik der Autobranche nachhaltig prägte.

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      Swallow Sidecars und die Schwalbe

      In Blackpool in Lancashire, North West England gründeten 1922 die beiden Williams, nämlich Lyons und Walmsley, die Swallow Sidecars. Sie beschäftigten sich noch nicht mit Autos, sondern mit Beiwagen-Motorrädern. Kennzeichen schon damals: eine unerhört schnittige Linienführung.

      Nachdem 1926 mit der Reparatur von Karosserien begonnen wurde, wagte man 1927 erstmals den Bau eigener Karosserien auf Basis des Austin Seven oder auch von Morris, Standard und Wolseley Chassis. Nach dem Umzug nach Foleshill im Norden Coventrys kam es ein Jahr später zum nächsten und entscheidenden Schritt: die Produktion von Chassis für die Standard Motor Company.

      Das erste eigene Auto wurde 1931 vorgestellt und zeichnete sich durch ein niedriges, weiterhin bei Standard montierten, Chassis aus. Da man sich nicht einigen konnte, ob dieses Auto Standard Swallow oder Swallow Standard heißen sollte, traf man einen britischen Kompromiss: Er hieß fortan SS, vor allem Modelle der Anfangszeit wurde auch mit S.S. oder S/S beschriftet. Das diese Bezeichnung gerade für Deutsche problematisch ist, liegt auf der Hand.

      Auf den Sechszylinder SS 1 und den Vierzylinder SS 2 folgte 1935 der 2-Sitzer-Sportwagen SS 90, der auf dem SS 1 basierte. Ebenfalls 1935 wurde die erste viertürige Limousine präsentiert, dessen Motor mit OHV (hängenden Ventilen) ausgestattet wurde und damit eine Leistung von über 100 PS erreichte. Wiederum gab es eine 4- und eine 6-Zylinderversion. Letztere erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 160 km/h oder 100 mph, weshalb sie die Modellbezeichnung SS 100 erhielt.

      Im Vergleich mit ähnlichen Autos von Bentley oder Alvis waren die SS-Modelle wesentlich günstiger, weshalb Swallow schnell den Ruf als Hersteller betont flacher Autos mit langen Hauben und vor allem günstigen Preis errang. Die Engländer griffen begeistert zu. Es musste also ein anderer Name her, denn Swallow, also Schwalbe und Sportwagen, das passt irgendwie nicht zusammen. Eine Raubkatze sollte es sein und so fiel die Wahl auf Jaguar, weil Löwe und Tiger schon vergeben waren.

      Endlich: Jaguar

      So kam es, dass 1935 in London der erste Jaguar, der SS Jaguar 3.5 das Licht der Welt und die Bühne der Motorgeschichte betrat. Er war in seinen Formen üppig bemessen und konnte es stilistisch mit den teuren Wagen aufnehmen. Bei der Präsentation taxierten die Besucher den Verkaufspreis auf 650 Pfund, doch Lyons verkaufte ihn für unfassbare 385 Pfund. Dieser Ur-Jaguar ist das Vorbild für viele Generationen der schwarzen Katzen, die die Straßen der Welt in den kommenden Jahrzehnten befahren und die Herzen der Betrachter und Fahrer erfreuen sollten.

      Aus naheliegenden Gründen strichen die Briten 1945 das SS aus dem Namen und die Autos heißen seither nur mehr Jaguar. 1948 wurde auf der Motor Show in London der Jaguar XK 120 vorgestellt. Der zweisitzige Roadster zeichnet sich durch eine – Jaguar typische – atemberaubende Linienführung, ausgezeichnete Fahrleistungen und technische Innovation aus: Der Motor verfügte über zwei obenliegenden Nockenwellen (DOHC) und halbkugelförmige Brennräume, die 160 PS aus dem Motor kitzelten und das Gefährt auf 200 km/h beschleunigten. Die Vorkriegslimousinen und das ebenfalls 1937 eingeführte Coupé Drophead wurden noch weiter gebaut und als Mark V einer Revision unterworfen. Die Produktion dieser Reihe lief 1951 aus.

      Jaguar XK 120

      1950 kam der Mark VII auf den Markt, die Nummer VI hatte man ausgelassen, weil es einen Bentley Mk VI schon gab, der 1954 zum leistungsstärkeren Mark VII M weiterentwickelt wurde, der wiederum 1956 die Rallye Monte Carlo gewinnen konnte. Er war purer Luxus und in allen Dingen spektakulär und mit einer Spitzengeschwindigkeit von 170 km/h die schnellste Limousine seiner Zeit in Europa. Das ganze Paket gab es zum Sensationspreis von 988 Pfund. Und noch etwas stach hervor: Auch die Queen Mum schätzte das Auto und ließ sich von 1955 bis 1973 in ihrem Mk VII M gerne durchs Königreich chauffieren. Ebenfalls 1954 wurde der XK 120 zum XK 140 weiterentwickelt, der eine Zahnstangenlenkung und ein leistungsstärkeres Triebwerk aufwies.

