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Britische Etikette

Britische Etikette

Britische Etikette - die geheimen Gesetze Großbritanniens

Do''s und Don''ts - Britische Etikette'

Geografisch gehört ganz Großbritannien schon seit jeher zum Kontinent Europa. Halb scherzhaft wird dieser Fakt von manchen Briten jedoch sogar mitunter angezweifelt. Politisch scheint die Frage angesichts der bezüglich des „Brexit“ gespaltenen Bevölkerung aktuell nicht eindeutig. Kulturell unterscheidet sich die für manche ausgefallenen und kuriosen Regeln bekannte britische Etikette jedoch teils deutlich von derjenigen auf dem europäischen Festland.

Wird man in Deutschland mit aus hiesiger Sicht eher ungewöhnlichen britischen Eigenheiten konfrontiert, fallen diese einem vielleicht gar nicht ohne Weiteres auf. Beim Betreten Britanniens präsentieren sich dem nicht vorweg informierten Besucher allerdings eine ganze Reihe primär unverständlicher Regeln. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich diese aber doch als teils durchaus sinnvolle Richtlinien für das gegenseitige Für- und Miteinander.

Linksverkehr, Schlange stehen und Selbstbedienung im Pub: Die einfachen Regeln

Schon so mancher ausländische Tourist musste bei unaufmerksamen Spaziergängen in Manchester, London oder Glasgow plötzlich einen schnell Schritt zu Seite machen, weil er oder sie sträflicherweise nicht mehr daran dachte, dass Autos in Großbritannien auf der vermeintlich „falschen“ Spur fahren. Im Allgemeinen sind Briten auch im Straßenverkehr recht höflich und nehmen Rücksicht auf solch versehentliches Verhalten.

Im Hinblick auf die eigene körperliche Unversehrtheit sollten Urlauber in England, Wales, Schottland und Nordirland aber natürlich jederzeit auf den Linksverkehr achten. Geradezu untrennbar mit der britischen DNA verbunden erscheint auch der bei jeglichem kollektiven Anlass mit zu erwartender Wartezeit beobachtbare Brauch des diszipliniert, geordnet und geduldig in der Schlange Stehens. Sei es an der Bushaltestelle oder in einer Bank, im Supermarkt oder vorm Stadion: Der Brite bzw. die Britin wartet, bis er/sie an der Reihe ist, und erwartet dies auch von Menschen aus anderen Kulturen. Gleiches gilt für den selbstständigen Gang zum Tresen im Pub, um sich dort sein „Pint“ persönlich abzuholen.

Please, pardon, excuse me, sorry, thank you: Die rituellen Formeln der Höflichkeit

Briten sind global vor allem auch für ihre nahezu zeremoniell fixierte und stets gepflegte Form der Höflichkeit in der Öffentlichkeit bekannt. Anders als etwa in den USA fragt man in Großbritannien lieber vorsichtig und zurückhaltend nach einem Gefallen, einem Produkt oder einer Dienstleistung („may I have?“), statt etwas bestimmt und lautstark zu verlangen („can I get?“). Ein gut vernehmbares und freundliches Danke („Thank you“), das je nach Alter und Position des Gegenübers auch mit „Sir“ bzw. „Lady“ ergänzt werden kann, gehört ebenso selbstverständlich zum guten Ton.

Auch erste Begrüßungen unter sich noch mehr oder weniger Fremden gehorchen einem relativ festgesetzten Schema. „Hello“, How do you do?“ (Wie geht es Dir/Ihnen?) und ein kurzer „Handshake“ (Handschlag) sind hier die üblichen Mittel der Wahl. Sich gegenseitig wie etwa in Spanien, Italien und Frankreich auf die Wangen zu küssen, wird in Großbritannien generell als übertrieben, aufdringlich oder sogar zwanghaft intim empfunden.

Ein Bayer ist kein Friese, ein Schotte kein Engländer: regionale Befindlichkeiten

Großbritannien ist anders als die Bundesrepublik kein föderaler Staat, sondern vielmehr ein „Vereinigtes Königreich“ (United Kingdom) der offiziell und nominell gleichberechtigten Länder England und Wales sowie Schottland und Nordirland. Dieser Umstand birgt gleich drei potenzielle „Fettnäpfchen“ für Besucher von außerhalb mit sich: Die Monarchie samt der einzelnen Mitglieder der königlichen Familie sowie die teils ausgeprägten, wenn auch gerne und oft humoristisch verpackten Animositäten zwischen den britischen „Stämmen“.

Zwar gibt es in Großbritannien sowohl überzeugte konservative Royalisten als auch viele fortschrittlich gesinnte Republikaner. Ausländer sollten sich mit vorschneller Kritik an der aktuellen britischen Staatsform und deren vielleicht manchmal etwas bizarr auftretenden Repräsentanten jedoch grundsätzlich zurückhalten. Genauso für unangenehme Pausen in Gesprächen und Unbehagen bei Gastgebern in Großbritannien können unzulässige und unzutreffende Verallgemeinerungen bezüglich nationaler Eigenschaften aller Briten führen. In der Tat definieren sich viele Inselbewohner speziell in ländlichen und/oder weit von London entfernt liegenden Gegenden eher regional und legen Wert auf ihre entsprechend vom „Mainstream“ abweichenden Identitäten und Traditionen.

