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Stonehenge

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Unantastbar: Der Steinkreis von Stonehenge

Kaum ein anderer Ort ist so von Geheimnissen umwittert, strahlt eine derartige Unerschütterlichkeit aus, und ist von einer solch magischen Aura umgeben wie Stonehenge. Stonehenge ist das Symbol des mystischen Englands, der Inbegriff aller Mythen und Legenden, die England zu jenem faszinierenden Reiseziel machten, das es heute ist. Seit Jahrtausenden schon fasziniert Stonehenge seine Besucher und schon viele haben versucht, das gewaltige neolithische Monument zu deuten.

Als Heiligtum der Druiden wird Stonehenge oft bezeichnet – doch wer das sagt, der lässt außer Acht, dass Stonehenge schon uralt war, als die ersten Druiden ins heutige England kamen. Der imposante Steinkreis, der auf der ganzen Welt bekannt ist, ist so alt, dass es keinerlei kollektives Gedächtnis mehr gibt, das sich an seinen ursprünglichen Zweck erinnern kann. Das hat die Menschen natürlich nicht davon abgehalten, Stonehenge mit allen möglichen Legenden in Verbindung zu bringen. Sogar mit der Artus-Sage ist der Steinkreis verbunden.

Geoffrey of Monmouth, der Schöpfer der Artus-Legende, wie wir sie heute kennen, lässt den Zauberer Merlin in seiner „Historia Regum Britanniae“ zu König Aurelius Ambrosius sagen: „Diese Steine stehen in Zusammenhang mit gewissen geheimnisvollen religiösen Riten, und sie haben verschiedene Eigenschaften, die medizinisch wirksam sind. Vor langer Zeit brachten Riesen sie aus den entferntesten Winkeln Afrikas und stellten sie in Irland auf, als sie das Land besiedelten.

Ihre Absicht war, dass, wann immer sie sich krank fühlten, Bäder am Grunde dieser Steine hergerichtet werden sollten; denn sie pflegten Wasser über sie zu gießen und dieses Wasser in Bäder zu leiten, in denen ihre Kranken geheilt wurden. Mehr noch, sie gaben dem Wasser einen Kräutersud bei und heilten so ihre Wunden. Nicht einer dieser Steine ist ohne diese medizinische Wirkung.“Merlin schlug daraufhin vor, die Steine aus Irland zu holen und sie zum Gedenken der Toten auf dem Amrosiusberg neu zu errichten. Und so kamen die Steine – der Legende nach – aus Irland nach England, wo sie bis heute den Zeiten trotzen.

Wer Stonehenge umrundet und sich dabei vom Audio-Guide über die Geschichte, die Bauarbeiten und die Legenden von Stonehenge informieren lässt, der wird noch viele solcher Theorien hören. Tatsache ist jedoch, dass die Steine aus Irland kamen. Insofern scheint Geoffrey of Monmouth vor etwa 1.000 Jahren über historische Quellen oder Überlieferungen verfügt zu haben, die heute verloren gegangen sind. Wie der Transport und der Bau von Stonehenge erfolgte, kann man heute nur spekulieren. Auch welche Riten die Erbauer und die späteren Nutzer von Stonehenge darin abhielten, ob sie den Steinkreis für astrologische Beobachtungen, zur Götterhuldigung oder als Grabstätte verwendeten, ist heute ebenfalls unbekannt.

Theorien über die Nutzung von Stonehenge

Stonehenge ist ein magischer Ort, der niemanden kalt lassen kann.

Immer wieder kommen dabei neue Erkenntnisse zu Tage, die einen winzigen Zipfel des Schleiers lüften, der über Stonehenge liegt. Heute wissen wir, dass Stonehenge in Phasen errichtet wurde. Um 3.000 v. Chr. gab es an dieser Stelle einen kreisförmigen Wall, einen Graben und 56 Löchern in der Erde. Erst 600 Jahre später brachte man auf bislang ungeklärte Art und Weise die bis zu 50 Tonnen schweren Sarsensteine nach Stonehenge. Sie bildeten einen geschlossenen Kreis und waren mit Deckensteinen verbunden.

