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Llangollen

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Llangollen schmiegt sich idyllisch in das Tal des Flusses Dee.

Friedlich schlummert der kleine Marktflecken Llangollen am Ufer des River Dee, ein kleines Örtchen, das unter anderen Umständen von der Welt längst vergessen worden wäre. Doch Llangollen hatte Glück: Direkt an der Hauptverbindungsstraße zwischen London und Holyhead (und damit zur Fähre nach Irland) gelegen, hat es seit jeher ein beinahe weltmännisches Flair.

Hier gingen sie ein und aus, die Wichtigen und Großen ihrer Zeit, die das Land durchreisten. Und noch heute wimmelt es in Llangollen, das auch gern als das Tor zu Snowdonia bezeichnet wird, nur so von Leben. 3.000 Menschen leben hier – umgeben von zahllosen historischen Sehenswürdigkeiten, Mythen und Legenden.

Llangollen und die Festung Dinas Bran

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Die wohl älteste heute noch bekannte Legende, die mit der Gegend rings um Llangollen assoziiert wird, ist die Geschichte von Dinas Bran. Castle Dinas Bran ist eine eisenzeitliche Befestigungsanlage, deren älteste Überreste vermutlich um die 3.000 Jahre alt sind. Später wurde sie von mittelalterlichen Baumeistern ergänzt und entsprechend umgestaltet. Über die Erbauer der ersten Anlage wissen wir heute nichts mehr, doch in der Legende leitet sich der Name der Anlage von Bran dem Gesegneten ab, dem keltischen Schutzgott Britanniens. Dinas Bran hieße demnach „Sitz des Bran“.

Der Name begegnet uns in der ältesten walisischen Dichtung, im Mabinogion, wieder, wo er als Sohn des Meeresgottes Llyrs und seiner Gemahlin Penarddun auftaucht. Auch in der Legende um König Artus treffen wir Bran den Gesegneten. So soll Brans abgeschlagener Kopf in London begraben worden sein, an jener Stelle, an der sich heute der White Tower des Towers of London befindet. Artus soll ihn ausgegraben haben, weil er glaubte, der Kopf alleine reiche aus, Britannien vor einer Invasion zu schützen. Später taucht Bran, dem die Festung bei Llangollen gewidmet war, noch einmal als der Fischerkönig, der Gralshüter, in der Artus-Sage auf. Dinas Bran bei Llangollen wäre dann die legendäre Gralsburg.

Im späten 13. Jahrhundert erlebten die Ruinen, die sich über dem Dee-Tal erheben, eine Renaissance: Madog of Bromfield ließ hier eine eindrucksvolle Burganlage errichten, um seinen Machtanspruch als einer der Prinzen von Powys zu untermauern. Einem ernsthaften Angriff hätte die Burg aber wohl niemals standgehalten, hatte sie doch hauptsächlich repräsentative Funktionen. Als die Armee Edward I. in Wales einfiel, setzte die Besatzung die Burg eigenhändig in Brand, um zu verhindern, dass sie dem Feind in die Hände fiel.

Spätere Versuche, Dinas Bran bei Llangollen neu zu errichten, liefen ins Leere und so ist die Burg seit mehr als 700 Jahren dem Verfall preisgegeben. Ähnlich alt ist im Übrigen auch die Wassermühle von Llangollen. Sie wurde vor mehr als 600 Jahren erbaut, um die vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Region mit Mehl zu versorgen. Ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert stammt die Bishop Trevor Bridge. Wer zwischen London und Holyhead unterwegs war, musste sie notgedrungenermaßen überqueren.

Die Ladies of Llangollen in Plas Newydd

Stolz ragt Castle Dinas Bran über Llangollen auf.

Im 19. Jahrhundert kam dann endgültig der Wohlstand nach Llangollen. Die Holyhead Road, die noch heute als Zubringer zur Autobahn A5 dient, brachte jedes Jahr zahllose Reisende in die Stadt, die hier übernachteten und Geld in diese entlegene Region von Wales brachten. Die eindrucksvollen viktorianischen Bauten in der Castle Street legen noch heute Zeugnis davon ab. Ein Gebäude in Llangollen aber übertrifft sie alle: Plas Newydd, der neue Hof. Plas Newydd war das Heim der „Ladies of Llangollen“. Gemeint waren Sarah Ponsonby und Eleanor Butler, zwei ledige Damen, die schon einen emanzipierten Lebensstil pflegten, als dieses Wort noch überhaupt nicht erfunden war.