Briten lieben Dialekte und hintergründige Wortspiele, achten aber auf Authentizität

Eng verwandt mit diesem in Großbritannien häufig anzutreffenden und bemerkbaren Stolz auf eine bestimmte regionale Herkunft ist auch die gewissenhafte Pflege von teilweise für Ausländer nur schwer bis nicht verständlichen Dialekten und „Slangs“. Das berühmteste Beispiel dürfte der aus dem einst armen Arbeiterbezirk „East End“ in London stammende „Cockney“ sein, dessen mitunter absurde und sehr fantasievolle Wortspiele übrigens auch viele Briten nur schwer nachvollziehen können.

Nichtsdestotrotz schätzt man es im traditionell eher reservierten und Fremden gegenüber zurückhaltenden Großbritannien nur wenig, wenn sich ausländische Besucher mit der inflationären Verwendung von Begriffen wie etwa „mate“ (Kumpel) oder „bloody“ (blutig/verdammt) bei Einheimischen versuchen, über Gebühr anzubiedern. Wer der englischen Sprache nicht annähernd perfekt mächtig ist, sollte also bei der Verwendung von seltenen und zweideutigen Slangausdrücken ein gewisses Maß an Vorsicht walten lassen, um sich selbst nicht lächerlich zu machen und auch seinen Gesprächspartner nicht allzu sehr zu beschämen.

Deftig und kräftig, raffiniert, elegant und exotisch: die Facetten britischer Küche

Einem bekannten Witz zufolge sind die Titel der drei dünnsten Bücher der Welt „Deutscher Humor“, „Italienische Heldensagen“ und „Britische Küche“. Diese satirische Überspitzung, der zufolge die Deutschen immer ernsthaft sind und selten lachen, Italiener nicht gerade mit außerordentlichem Mut glänzen und es um die Kochkunst in Großbritannien nicht gut bestellt ist, mag vielleicht durchaus den ebenso berühmten britischen Humor, nicht aber die kulinarischen Tatsachen treffen. In Wirklichkeit weist die aktuelle britische Küche eine erstaunliche Vielfalt an interessanten und neuartigen Köstlichkeiten aller Art auf, die sie nicht zuletzt den zahlreichen bereichernden Einflüssen von Einwanderern aus aller Herren Länder zu verdanken hat.

Dabei tauchte etwa der heute fast überall erhältliche „Curry“ überraschenderweise bereits 1773 auf einer Speisekarte in Großbritannien auf. Das erste indische Restaurant öffnete im Jahr 1809 seine Pforten. Vermeintlich britische Klassiker wie „Fish and chips“ und der salzige Brotaufstrich „Marmite“ sind hingegen erst seit den 1860er Jahren bzw. ab der Jahrhundertwende 1900 bekannt. Man sollte britische Köche und Feinschmecker also nicht unnötig mit launigen Bemerkungen über ihre angeblich zu einfache und einfallslose Landesküche provozieren.

Den genialen britischen Humor nimmt man am besten leicht und nicht ganz für voll

Britischer Humor ist dunkel bis schwarz, sarkastisch, tendenziell böse und genau dadurch legendär. Es gibt im Alltagsleben in Großbritannien fast nichts und niemanden, worüber sich nicht mehr oder weniger geschickt lustig gemacht wird. Analog zur weiter oben bereits erwähnten Liebe zu Wortspielen erfolgt der Spott über alles und jeden aber in der Regel sehr raffiniert, subtil und hintergründig. Herabsetzungen, milde Beleidigungen und Scherze über andere werden meist nahezu unerkennbar und sprachlich charmant verpackt. Auch sich selber schonen viele Briten nicht, wenn es darum geht, in geselliger Runde einen gut gelungenen Lacher zu erzeugen.

Der Schlüssel zum Verständnis des spezifisch britischen Humors ist hierbei vor allem die Fähigkeit sich selber nicht zu ernst zu nehmen, spaßige Attacken nicht als böse gemeinte Angriffe auf die eigene Integrität zu werten und einen Witz, auch wenn er u.U. persönliche Ansichten und Überzeugungen karikiert, auf keinen Fall als verletzende Beleidigung aufzufassen. Gerade deutsche Urlauber sollten deshalb nachsichtig sein und mitlachen, wenn in Großbritannien häufig die bis heute populären Witze über das Dritte Reich, die Nazis und Hitler erzählt werden. In gewisser Weise dient der britische Humor auch als Ventil für die sonst bei zahlreichen Anlässen geltende, eher strenge und formelle Etikette.