      Lyons, 1956 in den Ritterstand aufgenommen, brachte im gleichen Jahr den Mark VIII auf den Markt. Es ist dies ein 4 Gang Hecktriebler mit Sechszylinder-Reihenmotor, der aus 3.442 ccm 210 Raubkatzen, nein, Pferde, auf den Asphalt schickt und die luxuriöse 1,7 t Limousine auf immerhin 180 km/h beschleunigt. 1957 erschien noch der XK 150 mit serienmäßig verbauten Dunlop-Scheibenbremsen, die auch im 1958 präsentierten 3,8 Liter Mark IX zum Einsatz kamen.

      Daimler

      Lyons nutzte 1960 die Gelegenheit und kauft der Birmingham Small Arms Company am 29. Mai die Daimler Motor Company ab. Daimler war bis Mitte der 1950er Jahre der bevorzugte Fahrzeughersteller des britischen Königshauses. Jaguar nutzte bis 1992 den Namen Daimler für große Chauffeurs- und Luxuslimousinen. Die Daimler Motor Company hatte aber nichts mit der deutschen Daimler gemein, außer dass der Gründer des englischen Unternehmens 1891 von Gottlieb Daimler die Lizenz für die Produktion des schnelllaufenden Verbrennungsmotors erwarb.

      Jaguar E-Type

      Auf dem Genfer Autosalon 1961 wurde der E-Type präsentiert. Die Karosserie war bis zur Motorraumrückwand selbsttragend ausgeführt, unter der Motorhaube befindet sich jedoch ein Rohrrahmen. Ungewöhnlich für die Zeit war die Einzelradaufhängung hinten mit den doppelten Querlenkern. Mit dem Mark X, der eine rein selbsttragende Karosserie aufwies, endete im Herbst 1961 die Epoche der getrennten Jaguar Chassis.

      Die Grundform des E-Type und das Styling des Mark X waren bis über die Jahrtausendwende hinaus wegweisend und tonangebend für des Design der Jaguars. 1996 nimmt das New Yorker "Museum of Modern Art" ein E-TYPE Cabrio in seine Dauerausstellung auf und unterstreicht somit seine Funktion als Ikone der Automobilwelt.

      1963 stößt noch der S-Type hinzu, der die Modellpaletten-Lücke zwischen dem 1959 eingeführten Mark 2 und dem Mark X schließen sollte und in der oberen Mittelklasse angesiedelt war.

      Jaguar XJ bis Jaguar F-Space

      Der 1968 eingeführte XJ 6 war seinen Vorgängern technisch und optisch äußerst ähnlich. Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, wurde er in England zum "Auto des Jahres" gekürt. Dieser letzte noch von William Lyons entworfene Wagen gilt als zeitlose Luxuswagen-Skulptur

      1971 brachte Jaguar den E-Type mit V12 Motor und zwei obenliegenden Nockenwellen heraus. Statt einer Einspritzanlage wurden vier Stromberg Vergaser verbaut. Der Motor wurde auch im 1972 vorgestellten XJ 12 eingesetzt, der ersten viertürigen Limousine mit zwölf Zylindern nach dem 2. Weltkrieg.

      Hat man einen Jaguar vor Augen, denkt man wahrscheinlich an das XJ-Coupé, das Designer unisono als eines der schönsten je gebauten Autos bezeichnen. Leider wurde dieses Schmuckstück und Repräsentant britischer Opulenz nur zwei Jahre, von 1975–77, gebaut.

      Ende der 1970er Jahre brach der Absatz fast vollständig ein; 1980 erblickten nur mehr rund 13.000 schwarze Katzen das Licht der Welt. Qualitätsverbesserungen und vor allem ein Entwicklungssprung beim V12 Motor wirkten aber wunder und die Krallen des Jaguars wurden wieder geschärft. Das Geheimnis dieses Motors, der überraschend sparsam war, war das hohe Verdichtungsverhältnis (12,5:1). Erreicht wurde es durch die Verwirbelung des Gemischs im Fireball-Brennraum, den Michael May entwickelt hatte.

      Neben der Einführung dieses Motors wurde auch das Äußere des Wagens einer umfassenden Überarbeitung unterzogen. Das Ergebnis war ein weniger plumper, aber dafür umso eleganter und luxuriös aussehen Wagen, der nun endlich den schon immer hohen Preis rechtfertigte.

      Nach der Übernahme durch Ford im Jahre 1989 dümpelte Jaguar bis Mitte der 1990er in der Verlustzone herum. Eine Modelloffensive mit den Limousinen XJ6/XJ12/XJR, der X 300 Reihe und dem XK 8 brachte die Engländer wieder in die Gewinnzone zurück.

      Die 2003 eingeführte Baureihe X 350 des XJ brachte Jaguar auch wieder zurück ins technologische Spitzenfeld. Der XJ war eine Vollaluminium-Konstruktion, die fast ohne die üblichen Strangpressprofile auskam. Dies und die 2004 erfolgte Einführung von Dieselmotoren im Kombi X-Type Estate verbesserten die Absatzzahlen von Jaguar nachhaltig.

