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Glencoe

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Panorama des Schicksalstals Glencoe

Das Tal von Glencoe ist nicht nur einer der schönsten Orte Schottlands, sondern auch einer der tragischsten. In der Geschichte von Schottland wird der Name „Glencoe“ immer unweigerlich mit dem grausamen Massaker in Verbindung gebracht, dass in einer kalten Februarnacht 1692 den Frieden des Tales für immer störte.

Glencoe ist ein kleines Dorf im Nordwesten des Tals Glen Coe (Gleann Comhann), dort wo der Fluss Coe in den Loch Leven mündet. Das Tal präsentiert sich beinahe als Pforte in die wirklichen Highlands, denn wenn man sich Glen Coe von Süden aus nähert, durchquert man ein Hochplateau, bis schließlich zu beiden Seiten der A82 die schroffen Berge aufragen, die die Augen von Wanderern, Bergsteigern und Wintersportlern leuchten lassen.

Glen Coe ist ein Outdoor-Paradies und bei der Fahrt durch das Tal kann man – vor allem an einem sonnigen Tag, an dem das Grün an den unteren Hängen verheißungsvoll strahlt – vollkommen vergessen, welch tragischen Ereignisse sich 1692 in Glencoe zutrugen, als ein Clan den anderen verriet und insgesamt 78 Männer, Frauen und Kinder den Tod fanden. Was die Schotten bis heute an dieser Tat schockiert, ist der Vertrauensbruch und der Missbrauch des Gastrechts, das in Schottland bis heute als heilig gilt. Das Gastrecht ist ein elementarer Bestandteil der Clan-Kultur und wird auch dem ärgsten Feind gewährt.

Dunkle Wolken über Glencoe

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Die beiden Clans, um die es in Glencoe geht, sind der Clan Campbell von Glenlyon und der Clan MacDonald von Glencoe. Nach der Niederlage in der Schlacht von Dunkeld plünderten die MacDonalds das Land ihrer Nachbarn und stahlen auch das Vieh der Campbells.

Für die Clans bedeutete der Verlust von Vieh eine schwere Niederlage und so ist es kein Wunder, dass es böses Blut zwischen den Familien gab. Diese Fehde machte sich König Wilhelm von Oranien zu nutze, der nach der Niederschlagung des 1. Jakobitenaufstandes 1690 eine Möglichkeit suchte, die Clans der Highlands zur Loyalität zu zwingen. Er bot ihnen eine Amnestie hinsichtlich ihrer Teilnahme am Jakobiten-Aufstand an, wenn sie bis zum 1. Januar 1692 einen Treueeid auf ihn ablegen würden.

Obwohl Wilhelm von Oranien dies bereits im August 1691 verkünden ließ, erhielten die Clans erst im Dezember, wenige Wochen vor dem Stichtag, die Erlaubnis des Prätendenten Jakob II., dem sie mit ihrem Aufstand auf den Thron hatten helfen wollen, den Eid auf Wilhelm zu leisten. Das war zu spät für die MacDonalds von Glencoe, die sich erst am letzten Tag aufmachten, um den Eid zu leisten.

Als Alastair MacDonald, 12. Chief von Glencoe, am 31. Dezember 1691 im nahe gelegenen Fort William eintraf, wo er den Eid zu leisten gedachte, wurde er nach Inveraray weiter verwiesen. Drei Tage brauchte er dorthin, doch auch ein Schutzbrief, der ihm bestätigte, dass er rechtzeitig in Fort William gewesen war, konnte das Schicksal, das ihn und seinen Clan erwartete, nicht mehr abwenden.

Das blutige Massaker von Glencoe

Ein einzelnes Cottage in der Einsamkeit von Glencoe

Am 12. Februar 1692 erhielt Robert Campbell of Glenlyon den Befehl, „die Rebellen zu überfallen, die MacDonalds of Glencoe, und alle Personen jünger als 70 Jahre hinzurichten.“ Der Brief, der vom König selbst unterschrieben wurde, enthält außerdem die Anweisung, „darauf zu achten, dass der alte Fuchs und seine Söhne auf keinen Fall entkommen können [und] alle Straßen und Wege zu sichern, dass kein Mann entkommen kann.“