Tee, Wetter und Fußball: Diese britischen „Heiligtümer“ können heikel werden

Bekanntlich wurde der charakteristische und für den Rest der Welt geradezu ausufernde britische Teekonsum schon in den Asterixheften derart dargestellt, dass sogar militärische Schlachten für den „Five-o-clock-tea“ unterbrochen werden. Tatsächlich trinken viele Briten nicht nur nachmittags, sondern den ganzen Tag über gerne Tee. Der gemeinsame Genuss des aromatischen Heißgetränks gilt als förderlich für den familiären und freundschaftlichen Zusammenhalt. Sollte Ihnen also in Großbritannien im privaten Rahmen eine Tasse Tee angeboten werden, wäre es recht unhöflich, diese Einladung auszuschlagen. Kritik an dem britischen „Lebenselixier“ könnte sogar als Affront gegenüber den Gastgebern verstanden werden.

Auch über das leider wahrlich nur selten sonnige, sondern häufig eher kühle und regnerische britische Wetter sollten Sie gegenüber ihren britischen Gesprächspartnern nur wohldosierte Spitzen anbringen. Zwar reden vielen Briten leidenschaftlich gerne über das Wetter auf ihrer Insel, wissen aber insgeheim ganz genau, dass anderswo vielerorts mehr Sonne scheint und angenehmere Temperaturen herrschen. Noch mehr Vorsicht empfiehlt sich generell beim Thema Fußball und speziell bei der Beurteilung der Leistungen der Nationalmannschaft „Three Lions“. Viele Briten schmerzt es nämlich außerordentlich, dass das „Mutterland des Fußballs“ bislang nur einen einzigen Weltmeisterschaftstitel erringen konnte.


Fazit: Do's und Don'ts - Britische Etikette

Der Engländer und seine Essgewohnheiten

Wer das britische Königreich besucht, sollte wissen, dass die Briten genau wie jede andere Nation ihre Eigenheiten haben. Das fängt schon beim Essen an. Das traditionelle Frühstück mit Würstchen, Tomaten, Eier, Bohnen und Orangensaft wird meist nur am Wochenende serviert. Die Briten nehmen Toast und Cornflakes nebst englischen Tee zu sich. Auch auf ein großes Mittagessen sollten sich Besucher nicht einstellen. Der übliche Lunch besteht aus Sandwiches und erst am Abend gibt es eine warme Mahlzeit. Tischmanieren werden groß geschrieben. Der berühmte 5 Uhr Tee wird meist nur noch von der Oberschicht eingenommen. Besucht man einen Pub muss man wissen, dass Gespräche über englische Politik und insbesondere die königliche Familie nicht gern gesehen werden. Die Royals, egal welcher Skandal sie umgibt, sind für Briten ein Tabuthema und als Nichtbrite sollte man keine Wertung abgeben.

Britisches Gesprächsthema Nummer Eins

Besser ist es ein Gespräch über das Wetter zu beginnen. So kommt man am schnellsten mit Briten in Kontakt. Und nicht vergessen: Das Bier muss man sich im Pub selbst holen, bedient wird nicht. Wo immer man im Königreich warten muss, am Bus oder im Geschäft, es wird in einer Schlange angestellt. Drängeln ist verpönt, ebenso laute Unterhaltungen oder auffälliges Benehmen. Wer eine Einladung erhält, sollte nicht die typischen Blumen für die Frau mitbringen. Das Händeschütteln bei der Begrüßung ist eher unüblich. Und auch der bekannte Kuss, wie er gern unter Freunden stattfindet, ist in Grossbritannien nur zwischen Verwandten üblich. Umarmungen und Schulterklopfen praktiziert man unter engen Freunden. Der Brite kleidet sich zudem sehr konservativ und erwartet dies auch von seinen Gästen.

„Please“ und „Thank you“ NIE vergessen!

Die beiden Worte „Please“ und „Thank you“ (bitte, danke) sollten nie vergessen werden, denn Höflichkeit ist für die Briten sehr wichtig. Auch die Begriffe „Excuse me“ und „Sorry“ für „Entschuldigung“ werden wesentlich häufiger benutzt als in anderen Ländern. So entschuldigt man sich gegenseitig z.B. auch bei jemandem, von dem man getreten wurde. Ebenso sind Pünktlichkeit und Geduld von großer Bedeutung. Briten verfügen über einen typisch englischen Humor, den man nicht immer verstehen kann. Bekannt sind sie auch durch ihre skurrilen Veranstaltungen wie Brennessel-Wettessen oder Baumstamm-Weitwurf. Man sollte versuchen mitzulachen, um nicht als unhöflich zu gelten. Der typische Brite zeigt zudem kaum Gefühle. Nicht vergessen darf man, dass in Mile und Inch gemessen wird und im Straßenverkehr links gefahren wird. Zuletzt sei noch erwähnt dass nichts mehr einen Schotten oder Waliser beleidigt, wenn man ihn als Engländer betitelt. Alle wollen als Briten bezeichnet werden.

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