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Portmeirion

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Ein Bild wie aus einem Traum: Portmeirion in Nordwales

Wer bei seiner Reise durch Wales nach Portmeirion kommt, der glaubt seinen Augen kaum: Farbenfrohe, mediterran inspirierte Häuser schmiegen sich an die Hügel oberhalb der Bucht von Porthmadog. Kunterbunt zusammengewürfelt wirkt das Dorf, verspielt und zugleich überaus ästhetisch.

Hier gibt es Schönheit, wohin man auch schaut, und ein Spaziergang durch Portmeirion wirkt wie ein Auftanken. Doch wie kann das sein: ein Ort wie aus einer mediterranen Traumsequenz zusammengesetzt, barocke Fassaden, kräftige Farben, elegant geschwungene Kuppeln und zauberhafte Wandelgänge in verwunschenen, blühenden Gärten – und das alles in Nordwales?

Der Schönheit gewidmet: der Traum von Portmeirion

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Dahinter steckt ein wahrer Exzentriker: Bertram Clough Williams-Ellis, ein – wie ihn das MERIAN Heft Wales nennt – „genialer Resteverwerter“. Portmeirion ist eine wahr gewordene Phantasie, ein Ort, der nur für den schönen Schein und zum persönlichen Vergnügen seines Bauherrn errichtet wurde. Er träumte davon, eine nostalgische Insel für Schönheitsselige zu schaffen. Unglücklich über die Hinwendung zum Praktischen, Zweckmäßigen wollte Williams-Ellis einen Ort schaffen, der keinen anderen Zweck als die Schönheit selbst hatte. Die „Schönheit, diese seltsame Lebensnotwendigkeit“ war seine Triebfeder, seine Muse und Inspiration.

Der Ort, der in seiner romantischen Vernachlässigung wie für sein Vorhaben geschaffen war, hieß damals noch „Aber Ia“, was im Walisischen so viel bedeutet wie „kalte Bucht“. Für einen Ort für Schönheitsselige war das wahrlich kein passender Name und Williams-Ellis entschied sich für Portmeirion. Diesem Namen haftet etwas sehnsüchtiges an – Fern- und Heimweh zugleich, unbestimmt und für jeden selbst frei interpretierbar.

Das Hotel Portmeirion sollte der Ausgangspunkt für sein persönliches Paradies werden. Bauwerke wie diese in Portmeirion findet man in Wales sonst wirklich nicht: selbstbewusste, kräftige Farben, verspielte Formen, himmelblaue Fensterläden, Kuppeln, Giebel, zierliche Balkone, kitschige Statuen und Wetterfahnen, malerische Erker und antike Säulengänge, aufwendig verzierte Brunnen und exotische Pflanzen. Wie mit Zuckerguss überzogen liegt Portmeirion vor dem Besucher. Hat er den Ort gezielt angefahren, weiß er, was ihn erwartet, doch stolpert man versehentlich über Portmeirion, glaubt man sich in einem Traum. Inzwischen umfasst der Ort 45 Gebäude. Doch alles ist Fassade: Niemand lebt hier, wenigstens nicht auf Dauer. Portmeirion ist nicht dafür gedacht, dauerhaft mit Leben bevölkert zu sein. Denn das bedeutete, einen Alltag zuzulassen, der diesen Ort entzaubern würde. Seine einzige Aufgabe ist es, den vom Zweckmäßigen und Hässlichen in der Welt erschöpften Urlaubern eine Auszeit zu gönnen. Tage- und wochenweise kann man sich hier einmieten und Schönheit tanken.

Portmeirion besuchen und seine Schönheit genießen

Das farbenfrohe Portmeirion will so gar nicht zum melancholischen Wales passen.

Ein genauerer Blick auf die Details lohnt sich beim Spaziergang durch Portmeirion, denn es sind nicht etwa alles nur billige Reproduktionen, die Williams-Ellis hier in seinen wahrgewordenen Italien-Traum eingebettet hat. Darunter sind auch viele Originalstücke, die der Architekt für Spottpreise ersteigert und ihnen so neues Leben eingehaucht hat.

Unter diesen Schmuckstücken, die erst unter Williams-Ellis‘ Händen als solche zu erkennen waren, sind eine jakobinische Gewölbedecke, ein imposanter Kamin, der einem prächtigen Herrenhaus in Cheshire entstammt, und die Kolonnade bei der Piazza, die ursprünglich 1760 in Bristol errichtet wurde. Doch zugleich fürchtete sich der Bauherr nicht vor dem Sakrileg, diese Originale mit Filmrequisiten und Tant zu kombinieren. Nach seinem Tod 1978 ging Portmeirion an seine Kinder über, die den Traum ihres Vaters in seinem Sinne weiterführten und ausbauten. Im Dorf kann man heute das berühmte Portmeirion-Porzellan von Susan Williams-Ellis, der Tochter des Erbauers, kaufen, das sich inzwischen einer weltweiten Fangemeinde erfreut, und auch Hochzeiten in Portmeirion sind (auch bei Prominenten) sehr beliebt.

