Chester

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Chester

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Wenn es dunkel wird, ist Geisterzeit in der Spukstadt Chester

Mittelalterliche Fachwerkhäuser, 2.000 Jahre alte römische Ruinen und jede Menge Geistergeschichten – das macht den ganz besonderen Charme von Chester aus. Die Stadt in Westengland, nahe der Grenze zu Wales zählt zu den bekanntesten Spukstädten in England. Wundern würde das nicht in Anbetracht der wechselhaften Geschichte dieser Stadt im englisch-walisischen Grenzgebiet: Zur Zeit der römischen Besatzung galt Chester als die wichtigste Stadt Englands, denn sie verteidigte diesen Außenposten des römischen Reiches gegen die Kelten, die sich in das heutige Wales zurückgezogen hatten und von dort aus erbitterten Widerstand leisteten.

Nach den Römern kamen die Angelsachsen und bauten die Verteidigungsanlagen, die ihre Vorgänger hier errichtet hatten, weiter aus. Gleiches gilt für die Normannen, die im 11. Jahrhundert – noch im Jahr der Invasion durch Wilhelm den Eroberer 1066 – hier eine starke Festung – Chester Castle – errichteten.

Kelten, Römer, Wikinger, Sachsen und Normannen lebten und starben in den vergangenen 2.000 Jahren in Chester – und nur wenige von ihnen scheinen tatsächlich die letzte Ruhe gefunden zu haben. Aus keiner anderen englischen Stadt werden so viele Geistergeschichten berichtet wie aus Chester. Da gibt es keine Straße, aus der keine paranormalen Beobachtungen gemeldet wurden, kaum ein altes Haus, das keinen Poltergeist besitzt, kaum ein Gasthaus, in dem nicht ein alter Haudegen noch heute sein Unheil treibt.

Da wird von einem geisterhaften Mönch berichtet, der in einem alten viktorianischen Herrenhaus am River Dee die Bewohner um den Schlaf bringt, im Pub „Ye Olde Vaults“ klagt des Nachts der frühere Besitzer über den schlechten Zustand des Etablissements, in der Bridge Street werden Passanten im Gasthaus „Bear and Billet“ von einer freundlich lächelnden alten Lady im Treppenhaus begrüßt, die danach auf rätselhafte Weise verschwindet, und auf dem Balkon der Bingo Hall in der Brook Street wurde des Öfteren „Old George“ gesichtet, der jedoch sofort verschwand, wenn man ihn ansprach.

Solche Geschichten gibt es in Chester an jeder Ecke und die Einwohner dieser gruseligsten aller Städte im mystischen England werden nicht müde, davon zu berichten. Es lohnt sich also, die Ohren offenzuhalten und die Einheimischen am Abend im Pub in ein Gespräch zu verwickeln – allerdings nur, wenn Sie es anschließend noch wagen, durch die dunklen Straßen von Chester in Ihr Hotel zurückzukehren…

Weitere Sehenswürdigkeiten Chester

Chester bezaubert seine Besucher mit gut erhaltenen, alten Fachwerkhäusern.

Chester ist reich an historischen Sehenswürdigkeiten und es lohnt sich, für einen Besuch mindestens einen ganzen Tag einzuplanen. Das Herz der Stadt bildet Chester Cathedral. Schon die Sachsen hatten an dieser Stelle ein Münster errichtet. Die Normannen ließen es dann zu jener prachtvollen Kathedrale ausbauen, die Sie heute hier bewundern können.

Wer noch weiter in der Geschichte Chesters zurückreisen möchte, besucht das römische Amphitheater und die Überreste der ehemaligen Stadtmauer und von Chester Castle. Eine Wanderung auf der alten Stadtmauer führt Sie regelrecht durch die Jahrhunderte und direkt vorbei an den Highlights der Stadt.

Anschließend bummeln Sie durch die High Street, die von herrlichen Fachwerkhäusern gesäumt wird, wie man sie in England sonst kaum vorfindet, besuchen das Grosvenor Museum, das einen guten Überblick über die Geschichte Chesters gibt, oder wandeln durch Chester Zoo. Letzterer zählt zu den 15 besten Zoos der Welt und wartet mit über 400 Tierarten auf. Und wenn Sie schon einmal in der Nähe sind, sollten Sie es sich nicht nehmen lassen, wenigstens einen Ausflug in das mystische Wales zu unternehmen. Nordwales wartet mit einer landschaftlichen Schönheit auf, die Ihnen den Atem rauben wird.

Anreise Chester

Chester liegt in der nordwestenglischen Grafschaft Cheshire, direkt an der Grenze zu Nordwales, und ist von Birmingham, Manchester und Liverpool aus gut zu erreichen. Von Birmingham folgen Sie der M6 in Richtung Norden und nehmen dann ab Appleton die M56 nach Chester. Von Liverpool aus führt die Autobahn M53 direkt nach Chester und von Manchester aus benutzen Sie die M56.

Aus Wales kommend folgen Sie der A55 an der nördlichen Küste entlang oder der A483 von Süden. Wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Chester anreisen wollen, benutzen Sie zum Beispiel von Manchester Piccadilly aus den Arriva Train in Richtung Chester (ca. 59 Minuten) oder von Liverpool James Street aus den Zug in Richtung Chester Rail Station (ca. 39 Minuten).

Wenn Sie von Birmingham aus anreisen wollen, benutzen Sie den Virgin Train bis Crewe (ca. 47 Minuten) und steigen Sie dort in den Arriva Train nach Chester (ca. 20 Minuten) um. Aus Nordwales benutzen Sie ab Bangor den Arriva Train nach Chester (ca. 1 Stunde 22 Minuten).



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