1778 begegnete Eleanor Butler, Tochter aus gutem irischen Hause, der 16 Jahre jüngeren Sarah Ponsonby. Sie waren Seelenverwandte und Ponsonby verkündete überschwänglich, sie wolle „mit Eleanor leben und sterben.“ Ihr Wunsch sollte sich erfüllen: Zeit ihres Lebens blieben die beiden unverheiratet, kinderlos, lebten in ländlicher Abgeschiedenheit – und verbrachten bis zu ihrem Tod 1829 keinen Tag ohne die andere. Bis heute brodelt die Gerüchteküche über das intime Verhältnis der beiden zueinander. Hermann Fürst von Pückler-Muskau bezeichnete sie nach einem Besuch als die „zwei berühmtesten Jungfrauen Europas“, doch das eine schmale Bett im gemeinsamen Schlafzimmer spricht eine andere Sprache.

Ihrer Berühmtheit tat dies jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil: Wer es sich leisten konnte und interessant genug war, durfte Gast im Haus der beiden Paradiesvögel in Llangollen sein. Und so kamen die „Ladies of Llangollen“ auch in der abgeschiedenen ländlichen Idylle von Powys in den Genuss des ganzen kulturellen Lebens Englands, Klatschgeschichten inklusive. Ein Besuch in Plas Newydd lohnt sich schon deshalb, weil die beiden einen Hang zum Außergewöhnlichen hatten. In einer Zeit, in der die Aristokraten Englands der schweren, geschnitzten Eichenmöbel überdrüssig wurden, schufen Ponsonby und Butler eine Traumwelt aus prunkvollen Dekorationen, detailliert verzierten Holzschnitzarbeiten und Fabeltieren, die einem von Türen und Wänden aus entgegensehen. Eingebettet ist das alles in einen wunderschönen, kunstvollen Garten, durch den man nach Herzenslust wandeln und die klare Luft von Llangollen genießen kann.

Weitere Sehenswürdigkeiten Llangollen

Einmal im Jahr heißt Llangollen die Welt bei sich zu Gast: Anlass ist das jährliche Llangollen International Musical Eisteddfod im Juli. Die Tradition des Eisteddfod als Fest der Literatur, der Musik und des Gesangs reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Veranstalter des Festivals, zu dem Chöre, Folkstanzgruppen und Künstler aus aller Welt anreisen, ist die Bardenvereinigung Gorsedd Beirdd Ynys Prydain (Walisisch für Gorsedd der Barden der Insel Britannien).

In der näheren Umgebung von Llangollen lohnt das Kloster Valle Crucis Abbey einen Besuch. Die Überreste der Abtei stammen aus dem ganz frühen 13. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert war sie als Hort der Gastfreundschaft bekannt und gelangte so zu einigem Reichtum. So kam es, dass Valle Crucis Abbey als eines der wenigen kleinen Klöster Englands aufgelöst wurde, als Heinrich VIII. im 16. Jahrhundert seine anglikanische Staatskirche gründete.

Östlich von Llangollen öffnet sich dann der Snowdonia National Park. Die A5 führt mitten durch das Herz des Gebirges. Vor allem Snowdon sollten Sie einen Besuch abstatten. Weitere schöne Ausflugsziele sind Llanberis, Beddgelert und Caernarfon. Über Bangor erreichen Sie außerdem die Insel Anglesey mit dem Fährhafen Holyhead.

Anreise Llangollen

Llangollen liegt sehr verkehrsgünstig an der Hauptachse London – Holyhead, kurz hinter der englisch-walisischen Grenze. Die nächstgrößere Stadt ist Wrexham. Von London aus nehmen Sie die M4 bis Bristol und von dort gelangen Sie über die M5 nach Birmingham. Über die M54 gelangen Sie schließlich auf die A5, die Sie direkt nach Llangollen bringt. Kürzer ist die Anreise mit dem Auto von Liverpool oder Manchester. Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, empfiehlt es sich, nach Liverpool zu fliegen und von dort den Zug nach Chester zu nehmen. Von dort fährt ein Bus nach Gobowen, wo Sie wiederum in einen Bus nach Llangollen umsteigen können. Knapp 3 Stunden dauert die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

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