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Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte

Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte

Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte

Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte von Rachel Joyce

Nachdem Rachel Joyce mit „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ einen absoluten Überraschungserfolg erzielt hat, stand sie mit „Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte“ vor der großen Herausforderung des zweiten Romans. Jeder Bestseller-Autor weiß, dass das Buch nach dem Erfolgsroman der schwierigste ist, weil man eben beweisen muss, dass man kein One-Hit-Wonder ist. Mit dieser Herausforderung geht jeder Autor anders um. Jonas Jonasson zum Beispiel hat nach „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ einen Roman geschrieben, der dem Erstling in Aufbau und Konzept sehr ähnelt.

Rachel Joyce hat sich dagegen entschieden. „Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte“ hat mit dem Vorgänger beinah nichts gemeinsam. Außer der Tatsache, dass sie beide in England spielen. Doch während England für ihren Erstling mehr als nur Kulisse war und sich die Landschaft, die Harold Fry durchwanderte, selbst zum Protagonisten entwickelte, liefert das Land für den zweiten Roman eher die Atmosphäre. Da haben wir das prächtige alte Herrenhaus, in dem der kleine Byron mit seiner Schwester aufwächst, umgeben von einem herrlichen Garten mit einem eigenen Teich.

Ein Idyll der 1970er Jahre. Und dann haben wir das heutige England mit seinen in sich geschlossenen Mikrokosmen aus Supermärkten und den Ladenzeilen der High Streets, die in jeder Stadt gleich und absolut austauschbar sind.

Worum geht es in diesem Roman?

Ihren Anfang nimmt die Geschichte im Jahr 1972, als der 11-jährige Byron von seinem Freund James erfährt, dass dem Jahr ganz heimlich zwei Sekunden hinzugefügt werden sollen. James wittert hier sofort eine Verschwörung und Byron kann von nun an an nichts anderes mehr denken. Ununterbrochen spricht er von den zwei Sekunden und bringt damit das perfekt strukturierte, abgezirkelte, ordentliche Leben seiner Mutter Diana vollständig durcheinander. Diana ist die perfekte Hausfrau, ist immer akkurat gekleidet, hält das Haus in Ordnung, zieht ihre Kinder liebevoll auf und spielt am Wochenende die perfekte Ehefrau für den heimkehrenden, hart arbeitenden Ehemann. Dafür erhält sie von ihm einen neuen Wagen. Dafür - und damit sie vor den anderen Müttern der Privatschule damit prahlen kann.

Doch gerade jenes Auto wird für Diana und Byron zum Unglückswagen. Gerade als Diana einmal von ihren Regeln abweicht und die Abkürzung durch das Viertel mit den Sozialwohnungen nimmt, um ihre Kinder rechtzeitig in die Schule zu bringen, werden dem Jahr vermeintlich die zwei Sekunden hinzugefügt. Fassungslos hält Byron ihr seine Armbanduhr vor die Augen und versperrt Diana damit den Blick auf das Mädchen, das mit seinem Fahrrad auf die Straße fährt. Diana bemerkt nichts von dem Unfall, doch das Wissen um die Tat lastet schwer auf Byron. Als er es nicht mehr für sich behalten kann, nimmt das Unheil seinen Lauf – und ist nicht mehr aufzuhalten, bis es alle Beteiligten in den Abgrund reißt…

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„Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte“ ist ein intensiver Roman mit so klar gezeichneten Figuren, dass sie einem von den Seiten entgegentreten und zur Weißglut treiben. Man möchte Byron schütteln, weil er sich in die Idee der zwei Sekunden verrannt hat, und Diana, weil sie plötzlich vollkommen die Kontrolle verliert. Lange Zeit fragt man sich, was es mit dem zweiten Handlungsstrang auf es sich hat, den Joyce immer wieder einflechtet und der uns in das England der Gegenwart führt, wo der Supermarkt-Angestellte Jim mit seinen Neurosen und Ticks zu kämpfen hat. Dann erschließt sich plötzlich alles.

Es entsteht ein großes, trauriges Bild, plastisch, klar und deutlich. Wie durch ein Vergrößerungsglas stößt uns Rachel Joyce in „Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte“ darauf, dass es oft nur wenige Augenblicke sind, die das Schicksal bestimmen. Ohne diese zwei Sekunden wäre jener heiße Sommer des Jahres 1972 ohne weitere Ereignisse verlaufen und das Leben von Byron hätte eine ganz andere Richtung genommen. Mit diesem Wissen entlässt uns Joyce. Und mit dem Wissen, dass sie tatsächlich eine gute Erzählerin ist. „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ war kein Zufallstreffer. Wir dürfen uns auf das freuen, was ihr als nächstes einfallen wird.

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