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Wife Carrying Race

Wife Carrying Race

UK Wife Carrying Race in Dorking, Surrey

Matthew Kay and Rachel Winny - Wife Carrying Race - Frauentragen in Dorking

Für einen Tag im März (manchmal Anfang April) ist das beschauliche Dorking in der südenglischen Grafschaft Surrey mit seinen historischen Gebäuden, seinen Antiquitätengeschäften, Galerien, Restaurants, Pubs und Cafés Schauplatz der UK Wife Carrying Championships. In der charmanten Kleinstadt, gut 40 Kilometer südlich von London gelegen, treffen sich jährlich rund 30 Paare aus aller Welt zu einem skurrilen Wettkampf, der weltweit als einer der härtesten seiner Art gilt. Im Nower Naturreservat kämpfen sie rennend oder getragen auf einem 380 Meter langen Hindernisparcours um Ruhm sowie Ehre und nicht zuletzt um den nationalen Titel.

Ursprung liegt vermutlich in der Wikingerzeit

In Großbritannien sollen die Wurzeln des „Frauentragens“ bis ins Jahr 793 zurückreichen. Am 8. Juni näherten sich Wikinger Schiffe der Gezeiteninsel Lindisfarne vor der Küste der nordostenglischen Grafschaft Northumberland. Am Ende des Tages war es vorbei mit dem Frieden. Das Kloster wurde ein Raub der Flammen, und die Mönche waren tot oder verschleppt. Auch den auf dem Eiland ansässigen Frauen erging es nicht besser. Wer nicht ermordet wurde, wurde verschleppt, sprich weggetragen. Dem ersten datierten „Sea Raid“ sollten noch unzählige weitere solcher Raubüberfälle folgen. Mit dieser „Urform“ des Wife Carrying haben die seit 2008 in Dorking stattfindenden Wettkämpfe natürlich nichts mehr gemein, außer dass die Frauen nach wie vor von rennenden Männern getragen werden. Doch heute geschieht das in gegenseitigem Einvernehmen und soll vor allem eines, Spaß bereiten.

Regeln mit Ausnahmen

Wife Carrying Race - Frauentragen in Großbritannien

Wife Carrying Championships finden auf der ganzen Welt statt, wofür das International Wife Carrying Competition Committee gemeinsame Regeln aufgestellt hat. So muss die Frau beispielsweise mindestens 17 Jahre alt sein und 49 Kilo auf die Waage bringen. Die offizielle Streckenlänge wird mit 253,5 Metern angegeben, und sie sollte aus zwei „trocken“ Hindernissen und einem ein Meter tiefen Wasserhindernis bestehen. Aber auch hier gilt: keine Regel ohne Ausnahme. Bei den UK Wife Carrying Championships in Dorking müssen die Träger und Getragenen mindestens 18 Jahre alt sein und die Frauen 50 Kilo wiegen.

Auch ist der Parcours mit 380 Metern um einiges länger und die Läufer haben im Gegensatz zu anderen Wife Carrying-Rennen einen Auf- sowie Abstieg zu bewältigen. Da sich die Strecke in einem Naturreservat befindet, ist es unmöglich, das geforderte Wasserhindernis zur Verfügung zu stellen, weil das Ausgraben eines solchen verboten ist. Abhilfe schaffen Freiwillige am Streckenrand, die die Teilnehmer mit Wasser aus Wasserpistolen bespritzen und aus Eimern begießen.

Vor dem Start

Der Renntag beginnt mit der Registrierung. Dabei erhalten alle Teilnehmer ein Wettkampf T-Shirt mit ihrem Namen sowie ihre Startnummer. Zudem wird die Frau gewogen. Falls sie keine 50 Kilo wiegt, muss sie das fehlende Gewicht in Form eines Rucksacks gefüllt mit Dosen gebackener Bohnen (oder anderen Lebensmitteln) zulegen.

Als „Frauen“ gelten alle, die beim Rennen getragen werden. In Dorking müssen die Paare nicht verheiratet sein. D. h., dass alle erdenklichen Kombinationen erlaubt sind, und auch schon so am Start standen. 2013 hat beispielsweise erstmals eine Frau einen Mann getragen.

Wer immer die „Getragene“ ist, es gilt eine Helmpflicht für alle, da Unfälle nicht ausgeschlossen werden können. Um 10.15 finden an der Startlinie eine Sicherheitsinstruktion sowie ein Warm-up statt, und um 10.30 kann es losgehen. Das Rennen ist kurz, aber heftig. Die schnellste je gelaufene Zeit betrug zwei Minuten die langsamste fünf.

Das Rennen

Wife Carrying Race - Frauentragen in Südengland

Anders als in anderen Rennen dieser Art gibt es einen Massenstart, bei dem alle Paare kostümiert oder in Sportbekleidung wild durcheinander losrennen. Es existieren keine Vorschriften, wie die „Frau“ getragen werden soll. Gängig sind Huckepack, Fireman’s Carry (die „Frau“ wird über die Schulter getragen) oder Estonian Style (die „Frau“ hängt sich kopfüber am Rücken des „Mannes“ fest, indem sie sich mit den Beinen an dessen Schultern und mit den Händen im besten Fall an einem Gürtel festhält). Im Jahr 2013 erlebten die UK Wife Carrying Championships nicht nur die erste Frau, die einen Mann trug, sondern auch die Premiere des sogenannten Dorking Hold, der eine Umkehrung des Estonian Hold ist. Die „Frau“ hängt ebenfalls kopfüber am „Mann“, diesmal jedoch vornüber.

Am Anfang der Strecke haben die Teilnehmer Strohballen zu überwinden, und bevor die halbe Strecke geschafft ist, gilt es einen Aufstieg von 15 Metern zu meistern, um anschließend abwärts dem Ziel entgegenzustürmen. Richtung Ziellinie werden sie nicht nur von Wasserduschen aus Richtung Streckenrand erwartet, sondern nochmals von Hindernissen in Form von Strohballen. Lässt der „Mann“ die „Frau“ unterwegs fallen, muss „er“ zur Strafe zuerst drei Schritte zurückgehen, bevor es wieder dem Ziel entgegengeht. Dort angekommen, bilden die Teilnehmer einen Trichter, um den später Eintreffenden zu applaudieren und ihnen auf die Schulter zu klopfen.

Die Preise

Den Siegern winken ein Fass englisches Bier Pilgrim Ale und 250 Pfund als Zustupf für die Teilnahme an den World Wife Carrying Championships im Juli in Finnland. Im Gegensatz dazu erhalten die Letztplatzierten eine Dose Hundefutter sowie einen Becher Pot-Nudeln. Und der „Mann“, der die schwerste „Frau“ über den 380 Meter langen, äußerst anstrengenden Parcours getragen hat, darf sich über ein Pfund Wurst zu seiner Stärkung freuen. Zudem erhalten alle eine Erinnerungsmedaille und ein kleines Fass Pilgrim Ale. Egal wie der Tag geendet haben mag, er wird allen Wettkämpfern unvergesslich in Erinnerung bleiben, und sie werden noch lange davon erzählen.

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