In den darauf folgenden Jahrhunderten wurden sie mehrfach umgestellt – bis sie schließlich ihre heutige Position fanden. Dieser Jahrhunderte überspannende Prozess lässt darauf schließen, dass Stonehenge zu allen Zeiten Bedeutung hatte. 1.500 Jahre lang haben Menschen unterschliedlichster Kulturen und Religionen hier ihre Rituale abgehalten. Wie diese ausgesehen haben, darüber können wir aller Erkenntnisse zum Trotz nur spekulieren.

Hinweise geben aber Entdeckungen ganz in der Nähe von Stonehenge. So verbindet zum Beispiel ein Prozessionsweg den Steinkreis mit dem Fluss Avon. An dessen Ufern fand man einen kleineren Steinkreis als Äquivalent zu Stonehenge. Auch er wurde aus Blausteinen errichtet und trägt deshalb den Namen Bluehenge. Zwar sind heute nur noch die Löcher im Boden zu erkennen – die Steine selbst wurden wahrscheinlich von späteren Generationen als Baumaterial entfremdet – doch dass es einen Zusammenhang zwischen den beiden Steinkreisen gab, ist für die meisten Forscher sicher. Und auch ein dritter Kreis, Woodhenge, der ganz in der Nähe entdeckt wurde, scheint mit den Riten, die in Stonehenge abgehalten wurden, in Zusammenhang zu stehen.

Im Interview mit dem Magazin Hörzu Wissen erklärt Mike Parker Pearson von der Universität von Sheffield seine Theorie: „Stonehenge war vermutlich ein Totenreich. Der Holzkreis aber lag im Land der Lebenden.“ Demnach wären die beiden Welten durch den Prozessionsweg verbunden gewesen und die Menschen hätten zwei Mal im Jahr – zur Sommer- und zur Wintersonnenwende – eine rituelle Reise unternommen, die Leben, Tod und Wiedergeburt symbolisierte, ebenso wie die Sonnenwenden für Tod und Wiedergeburt standen. Diesen Ansatz stützt Pearson auf eine Beobachtung aus Madagaskar, wo Holz zum Bereich der Lebenden gehört und Stein zu den Toten.

Neuste Entdeckungen in Stonehenge

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Der Theorie von Pearson steht inzwischen eine zweite Theorie gegenüber, die nicht weniger spekulativ ist, aber in Fachkreisen zumeist mehr Anerkennung findet als die Theorie vom Totenreich. Tim Darvill von der Universität von Bournemouth war der erste, der seit 1964 wieder Grabungen in Stonehenge durchführte. Dabei machte er 2008 eine erstaunliche Entdeckung: Darvill zufolge geht es in Stonehenge nicht um die großen Sarsen-Steine. „Die sind beeindruckend“, erklärt er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, „doch es sind die kleinen, um die es hier eigentlich geht.“

Gemeint sind die Blausteine, von denen wir bereits wissen, dass sie aus den Preseli Hills in Wales stammen und die damit eine knapp 220 Kilometer lange Reise hinter sich haben. Vor allem die fünf torförmigen Gebilde im Zentrum haben Darvills Aufmerksamkeit auf sich gezogen, die sogenannten Trilithe. Darvill mutmaßt, dass sie Gottheiten repräsentieren könnten und dass ein Zweck von Stonehenge gewesen sein könnte, diesen Blausteinen ein monumentales Gehäuse zu geben.

Und noch etwas hat Darvill zu Tage gefördert: Seine Untersuchungen der Gesteinssorten, die in Stonehenge verbaut wurden, ergab, dass der Steinkreis ein Mikrokosmos der Landschaft ist, aus der die Steine kommen. Darvill meint damit, dass die Gesteinssorten „entsprechend der geographischen Lage ihrer Vorkommen am Carn Menyn [Preseli Hills] aufgestellt“ ( FAZ) wurden. Darvills Theorie wird sogar aus einer der ältesten Quellen über Stonehenge gestützt. Schon der oben erwähnte Geoffrey of Monmouth, der allgemein nicht gerade als zuverlässiger Historiker bekannt ist, schreibt, das Bauwerk habe ursprünglich in Irland gestanden und sei dann vom Zauberer Merlin abgetragen und an seinem heutigen Standort wiederaufgebaut worden.

