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Plumpudding

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Plumpudding

Der Plumpudding darf zum Weihnachtsfest auf keiner britischen Tafel fehlen.

Die englische Küche steht allgemein nicht in dem Ruf, große Highlights hervorgebracht zu haben. Die Inselküche ist etwas eigen und für den Kontinentaleuropäer ist die Begeisterung, die die Briten vielen ihrer Gerichte entgegenbringen, nur sehr schwer nach zu vollziehen. Das gilt neben vielen anderen englischen Spezialitäten auch für den Plumpudding, oder Christmas Pudding, das traditionell englische Weihnachtsgericht. Ohne Plumpudding wäre Weihnachten für die Briten überall auf der Insel nicht Weihnachten. Dem Besucher aber fällt es im ersten Moment schwer, sich für die Süßspeise zu begeistern, die am ersten Weihnachtsfeiertag auf keinem Tisch fehlen darf – auf den äußersten Hebriden Inseln im Norden von Schottland ebenso wenig, wie auf dem Tisch des einsamen Leuchtturmwärters an der Küste von Südengland. Lesen Sie hier mehr über Weihnachtsbräuche in England.

Der Plumpudding – eine britische Spezialität

In Deutschland kennt man den Plumpudding als Serviettenkloß. Darunter versteht man einen klassischen englischen Pudding, der im Tuch gekocht wird. Dabei darf man sich unter einem Pudding aber nicht die weiche, süße Milchspeise vorstellen, die wir unter diesem Namen hierzulande kennen. In Großbritannien wird das Wort eher für die Form des Gerichts denn für seine Konsistenz verwendet. Ein Pudding kann entweder aus Brot, Gemüse oder Fleisch hergestellt werden und erhält seinen Namen dadurch, dass er in einer Form gekocht wird.

Der Plumpudding, oder Christmas Pudding, ist nur einer von vielen Puddings, die so charakteristisch für die englische Küche sind. Bekannt sind zum Beispiel auch der Yorkshire Pudding (Teig und Roastbeef), der Black Pudding (Blutwurst) und das schottische Haggis (Schafsinnereien). Der Plumpudding wird traditionell aus Rindernierenfett (alternativ pflanzlichem Fett), Trockenobst (vor allem Rosinen) und Nüssen hergestellt.

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Darüber hinaus wird der Masse üblicherweise Alkohol (etwa Rum, Brandy, Portwein, Kirschwasser oder Amaretto, gegebenenfalls auch Guinness oder andere Biersorten) beigemengt, bevor er mit Cognac flambiert und mit Cognacbutter beschmiert wird. Das macht den Plumpudding wahnsinnig reichhaltig und „very, very British“.

Üblicherweise wird der Plumpudding bereits einige Wochen vor Weihnachten (üblicherweise am 1. Advent, am Stir-up Sunday) zubereitet und dann zum Fest im Puddingtuch gekocht. Daher leitet sich auch die deutsche Bezeichnung Serviettenkloß ab. Weil es sich dabei aber um ein kleines Küchenkunststück handelt, verwenden die meisten Briten heute eine Puddingform, um den Christmas Pudding zu kochen.

Zum Essen wird der Pudding dann aus der Form entnommen, mit Brandy oder ähnlichem übergossen und an der Tafel flambiert. Diese Zeremonie macht einen wichtigen Bestandteil des britischen Weihnachtsessens aus. Dazu reichen die Engländer, Schotten und Waliser dann Brandy Butter oder Custard. Wer es weniger aufwendig mag, kann den Plumpudding auch bereits fertig zubereitet kaufen. Der Familienbetrieb Matthew Walker ist heute der größte Hersteller von Puddings in Großbritannien und vertreibt auch den Plumpudding. Dort weiß man: „Die meisten Leute würden sich betrogen fühlen, wenn es zum Nachtisch keinen Pudding gäbe“, erklärte Toni Gill, verantwortlich für die Pressearbeit bei Walker der Süddeutschen Zeitung.

Wie die Tradition des Plumpuddings fortlebt

Die Cognacbutter rundet den traditionellen Plumpudding ab.

Die Briten lieben ihre Traditionen und der Plumpudding ist definitiv eine der wichtigeren, isst man ihn doch schließlich spätestens seit dem 15. Jahrhundert. Damals war er noch kein Weihnachtsessen, sondern einfach ein deftiges Gericht, das als erster Gang gereicht wurde und seinen Namen der Tatsache verdankte, dass ihm Rosinen und andere Trockenfrüchte beigemengt wurden, die im Englischen auch als „plum“ bezeichnet werden. Darin unterschied sich dieser Pudding von den anderen Puddings.

Das Plum pottage, wie die Speise damals genannt wurde, wurde aus zerkleinertem Rindfleisch oder Hammel hergestellt und mit Zwiebeln und den Trockenfrüchten, Brotkrumen, Gewürzen und Wein verfeinert. Schon im 16. Jahrhundert verzichtete man dann beim Plumpudding zunehmend auf das Fleisch und ersetzte es durch pflanzliches Fett. Zu dieser Zeit etwa avancierte er zum Festessen der Bürger Englands, die ihn von da an zu Allerheiligen, Weihnachten und Neujahr servierten. Auch der Hannoveraner König George I. bekam den Christmas Pudding 1717 als Weihnachtessen vorgesetzt, als er sein erstes Weihnachten in England verbrachte und nach einer typisch englischen Speise verlangte.

