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Alte Gebäude, wie den Caversham Court Gazebo aus dem 17. Jahrhundert, findet man in Reading vielerorts.

Sir John Betjeman schrieb in den 1940er Jahren über Reading: „Nur wenige Städte sind auf den ersten Blick weniger einnehmend als Reading – doch nur wenige belohnen es so sehr, wenn man sie dennoch erkundet“ (frei übersetzt). Die unspektakuläre Geschäftigkeit, die die kleine Stadt Reading in Berkshire, etwa auf halber Strecke zwischen London und Oxford, an den Tag legt, trügt nämlich: Reading spielte in der Vergangenheit eine bedeutende Rolle – und tut es als Wirtschaftsstandort und kulturelles Zentrum noch heute.

Jedes Jahr bringt das berühmte Reading Festival die Stadt mit Rock, Punk und New Wave zum Beben. Vergleichbar ist der Ansturm auf die Tickets hier nur mit dem Ticketverkauf für das legendäre Glastonbury Festival. Und wie Glastonbury auch blickt Reading auf eine bedeutende Episode in der Geschichte von England zurück. Dort, wo heute jedes Jahr im August Rock- und Heavy Metal-Fans ihrer Leidenschaft frönen, fand vor knapp 1.200 Jahren eine bedeutende Schlacht statt: die Schlacht von Reading.

Es ist heute schwer, sich mitten in dieser modernen Stadt vorzustellen, wie es um 871 n.Chr. hier ausgesehen haben könnte. Von damals ist fast nichts erhalten geblieben, doch mit etwas Vorstellungskraft kann man jene dunkle Zeit der angelsächsischen Geschichte wieder heraufbeschwören. In „The Life of King Alfred“ lesen wir heute, dass König Ethelred von Wessex und sein Bruder Alfred, der spätere Alfred der Große, im Jahr 871 in Reading eine Schlacht gegen eine heidnische Armee (gemeint sind dänische Wikinger) zu kämpfen, die die Stadt plünderten. Zu ihrem Schutz hatten die Heiden, wie es in der Chronik heißt, einen Schutzwall vor der Stadt errichtet. Dort wurde die Armee zunächst von Ethelwulf, dem Vater Elthelreds und Alfreds, gestellt. Beide Seiten sollen in der Schlacht von Englefield (31. Dezember 870) ausdauernd und mutig gekämpft haben – bis es den christlichen Truppen unter Ethelwulf schließlich gelang, den Sieg zu erringen.

Die Schlacht gegen die Wikinger bei Reading

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Vier Tage später erreichten Ethelred, der König der West-Sachsen, und sein Bruder Alfred Reading. Mit den vereinten Kräften ihrer beiden Armeen gelang es ihnen, in Reading einzumarschieren, doch ihr Triumph war nur von kurzer Dauer. Schon bald zeichnete sich ab, dass die Dänen diesmal den Sieg davon tragen würden und nach hohen Verlusten, flohen die sächsischen Truppen schließlich. Unter den Toten, die auf dieser Seite zu beklagen waren, war auch König Ethelwulf – und seine Söhne schworen Rache. Innerhalb von vier Tagen sammelten sie ihre Kräfte erneut und stellten die Wikinger am Ashdune, dem Hügel der Asche, ganz in der Nähe von Reading (Battle of Ashown , 8. Januar 871).

Die Brüder teilten die Armee unter sich auf und während Alfred sofort und ohne zu zögern in die Schlacht zog, zog sich sein Bruder in sein Zelt zurück, um dort die Messe zu hören. Es heißt, er habe sich trotz des Schlachtenlärms geweigert, das Zelt zu verlassen, bevor die Messe nicht vorbei sei, um sich des Schutzes des Herrn für seine Männer zu vergewissern. In der Chronik heißt es: „And he did so too, which afterwards availed him much with the Almighty.“

Während Ethelred im Gebet verharrte, wurde die Situation für Alfred draußen allmählich kritisch. Er musste das Warten auf seinen Bruder aufgeben und ohne ihn das Signal zum Angriff geben. Mutig führte er seine Truppen in den Kampf. Es war ein ungleicher Kampf, denn die Dänen thronten auf einem Hügel, während sich die Sachsen von unten näherten und sich so in der schlechteren Ausgangsposition befanden. Dennoch gelang es Alfred, den Nordmännern empfindliche Verluste beizubringen und sie in die Flucht zu schlagen.

Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass es Alfreds Name ist, der auf ewig mit der Schlacht von Reading in Verbindung gebracht werden wird – und nicht der seines Bruders Ethelreds. Dennoch konnten die Dänen das Gebiet weiterhin halten und die Angriffe der Wikinger wurden unvermindert fortgesetzt. Erst 878, als Alfred nach dem Tod seines Bruders, schon 7 Jahre lang König war, gelang den Sachsen bei Edington ein erster wichtiger Sieg und erst 892 gelang es Alfred und seinem Heer endlich, die Wikinger zu schlagen und zurückzudrängen.

Und so war Reading für einen kurzen Augenblick der Brennpunkt in der Geschichte von England. Niemals wieder fand die Stadt später Erwähnung in den Geschichtsbüchern. Wer der Vergangenheit der Stadt dennoch ein bisschen nachspüren möchte, kann dem Heritage Walk durch das Stadtzentrum folgen.

Weitere Sehenswürdigkeiten Reading

In Reading scheint es auf den ersten Blick nicht viele Überbleibsel der Geschichte zu geben. Doch dieser Eindruck täuscht, wie der Reading Heritage Walk beweist. Der Spaziergang führt Sie durch 1.400 Jahre englischer Geschichte und hat seinen Ausgangspunkt an der Town Hall aus dem späten 19. Jahrhundert. Mit seiner Fassade, die der viktorianischen Gotik zuzuordnen ist – ein typisch englisches Phänomen – bietet es einen phantastischen Anblick. Auf dem Rathausplatz finden Sie dann eine der schönsten Kirchen in Reading: St. Laurence’s. 800 Jahre Geschichte sind an diesem Gebäude beinahe spurlos vorbei gegangen. Auf dem dazugehörigen Friedhof finden Sie viele interessante Grabsteine aus dem 17. Jahrhundert.

Ganz in der Nähe entdecken Sie die Ruinen der Abbey von Reading. Ihr Grundstein wurde bereits 1121 durch Henry I., den Sohn von Wilhelm dem Eroberer, gelegt. Nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1164 war die Abtei 400 Jahre lang das politische und soziale Zentrum von Reading – und noch heute hat die Abbey besondere Bedeutung, ist sie doch einer der wenigen Orte, an denen ein englischer König begraben ist. Henry I. wurde nach seinem Tod 1136 unter dem Altar beigesetzt.

Von dort aus geht es weiter in die Forbury Gardens, wunderschön gestaltete viktorianische Gärten, in deren Mitte ein Löwe thront, der an die Gefallenen des Battles of Maiwand in Afghanistan erinnert. Übrigens soll der Standort der Gärten der Schauplatz der oben beschriebenen Schlacht von Reading gewesen sein. Besuchen Sie während Ihres Rundgangs auch das historische Gefängnis, das Reading Gaol, in dem Oscar Wilde zwischen 1895 und 1897 gefangen war, und Sehenswürdigkeiten aus der Zeit der Industriellen Revolution (z.B. die Palmer’s Bisquit Factory und die Reading Gas Company). Darüber hinaus erwarten Sie rings um Reading weitere Sehenswürdigkeiten in Südengland.

Anreise Reading

Reading liegt westlich von London an der M4, die nach Bristol führt, etwa auf halber Höhe zwischen London und Swindon. Ein Zwischenstopp lohnt sich, wenn Sie zum Beispiel von London Heathrow aus auf der M4 gen Westen fahren. Der Flughafen ist nur eine knappe halbe Stunde von Reading entfernt und die Anbindung an die M4 ist sehr günstig.

Außerdem verkehrt vom Flughafen London Heathrow aus die Buslinie X25 in Richtung Reading Town Centre (ca. 53 Minuten). Auch von der zentral gelegenen Victoria Station aus ist die Anbindung nach Reading günstig: In einer knappen Stunde fahren Sie mit dem Bus 436 zur Paddington Station und steigen dort in die Buslinie in Richtung Bristol Temple Meads ein, die Sie nach Reading bringt.

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