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Weihnachten in Schottland

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Nollaig Chridheil! So wünscht man sich auf Schottisch-Gälisch ein frohes Weihnachtsfest. Zu Weihnachten in Schottland gehören ein buntes Lichtermeer aus Weihnachtsbäumen und Girlanden, bunte Strümpfe am Kaminsims voller kleiner Leckereien und ein großes Festmahl mit der ganzen Familie.

Obwohl die Bräuche und Traditionen rund ums Weihnachtsfest heute denen des restlichen UK sehr ähnlich sind, hat das schottische Weihnachten, die „Yule Tide“, eine ganz eigene Geschichte.

Weihnachten in Schottland: Ein verbotenes Fest

Wenn sich der Schnee auf die Highlands senkt, ist wieder Weihnachten in Schottland.

Das moderne Weihnachtsfest vom 24. bis 26. Dezember – so wie wir es kennen – gibt es in Schottland streng genommen erst seit knapp 60 Jahren. Im Zuge der Reformation von 1560 waren die Weihnachtsfeiertage im 17. Jahrhundert offiziell abgeschafft worden. Für die nächsten rund 400 Jahre stand an Weihnachten ganz normale Arbeit auf der Tagesordnung.

Vor der Reformation war Weihnachten in Schottland ein dreitägiges Kirchenprogramm mit Andachten, Fastenzeiten, Gottesdienst und wohltätigen Aktivitäten. Traditionell hatte das Weihnachtsfest jedoch eine weniger hohe Bedeutung als das darauf folgende „Hogmanay“, das schottische Neujahrsfest. Im Gegensatz zum Weihnachtsfest war das Hogmanay eine feucht-fröhliche Angelegenheit, bei der nach alter Tradition der 12. Monat des Jahres und das Kommen des neuen Jahres begossen wurde.

In der Folge der Reformation entstand die presbyterianische Kirche von Schottland, im Volksmund auch „The Kirk“ genannt. Die Kirk übte als Staatskirche großen Einfluss auf die Politik aus. So auch im Falle der Weihnachtsfestivitäten. Um gegen den Katholizismus Position zu beziehen, wirkte die neue Kirche darauf hin, die Weihnachtsfeiertage abzuschaffen.

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Darüber hinaus empfand man die Traditionen, die sich um das Fest gebildet hatten, als unchristlich, und belegte sie mit Strafen. So wurden zum Beispiel Bäckern, die „Yulebread“, also Weihnachtsstollen, verkauften, Geldstrafen auferlegt. Die Feiertage, so die Meinung der Kirche, stifteten zu Frivolität an und diese galt es mit Arbeit zu unterbinden.

Natürlich feierten religiöse Schotten auch weiterhin ihr Fest, gingen nach der Arbeit zur Messe oder trafen sich in ihren Familien. Dennoch hat sich Weihnachten in Schottland infolgedessen anders entwickelt als in anderen Ländern. Als 1958 der „Christmas Day“, also der 25. Dezember, zum Feiertag ernannt wurde, wurden deshalb viele weihnachtliche Bräuche aus anderen Ländern übernommen. Seit 1974 haben die Schotten auch am 26. Dezember frei.

Modernes Weihnachten in Schottland

Die Vorweihnachtszeit beginnt in Schottland etwa Anfang November. Die Lichtergirlanden in den Innenstädten werden angebracht, die Wühltische der Kaufhäuser füllen sich mit Geschenkideen und weihnachtlichem Klimbim. Wer mit Kindern unterwegs ist, darf darauf hoffen, in der Stadt Santa Claus zu begegnen – in einigen Einkaufspassagen ist es eine große Attraktion, ein Foto mit dem Weihnachtsmann zu schießen und ihm seine Wünsche fürs kommende Fest persönlich mitzuteilen. Wer es ein kleines bisschen weniger kommerziell mag, der besucht den weltberühmten Weihnachtsmarkt in Edinburgh. Mit Riesenrad, Eislaufbahn und endlos vielen Buden herrscht rund um die Prince Street Gardens ein wirklich schöner Weihnachtstrubel.

Zum Schüren der Vorfreude gehört natürlich auch die Weihnachtsdekoration im eigenen Zuhause. Hier mögen es die Schotten bunt. Je nach persönlichem Geschmack wird die Wohnung mit Papiergirlanden und Gestecken aus Stechpalmen und Immergrün dekoriert und die Fenster und Türen mit bunten Lichtern zum Leuchten gebracht. Auch in Schottland darf der Weihnachtsbaum nicht fehlen: Entweder pompös behangen mit knalligen Farben oder dezent mit Stroh- und Papiersternen. In vielen Familien werden auch die sogenannten Stockings aufgehängt, lange, dekorierte Strümpfe, die zur Bescherung dann mit Leckereien und kleinen Geschenken gefüllt werden. Für die schottischen Kinder ist das Warten auf das Weihnachtsfest – wie überall auf der Welt - eine besonders harte Geduldsprobe. Auch in Schottland ist es in vielen Familien deshalb Sitte, täglich ein Türchen eines Adventskalenders zu öffnen und so die Bescherung Tag um Tag ein Stück näher rücken zu lassen.

Der Weihnachtsmarkt von Edinburgh ist einer der Höhepunkte zu Weihnachten in Schottland.

Am 24. Dezember, dem „Christmas Eve“ ist die Bescherung dann schon spürbar nahe. In manchen Familien wird an Heiligabend der Weihnachtsbaum geschmückt, die Spannung steigert sich und der nächste Tag – der Christmas Day – kann gar nicht schnell genug kommen. Am Morgen des 25. Dezember ist es dann endlich soweit: Weihnachten in Schottland. Die Stockings sind voll, die Geschenke dürfen endlich ausgepackt werden. Einige Schotten besuchen am Christmas Day den Weihnachtsgottesdienst oder versammeln sich um Punkt 15 Uhr vor dem Fernseher, um sich die Weihnachtsrede der Queen nicht entgehen zu lassen. Spätestens am frühen Nachmittag werden dann die letzten Vorbereitungen des Weihnachtsfestmahls angegangen. Typische Weihnachtsgerichte sind in Schottland Truthahn mit Kartoffeln und Gemüse. Zum Nachtisch werden häufig Christmas Pudding oder Mince Pie, schottisches Shortbread und der typische Christmas Cake mit Früchten und Marzipan serviert. Zu Tisch ist es in Schottland üblich, Christmas Cracker zu öffnen. Aus den Christmas Crackers fallen dann die bunten Papierhüte, die man sich sogleich auf den Kopf setzt und für den Rest des Festmahls aufbehält.

Der 2. Weihnachtsfeiertag heißt in Großbritannien Boxing Day. Der Name geht der Legende nach auf einen Brauch zurück, wonach reiche oder adelige Briten ihre Haus- und Hofangestellten am Tag nach Weihnachten versammelten und ihnen in Kisten verpackte Geschenke, Lebensmittel und Güter überreichten – als eine Art Weihnachtsbonus. Heute ist der Boxing Day dafür da, sich vom Christmas Day zu erholen, Freunde und Verwandte zu besuchen oder sich ins Getümmel der Innenstadt zu stürzen, um bei den Christmas Sales ein paar Schnäppchen zu schlagen.

Weihnachten in Schottland – wie im restlichen UK bedeutet das eine schöne, besinnliche Zeit im Kreise der Familie und engsten Freunde. In diesem Sinne: Nollaig Chridheil! Wir wünschen allen eine schöne, besinnliche Yule Tide!

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