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Von da an war der Pudding nicht mehr länger das Essen der einfachen Leute, sondern salon- und gesellschaftsfähig. Er durfte nun auf keinem Empfang und auf keiner Feierlichkeit mehr fehlen. Wie tief verwurzelt der Plumpudding in der britischen Kultur ist, sieht man dann zum Beispiel auch daran, dass Charles Dickens ihn zum festen Bestandteil seines Klassikers >Eine Weihnachtsgeschichte machte.

1858 verwendete Anthony Trollope in einer Novelle zum ersten Mal die Bezeichnung Christmas Pudding, die sich sehr schnell allgemein durchsetzte. Und so kam es, dass der Plumpudding heute überall ein fester Bestandteil des britischen Weihnachtsessens ist. Zudem ist es Brauch, eine Silbermünze und andere kleine Gegenstände in den Pudding einzubacken. Jeder Gegenstand hat eine eigene Bedeutung: Wer eine Silbermünze findet, dem schenkt sie Reichtum, wer einen Ring findet, wird bald heiraten, wer einen kleinen Anker findet, der wird gesund und unverletzt von einer Reise heimkehren, und eine Mini-Wünschelrute bringt ihrem Finder Glück. Lange Zeit versammelte sich außerdem die ganze Familie am 1. Advent zum Anrühren des Plumpuddings. verwurzelt ist.

Unser Rezept: Plumpudding selbst zubereiten

Wenn Sie selbst die Weihnachtsgans einmal gegen eine zutiefst britische Festspeise eintauschen wollen, können Sie den Plumpudding entweder bestellen oder sich selbst daran versuchen, sie zuzubereiten. Doch Vorsicht: Der Christmas Pudding ist nichts für Mikrowellenköche. Er erfordert Zeit (ca. 3,5 Stunden), etwas Geschick, Geduld und Liebe. Die Variante, die wir Ihnen hier vorstellen wollen, ist zwar immer noch recht kalorienhaltig, aber dennoch gesünder als der originale Plumpudding, wie man ihn um diese Jahreszeit üblicherweise in Großbritannien serviert bekommt.

Sie benötigen dafür (für 4 Personen):

  • 125 g Sultaninen
  • 50 g Korinthen
  • 65 Backpflaumen
  • 50 g Orangeat
  • 50 g Zitronat
  • 2 EL Rum
  • 1 Apfel
  • 45 g Pflanzenfett
  • 60 g Semmelbrösel
  • 50 g Mehl
  • 35 g Brauner Zucker
  • 2 Eier
  • halbe Zitrone (Saft und fein abgeriebene Schale)
  • 50 g Haselnüsse (gerieben)
  • halber TL Nelke (gemahlen)
  • halber TL Zimt (gemahlen)
  • Prise Muskat
  • Prise Pfeffer

Für die traditionelle Sauce (Cognacbutter) zum Christmas Pudding benötigen Sie außerdem:

  • 60 g Butter
  • 60 g Zucker
  • 2 EL Rum
  • Und zum Flambieren 3 EL Rum (54%)

Weichen Sie zunächst das Trockenobst, die Sultaninen, Korinthen und klein geschnittene Backpflaumen, im Rum ein und lassen Sie das Ganze gut durchziehen, bevor Sie damit weiterarbeiten. Anschließend fügen Sie das Orangeat, das Zitronat und die gewürfelten Äpfel hinzu. Legen Sie ein bisschen von dem Pflanzenfett und den Semmelbröseln beiseite - Sie brauchen es später, um die Backform einzufetten - und mischen Sie dann Flocken vom Pflanzenfett mit den übrigen Zutaten unter die Masse, sodass ein Teig entsteht. Diesen geben Sie nun in die eingefettete und mit Semmelbröseln bestäubte Puddingform und lassen ihn im Wasserbad 3 Stunden lang kochen.

In dieser Zeit können Sie sich der Sauce zuwenden. Hierfür vermengen Sie die weiche Butter mit dem Zucker und den 2 EL Rum und lassen das Ganze dann 15 Minuten im Kühlschrank fest werden. Wenn der Plumpudding fertig ist, nehmen Sie ihn in der Form aus dem Wasserbad und lassen Sie ihn etwa 5 Minuten ruhen, bevor Sie den Pudding aus der Form stürzen. Nun wird der Christmas Pudding auf einer Servierplatte angerichtet und von Sauce umgeben. Geben Sie die Sauce nicht über den Pudding, sondern verteilen Sie sie am Rand. Zum Schluss erwärmen Sie den Rum zum Flambieren, gießen diesen über den Plumpudding und zünden ihn an. Wenn der Alkohol verbrannt ist, können Sie Ihren Christmas Pudding genießen.

Guten Appetit und fröhliche Weihnachten!

PS. Noch mehr Rezepte aus der englischen Küche für Ihr Weihnachtsfest finden Sie in dem englischsprachigen Kochbuch Nigella Christmas: Food, Family, Friends, Festivities.

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