Hat man das Dorf ausgiebig besichtigt, kann man durch das umliegende Hügelland streifen, das Williams-Ellis als eine Art natürlichen Schutzwall um Portmeirion hat stehen lassen. Es ist eine scheinbare Wildnis (die in Wahrheit sehr gut gepflegt wird), die einen glauben macht, man müsse sich durch einen Urwald hindurch schlagen, um schließlich zum Herz, dem Dorf selbst, vordringen zu können. Dort wachsen zahllose seltene Rhododendren- und Azaleen-Arten, Eukalyptus-Bäume und Lilien, japanische Zedern, Farne, Bambus und Kamelien.

Auch das trägt zum ganz besonderen, surrealen Zauber dieses Ortes bei, durch den man nur staunenden Auges wandeln kann. Man kann Clough Williams-Ellis für vieles kritisieren – für die Verleumdung der Postmoderne zum Beispiel, wie das viele zeitgenössische Architekten getan hatten – doch der Ausstrahlung, die diesem wahr gewordenem Traum innewohnt, kann man sich als Besucher nur sehr schwer entziehen. Portmeirion ist tatsächlich ein Hort der Schönheit, der unserer Zeit weit entrückt zu sein scheint, etwas, das uns im tiefsten Herzen berührt – eben, weil es das eigentlich nicht geben dürfte. Und doch gibt es diesen Ort in Wales, der so ganz anders ist als alles, was uns in Großbritannien sonst so begegnet.

Weitere Sehenswürdigkeiten Portmeirion

Portmeirion liegt etwa 5 Kilometer östlich von Porthmadog, einem hübschen kleinen Küstenort, der zugleich Ausgangs- bzw. Endpunkt der Strecke der Ffestinog & Welsh Highland Railway ist. Die Fahrt von Caernarfon nach Porthmadog – oder umgekehrt – mitten durch das Herz des Snowdonia Nationalparks, gilt als eines der schönsten Erlebnisse in Nordwales. Die historische Dampflock zieht die ebenfalls sehr nostalgisch aussehenden Wagen durch eine wilde Landschaft von fesselnder Schönheit und durch das Herz der walisischen Sagen und Legenden. Unabhängig von dieser Zugfahrt aber lohnt ein Abstecher in den Snowdonia Nationalpark in jedem Fall. Mit dem Auto ist das Gebirge sehr gut erschlossen und auf zahllosen Wanderwegen und Besteigungen erkunden Sie eine Landschaft, die so alt und mystisch zu sein scheint wie die Zeit selbst.

Wenn Sie von Portmeirion aus der A4085 gen Norden folgen, kommen Sie zum Beispiel nach Beddgelert, einem Ort, der eine eigene, traurige Legende zu erzählen hat und sich bestens als Ausgangspunkt für Spaziergänge und Wanderungen eignet. Noch weiter nördlich kommen Sie nach Llanberis, wo eine Bergbahn auf den Snowdon führt (den Sie aber natürlich auch gern zu Fuß erklimmen können). Wenn Sie sich eher für historische Sehenswürdigkeiten interessieren, besuchen Sie Harlech oder Caernarfon Castle, zwei der trutzigen Burgen von Edward I., dem englischen König, der Wales unterwarf – unter anderem Dank dieser Kette von Burgen, die er wie einen steinernen Ring um Snowdonia errichten ließ.

Anreise Portmeirion

Portmeirion liegt mitten im Snowdonia Nationalpark und an der Westküste von Nordwales. Die nächstgelegenen Großstädte sind Birmingham und Liverpool im Osten und Cardiff und Bristol im Süden. Für eine Reise nach Nordwales empfiehlt sich aus Deutschland immer die Anreise über Liverpool (oder Manchester). Die Fahrt mit dem Mietwagen vom Flughafen von Liverpool dauert etwa 2 Stunden und führt sie zunächst an der schönen Nordküste entlang, bevor Sie in den Snowdonia Nationalpark abtauchen. Von Manchester aus planen Sie 2,5 Stunden für die Fahrt ein.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln gestaltet sich die Anreise nach Portmeirion schwieriger. Etwa 6 Stunden brauchen Sie von Liverpool über Chester, Shrewsbury, Dovey Junction und Minffordd nach Portmeirion. Ähnlich lange Fahrtzeiten müssen Sie mit Bus und Bahn ab Birminham und Cardiff in Kauf nehmen. Die Strapazen aber lohnen sich – nicht nur wegen Portmeirion selbst sondern auch wegen der Schönheit von Nordwales, die Sie ringsherum erwartet.

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