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Conwy Castle

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Kraftvoll und schön: Conwy Castle

Im 13. Jahrhundert, als Wales noch ein wildes, ungezähmtes Land war, errichtete Edward I. Conwy Castle. Es war Teil eines Befestigungsrings um den Snowdonia Nationalpark. Für die damalige Zeit war es ein Vorhaben unvorstellbaren Ausmaßes, vier große und prachtvolle Burgen wie Harlech und Conwy Castle, Caernarfon und Beaumaris Castle zu errichten.

Auf den Betrachter damals wirkten sie einschüchternd und abschreckend – und das in einem bis dahin nicht gekannten Ausmaß. Conwy Castle und seine drei Gleichen gehörten einer neuen Generation von Burgen an, die damals gerade erst im Entstehen begriffen war: Sie waren mit wenigen Soldaten leicht zu verteidigen und lange zu halten, boten den Bürgern der jeweiligen Stadt Schutz gegen Übergriffe der barabarischen Waliser und fungierten zugleich als Verwaltungszentren und Wohnraum für die königlichen Beamten.

Sie waren so etwas wie Rückzugsorte der Zivilisation in der als wild und menschenunwürdig empfundenen Gegend, die wir heute als Wales kennen. Königlicher Komfort sollte englische Standards in dieses fremde Land bringen, dessen Traditionen und Kultur man nicht verstand und als unzivilisiert empfand.

Conwy Castle – gigantisches Bauprojekt seiner Zeit

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Der Architekt von Conwy Castle war James of St. George, der als einer der größten Burgenbauer seiner Zeit galt und der den Burgen noch etwas hinzufügte, was Edward I. so nie verlangt hätte: Schönheit. Es ist also nicht von ungefähr, dass die vier Burgen bei aller Wehrhaftigkeit und Trutzigkeit auch etwas sehr ästhetisches ausstrahlen. James of St. George verpflichtete Steinmetze, Maurer, Glasmacher und Bleigießer aus dem ganzen Land – weit über 1.000 Mann pro Burg – und ließ sie Bauwerke schaffen, die ihre Zeit weit überdauern sollten.

Das Ausmaß dieser Arbeiten kann heute rückblickend kaum überschätzt werden. Die Zeit, in der Conwy Castle und seine Geschwister errichtet wurden, war eine Zeit, in der England von inneren und äußeren Kriegen zerrissen war, in der jeder befürchten musste, morgen alles zu verlieren. Und doch gelang dieser immense Kraftaufwand, an dessen Ende Burgen wie Conwy Castle standen. Vielleicht auch deshalb, weil Edward I. das große Ganze im Blick hatte. Die Eroberung von Wales war ein wichtiger Meilenstein zur Errichtung und Festigung eines inneren Friedens in Britannien.

Macht, Einfluss und Schönheit in Conwy Castle

Conwy Castle ist eine beeindruckende Demonstration englischer Macht.

Dieser Tatsache ist es auch geschuldet, dass Edward mit Conwy Castle nicht nur ein beeindruckendes, vor Kraft nur so strotzendes Bauwerk errichten ließ, sondern eines, das sich auch als königliche Residenz, als Palast, eignete. Es sollte nicht nur sichern und verteidigen, sondern englische Macht eindrucksvoll demonstrieren. Edward I. wollte sich hier niederlassen, wann immer er in Wales weilte und deutlich machen: Dieses Land gehört nun mir. Dazu hat er Conwy Castle mit einer beeindruckenden Great Hall ausstatten lassen, deren längste Seite immerhin 40 Meter maß. In der Stadt, die sich an die Burg anschloss, siedelte er zudem wohlhabende Engländer an, die – angelockt von Handelsprivilegien und Sonderrechten – Wales von innen heraus für England erobern und mit Leben bevölkern sollten.