      2015 erfolgte der nächste Sprung in ein anderes Segment. Auf der Detroit Auto Show wurde der Jaguar F-Pace vorgestellt, der erste SUV der Briten. Um sich von der Range-Rover-Palette abzugrenzen, wird der F-Pace als sportliche Ausrichtung als Crossover-SUV der Marke Jaguar platziert. 2016 bewirkte er eine Steigerung der Gesamtverkäufe um 77 Prozent.

      Zäsuren der Geschichte

      Zu einer ersten Zäsur in der Unternehmensgeschichte kommt es 1966, als Jaguar mit der BMC (British Motor Corporation mit ihren Marken wie z. B. Austin, MG und Morris) zur BMH (British Motor Holdings) und 1968 mit Leyland (Rover und Triumph) zur BLMC (British Leyland Motor Corporation) fusioniert. Später wurde dieses "Produkt der Konsolidierung der britischen Autoindustrie" nur mehr kurz British Leyland genannt.

      Mitte der 1970er Jahre sorgten rückläufige Absatzzahlen, Missmanagement, schlechte Verarbeitung und ein belastetes Verhältnis zu den Gewerkschaften für eine Krise der BLMC. Zu allem Überfluss waren die Finanzen auch nicht mehr in Ordnung und das Unternehmen musste verstaatlicht werden.

      Nachdem Honda mit 20 % eingestiegen ist, kommt es 1982 zur Gründung der ARG (Austin Rover Group), in der die meisten British Leyland Marken geführt wurden. Nicht jedoch Jaguar und Daimler, deren Weiterführung in der Jaguar Car Holdings erfolgte. Durch eine Börseplatzierung erlangte die Gruppe schließlich im August 1984 wieder die Unabhängigkeit.

      Mit der Unabhängigkeit war es dann Ende 1989 wieder zu Ende, als die Ford Motor Company Jaguar übernahm. 1998 fasste Ford Jaguar, Aston Martin und Lincoln zur PAG (Premier Automotive Group) zusammen. Ford gliederte aber Lincoln schon bald wieder aus der PAG aus. Stattdessen stießen 1999 noch Volvo und 2000 Rover zur PAG.

      Anfang 2007 verkaufte die PAG die Marke Aston Martin und in der ersten Jahreshälfte des gleichen Jahres wurden auch die Marken Jaguar und Land Rover an die indische Tata verkauft, die damit auch die Markenrechte an Daimler, Lanchester und Rover erwarb. Heute ist Jaguar Land Rover eine Tochter der Tata Motors aus Mumbai.

      Was macht Jaguar aus

      Vor allem zwei Aspekte sind es, die Jaguar ausmachen: Design und technische Pionierleistungen.

      Jaguar Design

      Stilsicherer britischer Geschmack und ebensolches Design ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. So war der 1948 vorgestellte XK 120 ein Schock für die Konkurrenz, denn er veränderte für immer die Vorstellungen, wie ein Sportwagen aussehen sollte. Nicht nur das Design, auch der XK-Doppelnockenwellen-Motor sorgten für angstvolle Gesichter beim Mitbewerb.

      Von vielen Autohistorikern wird der E-TYPE von 1961 noch heute als einer der aufregendsten Sportwagen bewertet.

      Und natürlich ist in diesem Abschnitt der XJ von 1968 zu nennen, eine zeitlose Ikone des Luxuswagensegments und – wie erwähnt – der letzte Entwurf aus der Feder des Gründers Sir William Lyons.

      Auch in jüngerer Zeit imponiert die Designabteilung der Briten. So konnte der XF kurz nach seiner Premiere 2007 zahlreiche Designpreise gewinnen. Selbstverständlich gilt das auch für den F-TYPE, dem 2013 der Titel "World Car Design of the Year" verliehen wurde.

      Technologische Pionierleistungen – von der Scheibenbremse bis zur Alu-Karosse

      Design ist das eine. Technische Pionierleistungen das andere. Beides ist gut, die Summe daraus aber weit mehr als die Einzelteile. Und die ideale Verschmelzung beider Aspekte hat ganz klar einen Namen: Jaguar. Die Ingenieure aus Coventry waren die ersten, die auf Scheibenbremsen setzten. Sie wurden erstmals 1953 in Le Mans eingesetzt und im 210 PS starken XK sorgten sie erstmals serienmäßig dafür, dass die Kraft auch beherrschbar blieb.

      1999 war es Jaguar, der als erster Hersteller ACC (adaptive Geschwindigkeitsregelung) anbot. Der 2002 vorgestellte XJ war das weltweit erste Modell mit selbsttragender Aluminiumkarosserie. Und im neuen XE setzt Jaguar ein Laser-Head up-Display ein. Dessen großer Vorteil sind gestochen scharfe Grafiken und das alles bei nur 2/3 des Gewichts eines LED-Displays.

      Ganz Jaguar eben: Bald 100 Jahre alt und doch noch so umtriebig, innovativ und schön wie zur Zeit der Schwalbe.

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