Mit insgesamt 120 Mann war Campbell zuvor beim Clan der MacDonalds in Glencoe einquartiert worden, wo sie nach alter Highland-Tradition bewirtet wurden. Man geht heute davon aus, dass Campbell bis zum Abend des 12. Februar nicht wusste, welchen Auftrag er in der kommenden Nacht auszuführen hatte. Vor dem Schlafengehen spielte er noch Karten mit seinen Opfern und nahm eine Einladung zum Essen mit dem Clan-Oberhaupt an. Um 5 Uhr morgens am 13. Februar 1692 führte Campbell, dem angedroht worden war, dass er andernfalls als „als Feind des Königs und der Regierung betrachtet“ werden würde, den Befehl aus und tötete mit seinen Soldaten 38 Männer in ihren Häusern und bei der Flucht in die Hügel.

In den folgenden Tagen starben 40 Frauen und Kinder, die in den Hügeln Schutz gesucht hatten und dort unter eisiger Kälte und Hunger litten. Es war ein „Mord unter Missbrauch des Vertrauens“ und darauf steht in Schottland eine besonders hohe Strafe. Dennoch wurde niemals jemand für das Massaker von Glencoe zur Rechenschaft gezogen.

Kein Wunder also, dass in dem kleinen Hotel an der Straße nach Glencoe noch heute ein Schild steht: „No Lawyers. No Campbells.“

Weitere Sehenswürdigkeiten Glencoe

Die Three Sisters sind das Highlight von Glencoe.

Das Tal, in dem der kleine Ort Glencoe liegt, das Glen Coe, ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Vor allem Wanderer und Bergsteiger lieben die vielen Wanderwege, die sich durch das Tal und seine Seitentäler ziehen. Insbesondere das Lost Valley ist bei Aktivurlaubern beliebt und bietet schöne, unterschiedlich lange Wanderrouten. Hier erwarten Sie jede Menge unberührte Natur und jenes romantische Schottland, das in Liedern und Gedichten gepriesen wird. Im Übrigen ist das Lost Valley bei Weitem nicht so bedrohlich, wie der Name zunächst vermuten lässt. In Glencoe wiederum sind die sogenannten Three Sisters, drei Berge, die einander sehr ähneln, der Höhepunkt. Der Parkplatz, der ihnen gegenüber liegt, ist meistens gut besucht und nicht selten steht hier auch ein Dudelsackspieler im Kilt.

Ganz in der Nähe wartet dann die einzige größere Stadt der Region mit guten Einkaufsmöglichkeiten auf, sodass Sie sich für die Tage in den Bergen ausstatten und versorgen können: Fort William liegt am Fuß des Ben Nevis-Massivs und lebt ganz von der Nähe zum höchsten Berg Großbritanniens. In der Stadt ist es schwer, einen guten Blick auf den 1.344 Meter hohen Riesen von Schottland zu werfen, doch von Glencoe aus können Sie das Massiv auch in wenigen Tagen erwandern. Dieses Outdoor-Erlebnis werden Sie nicht vergessen.

Von Fort William aus bieten sich dann viele tolle weitere Reisemöglichkeiten. So können Sie zum Beispiel der A830 gen Westen nach Mallaig folgen und passieren dabei das Glenfinnan Viadukt, das man aus den Harry Potter-Filmen kennt, und das Glenfinnan Monument, das den Toten der Jakobiten-Aufstände gedenkt. Von Mallaig aus können Sie dann die Fähre auf die Isle of Skye nehmen. So wird Glencoe zu einem schönen Ausgangspunkt für Ihre Reise durch Schottlands Highlands und Islands.

Anreise Glencoe

Sie erreichen Glencoe von Süden oder von Norden kommend über die A82, Inverness, die Hauptstadt der Highlands, mit dem mondänen Glasgow verbindet. Die Straße führt mitten durch das Herz der Highlands und verschafft Ihnen wunderschöne Ausblicke und passiert alle Sehenswürdigkeiten von Glencoe, darunter die Three Sisters.

Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Glencoe reisen möchten, ist die Anbindung ebenfalls nicht schlecht: So gibt es einen Citylink Bus, der zwischen Glasgow Buchanan Bus Station und Portree auf der Isle of Skye verkehrt und dabei durch Glencoe kommt, und von Inverness aus erreichen Sie das Tal, in dem Sie mit dem Citylink-Bus bis Fort William fahren und dann dort in den Citylink-Bus nach Glasgow umsteigen, der wiederum in Glencoe hält.

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