Ein geschickter Schachzug, wie man heute nicht selten widerwillig feststellen muss. Zweifellos ist Conwy Castle auch – vielleicht noch neben Beaumaris – die schönste der Burgen in Wales. Ursprünglich waren die steinernen Wände weiß gekalkt, was den stolzen Mauern etwas von ihrer Wuchtigkeit nahm. Geradezu idyllisch schmiegt sie sich zwischen den Fluss und die waldigen Hügel und Berge, flankiert von einer hübschen Altstadt, die zum Bummeln einlädt. Diese Burg sollte auf dem Pflichtprogramm jedes Urlaubs in Nordwales stehen, wenn man sich für die Geschichte von Wales interessiert.

Und so stimmt es tatsächlich, was der ehemalige Bürgermeister und Kastellan von Caernarfon, J. B. Griffith, einmal in vollem Bewusstsein der Ironie der Geschichte gesagt hat: „Vor vielen hundert Jahren bauten die Engländer diese Burgen, um uns zu unterjochen. Jetzt zahlen sie uns Eintritt, um sie zu besichtigen.“

Weitere Sehenswürdigkeiten Conwy Castle

Nicht nur wegen der hübschen und zugleich eindrucksvollen Burg lohnt Conwy einen Besuch. Das Städtchen wartet mit einem schönen historischen Kern und erstaunlich vielen Sehenswürdigkeiten auf. Neben Conwy Castle lohnt auch das Aberconwy House aus dem 14. Jahrhundert einen Besuch, das in sehr gutem Zustand erhalten ist und heute vom National Trust gehegt und gepflegt wird. In der High Street können Sie Plas Mawr, ein elisabethanisches Stadthaus wie aus dem Lehrbuch, bestaunen. Seine dekorative Fassadengestaltung hebt es deutlich von den anderen Häusern in der Umgebung ab.

Die größte – weil kleinste – Sehenswürdigkeit bei Conwy Castle ist das kleinste Haus in Großbritannien, das Quay House. Das winzige Häuschen mit der leuchtend roten Fassade drückt sich zwischen kräftige Mauern und bietet mit seinen 3,05 Metern Höhe und seinen 1,8 Metern Breite einen wirklich putzigen Anblick. Um diesen Eindruck zu verstärken, erzählt man hier, dass sein letzter Bewohner ein stämmiger Fischer von 1,90 Metern gewesen ist. Robert Jones, so sein Name, soll bis 1900 in dem Haus gewohnt haben. Aufrecht stehen konnte er darin natürlich nicht.

Im Jahr 1900 dann erklärte das Council das Haus für unbewohnbar und Robert Jones musste das kleinste Haus Großbritanniens räumen. Noch heute aber ist das Haus im Besitz seiner Nachfahren. The Guardian of the smallest house in Britain, eine ältere Lady in traditioneller Kleidung, sitzt an den meisten Tagen vor dem Haus und erlaubt Besuchern für £ 1 einen Blick ins Innere.

In der näheren Umgebung von Conwy Castle lohnen auch Llandudno, Bangor und Beaumaris einen Besuch. In Beaumaris, auf der Insel Anglesey, können sie dann eine weitere Burg Edward I. besichtigen. Beaumaris Castle gilt als das Meisterstück von James of St. George und als Paradebeispiel der Symmetrie und Steinmetzkunst. Obwohl nie fertig gestellt, ist Beaumaris Castle als Höhepunkt englischer Wehrbautechnik im Mittelalter zu betrachten. Auf dem Weg dorthin passieren Sie Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch, den Ort mit dem längsten Namen Europas.

Anreise Conwy Castle

Conwy Castle und das Städtchen Conwy liegen an der A55, die von Chester an die walisische Westküste und nach Holyhead auf Anglesey führt. So sind Stadt und Burg sehr leicht von Westen, von Liverpool und Manchester aus, zu erreichen. Von Süden kommend, folgen Sie der A470 auf der landschaftlich sehr schönen Route quer durch das Herz von Snowdonia.

Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Conwy Castle verhältnismäßig günstig zu erreichen. Von Liverpool Lime Street aus nehmen Sie den Zug nach Chester und wechseln dort in die Manchester Piccadilly Line nach Holyhead, die auch in Conwy Halt macht. Von Manchester aus sparen Sie sich das Umsteigen in Chester und fahren direkt mit dem Zug nach Bangor (Gwynedd) nach Conwy.

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