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Snowdon

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Der mächtige Snowdon thront über dem sagenumwobenen Tal von Llanberis.

Snowdon – Schneeberg – so heißt er, der höchste Berg von Wales und zugleich einer der magischsten Orte des Landes. Mit seinen 1.085 Metern Höhe nimmt er sich zwar gegenüber den Riesen auf dem europäischen Festland geradezu winzig aus, doch auf der Insel ist Snowdon damit schon eine bedeutende Hausnummer. Lediglich in Schottlands Highlands findet man Gipfel, die noch höher hinaus ragen als der verschneite Berg.

Der Name Snowdon leitet sich – aus Gründen, die Besucher den größten Teil des Jahres sehr gut nachvollziehen können – von seinem weißen, schneebedeckten Gipfel ab. Das englische Wort „snow“ trifft dabei auf das angelsächsische „don“ für Berg. Die Waliser haben jedoch noch einen anderen Namen für ihren höchsten Berg und auch der kommt nicht von ungefähr. Yr Wyddfa nennen sie ihn, was so viel bedeutet wie „das Grab“ oder „die Gruft“. In der walisischen Sagen- und Legendenwelt heißt es, der Berg sei das Grab des Riesen Rhitta Gawr. In der Legende heißt es, Rhitta Gawrs Mantel und Kappe hätten aus Männerbärten bestanden, Trophäen aus den Kämpfen mit den Königen der Menschen.

Snowdon und die Legende vom Riesen Rhitta Gawr

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26 britische Könige schlossen sich damals zusammen, um Rhitta Gawr zu besiegen, der das Land in Angst und Schrecken versetzte, doch es kostete den Riesen keine Mühe, sie alle zu töten und ihre Bärte für seinen Mantel zu verwenden, der ihn gegen die Kälte schützen sollte. Übrig blieb nur König Artus, der soeben den Riesen von Cernyw getötet hatte. Als er sich gerade das Blut von seinen Händen wusch, erreichte ihn eine Nachricht von Rhitta Gawr, der forderte, Artus möge seinen Bart ebenfalls zur Verfügung stellen.

Artus lehnte ab und schon kurz darauf befand sich der Riese mit einer Armee auf dem Weg gen Süden, um den König zu stellen. Doch Artus wäre nicht Artus gewesen, hätte er den Riesen nicht im Laufe der Kampfhandlungen dazu gebracht, seinen eigenen Bart abzurasieren und aufzugeben. Im Buch walisischer Sagen, „The Mantle of King’s Beards“, heißt es - nicht ohne Spott - Rhitta Gawr sei bei seinem Rückzug „erniedrigt in Gestalt, aber um einige Erfahrungen reicher“ gewesen.

In jener Variante der Sage, die im Zusammenhang mit Snowdon interessant ist, stürmte Artus wutentbrannt nach Nordwales, wo er den Riesen zum Kampf stellte. Die Beschreibung des Kampfes, die „The Mantle of King’s Beards“ liefert, ist wohl kaum dazu geeignet, Kindern eine gute Nacht zu wünschen, doch Artus besiegte den Übeltäter schließlich und verlangte daraufhin, dass nach alter britischer Tradition ein Steinhügel über dem Grab des Riesen errichtet werde. Gwyddfa Rhudda (Rhitta’s Cairn) ist noch heute an jener Stelle zu sehen und heißt inzwischen nur noch Yr Wyddfa. Somit steht Snowdon in der langen Liste all jener Orte in Großbritannien, die in enger Verbindung mit der Artus-Legende stehen. Und zwar nicht nur wegen des legendären Kampfes gegen Rhitta Gawr: Auch weitere Geschichten aus dem Leben des großen Königs sind eng mit diesem Ort verbunden.

Snowdon und die Legende von König Artus

An einem frostigen Wintertag wird deutlich, warum der Snowdon seinen Namen trägt.

So heißt es zum Beispiel, Artus sei selbst am Snowdon begraben. An einem Grat zwischen Snowdon und Y Lliwedd habe es bis 1850 einen Steinhügel gegeben, dessen Name Carnedd Arthur lautete. Er ist inzwischen verschwunden, doch die Legende lebt weiter. Auf Artus‘ Wunsch hin, soll sein Ritter Bedivere das Schwert Excalibur in den See Glaslyn, unterhalb von Snowdon, geworfen haben. Daraufhin tauchte die Hand der Herrin vom See auf, die das Schwert an sich nahm. Artus‘ Körper wurde daraufhin auf eine Barke gelegt und nach Avalon gebracht, wo er der Legende zufolge auf den Zeitpunkt seiner Rückkehr wartet. Auch seine Männer warten demnach noch heute am Snowdon auf ihre Rückkehr: In einer Höhle am Hang von Y Lliwedd legten sie sich zur Ruhe – bis zu jenem Tag, da ihre Hilfe wieder gebraucht wird.

Weitere Geschichten, die sich um Snowdon ranken, erzählen von Merlin, der hier, in den Klippen nördlich von Crib y Ddysgl, den goldenen Thron Britanniens verbarg, als die Sachsen ins Land einfielen, und von einem Wassermonster – ähnlich dem Monster von Loch Ness – im See Glaslyn. Schon lange hätte das Monster demnach die Bewohner von Conwy Valley geplagt und in Angst und Schrecken versetzt. Eines Tages also lockten sie das Monster mit einem jungen Mädchen an Land und legten es in Ketten, um seinem Spuk ein Ende zu bereiten.