Seit Jahrtausenden schon trotzt Stonehenge Wind und Wetter

Nun stellt sich die Frage ob Geoffrey, einer der ersten Autoren, die über König Artus schrieben, über Wissen aus der Steinzeit verfügte, das inzwischen verloren gegangen ist. Nach dem Zweck von Stonehenge gefragt, hält Darvill es nicht für unmöglich, dass Stonehenge so etwas wie ein prähistorischer Kurort war. Doch er gibt auch zu bedenken: „Es ist ein Fehler zu glauben, die Anlage hätte nur einem Zweck gedient. Eine Kirche ist für alles da. Bei Stonehenge war das wohl ähnlich. Die Sarsen sind das Gebäude. Da drinnen passiert allerlei und einiges hat mit dem Blausteinen zu tun. Und bei denen geht es meiner Ansicht nach um Heilung, um die Kraft von Land, von Quellen, von Wasser.“ (FAZ)

Doch welche Theorie auch immer sich – wenn überhaupt – irgendwann einmal als Wahrheit entpuppen sollte, es ist unbestritten, dass diesem Ort eine Magie innewohnt, der auch die Besuchermassen, der riesige Parkplatz und das moderne Besucherzentrum (die auf der anderen Straßenseite hinter einem Hügel verborgen liegen) nichts anhaben können. Auch knapp 4.000 Jahre nachdem der Steinkreis in seiner heutigen Form errichtet wurde, ist der Moment, an dem man auf der A303 fahrend Stonehenge zum ersten Mal erblickt, einfach nur überwältigend!

Weitere Sehenswürdigkeiten Stonehenge

Stonehenge liegt mitten in einer uralten Landschaft, in der es vor neolithischen Sehenswürdigkeiten nur so wimmelt. Rings um den mächtigen Steinkreis herum liegen zum Beispiel zahlreiche Hügelgräber, die auf eine rege Nutzung der Ebene als religiöse und kulturelle Landschaft schließen lassen. In der unmittelbaren Nähe befindet sich auch ein weiterer Kreis: Woodhenge. Während man aber Stonehenge kaum übersehen kann, ist von Woodhenge kaum etwas zu sehen. An der Stelle, an der vor ca. 4.300 Jahren ein Kreis aus Holzpfählen gestanden hat, fanden Forscher in den 1920er Jahren Pfostenlöcher mit verrotteten Resten von Pfählen. Heute können Sie hier den rekonstruierten Kreis von Woodhenge besuchen. Doch in puncto Attraktivität hat Stonehenge seinem kleinen Bruder natürlich einiges voraus.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in der näheren Umgebung ist Old Sarum, eine kleine Festung bei Salisbury, die von Wilhelm dem Eroberer erbaut wurde und heute einen sehr friedlichen Dornröschenschlaf oberhalb der Kathedralen-Stadt schläft. Die Grundmauern der Kirche neben der Festungsanlage inspirierten übrigens Ken Follett zu seinem Bestseller „Säulen der Erde“. Und wenn Sie schon in der Gegend sind, statten Sie unbedingt Salibury Cathedral – Heim der „Magna Charta“ – und der schönen Altstadt von Salisbury einen Besuch ab.

Anfahrt nach Stonehenge

Eine weltweit berühmte Sehenswürdigkeit wie Stonehenge ist natürlich schon von Weitem deutlich ausgeschildert, sodass es fast unmöglich ist, das Ziel zu verfehlen. Der Steinkreis liegt direkt an der Stelle, an der die A344 bzw. A360 von Shrewton kommend auf die A303 von Exeter und Honiton nach Basingstoke trifft. Es ist ein absolut unvergesslicher Moment, wenn man auf der A303, auf der es an dieser Stelle fast immer zu stockendem Verkehr kommt, durch die leicht hügelige Landschaft fährt und plötzlich wie aus dem Nichts Stonehenge am Straßenrand auftaucht. So lässt sich in etwa nachvollziehen, wie es Reisenden in früheren Jahrtausenden gegangen sein muss, die über die Ebene von Salisbury kamen und urplötzlich diesem gewaltigen Monument gegenüberstanden.

Geführte Touren nach Stonehenge werden von fast allen großen Städten in Südengland aus angeboten. So verkehren Busse von Bristol, Salisbury und sogar London zum weltberühmten Steinkreis. Eine reguläre Buslinie fährt sowohl Stonehenge als auch Old Sarum von Salisbury aus an.

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