Gefesselt warfen sie afanc, wie das Monster im Walisischen heißt, zurück in den See. Seitdem ist es nicht mehr gesehen worden. Wen wundert es nun da noch, dass Snowdon auch mit Geschichten vom Kleinen Volk, den Elfen, in Verbindung gebracht wird und dass es hier einen großen Fels gibt, Maen Du'r Arddu, von dem es heißt, wenn zwei Menschen dort die Nacht verbrächten, würde aus dem einen ein großer Dichter und aus dem anderen ein Wahnsinniger werden? Orte, wie diese, gibt es in Wales, dem Land der Dichter und Poeten, viele – und an einem Ort, der so voller Magie ist, wie der Snowdon, darf so eine Geschichte natürlich nicht fehlen.

Den Snowdon besteigen

Dieser Ausblick erwartet Sie nach der Besteigung von Snowdon.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Gipfel von Snowdon zu erreichen. Eine ist die Fahrt mit der Snowdon Mountain Railway ab Llanberis. Die Bahn verkehrt zwischen Mitte März und Anfang November – in einigen Monaten und abhängig vom Wetter jedoch nur bis zur Zwischenstation Clogwyn. Wie der Name Snowdon schon sagt, ist der Gipfel einen Großteil des Jahres schneebedeckt, worauf die Bergbahn Rücksicht nehmen muss. Die wirkliche Snowdon-Erfahrung macht man jedoch nicht mit der Snowdon Montain Railway sondern zu Fuß. Dafür sollten sie einen Tag aussuchen, an dem Snowdon schneefrei ist und der weitgehend wolkenlos ist.

An wolkigen Tagen hängt der Gipfel in dicken Nebelbänken. Das birgt nicht nur Gefahren beim Auf- und Abstieg, sondern verwehrt Ihnen auch den wunderschönen Blick auf den Snowdonia Nationalpark, den Sie vom Gipfel des Snowdons aus genießen können. Irrt man erstmal durch den berüchtigen Hill Fog, ist es auch nicht ganz auszuschließen, dass einem dort Artus und seine Ritter begegnen, auf ewig gefangen in den mystischen Nebeln am Snowdon.

Snowdon hat viele Gesichter

Es gibt zahlreiche verschiedene Routen und Schwierigkeitsgrade für den Aufstieg. Beliebt ist der Pyg- & Miner’s Track von Pen y Pass aus (von Llanberis aus verkehrt ein Bus zum Aussichtspunkt Pen y Pass. Dort gibt es auch einen großen Parkplatz an der A4086). Etwa 2,5 Stunden müssen geübte Wanderer einplanen, doch auch weniger geübte Alpinisten können den Pfad ohne größere Anstrengungen – aber in etwas mehr Zeit – gut bewältigen.

Der mäßig steile Anstieg über gut ausgebaute, unmarkierte, aber erkennbar ausgetretene Wege ist für die ganze Familie eine gute Möglichkeit, in den Genuss von Snowdon zu kommen. 750 Höhenmeter werden auf dem Pfad überwunden, der sich vom Parkplatz am Pen y Pass aus in Richtung Gipfel schlängelt. Über den Grat Crib Goch geht es auf dem Pyg Track zunächst auf den Pass Bwich y Moch (569m) und dann – vorbei an zwei Felsfingern – zum Joch Bwich Glas. Hier muss man sich in der Regel sehr heftig gegen den strammen Westwind von der irischen See her stämmen, der nun erstmals mit geballter Wucht auf den Wanderer trifft.

Doch von hier aus ist der Weg zum Gipfel einfach: Den Bahnschienen folgend geht es in 15 Minuten zum Gipfel. Das neue Besucherzentrum mit der Bergstation der Snowdon Mountain Railway ist nicht zu übersehen und nimmt dem Snowdon-Erlebnis leider etwas von seinem Abenteuer, doch wer darüber hinweg sieht, kann hier wunderschöne Minuten in stummem Staunen verbringen.

Erwischt man einen besonders klaren Tag, kann man vom Gipfel des Snowdons aus sogar bis nach Irland schauen. Der Abstieg erfolgt dann zunächst auf dem gleichen Weg, wobei man unterhalb des zweiten Fingers auf den Miner’s Track abbiegen kann. Hat man das Auto nicht am Pen y Pass geparkt, sondern in Llanberis (oder ist man mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs), kann man vom Gipfel aus den Schienen der Mountain Raliway hinab nach Llanberis folgen. Sollte das Wetter oben umschlagen, empfiehlt es sich in Ausnahmefällen, auf die Bahn umzusteigen, denn ein Sturm kann hier oben mitunter sehr übel werden.

Weitere Sehenswürdigkeiten Snowdon

Snowdon thront über dem nach ihm benannten Snowdonia Nationalpark, der für sich allein schon eine Sehenswürdigkeit ist. In jedem Fall lohnt sich ein Besuch in Llanberis, wo man auf einer Fahrt mit der Llanberis Lake Railway die Schönheit der Bergwelt genießen, oder sich auf Wanderungen durch die wildromantische Landschaft begeben kann. In Beddgelert spüren Sie einer uralten Legende nach und in Caernarfon erkunden Sie eine der legendären Burgen von Edward I., mit denen er sich Wales Untertan machte. An der Westküste lohnt außerdem Portmeirion einen Besuch, ein künstlich geschaffenes Dorf italienischen Einschlags, dessen einziger Zweck die Schönheit selbst ist.

Anfahrt Snowdon

Snowdon liegt mitten im Herz des Snowdonia-Massivs, zentral zwischen den Straßen A4085, A4086 und A498. Ausgangspunkte für die Besteigung sind Llanberis und Pen y Pass an der A4086, die Capel Curig mit Caernarfon verbindet. Von Westen kommend ist das die Hauptverbindungsstraße in den Snowdonia Nationalpark, gut angebunden über Crew, Liverpool und Manchester.

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