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Punkie Night

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Die reizvolle Grafschaft Somerset im Südwesten Englands galt schon immer als eine Landschaft, die ihr historisches Brauchtum pflegt und in der Mythen und Legenden bis heute lebendig sind. Eine große Anzahl an Traditionen, deren Ursprung teilweise bis ins Mittelalter zurückreicht, wird hier begeistert gehegt und gehört unumstößlich zum Leben der Einwohner Somersets. Besonderer Beliebtheit bei Alt und Jung erfreut sich vor allem der Brauch, jedes Jahr am vierten Donnerstag des Monats Oktober die „Punkie Night“ zu feiern.

Nur wenige Tage vor dem weltweit bekannten Fest „Halloween“ wird in den Orten Chiselborough und Hinton St. George einer Tradition gehuldigt, die große Ähnlichkeit mit der „Nacht der Toten und Geister“ am 31. Oktober hat und bereits einen Vorgeschmack auf dieses schaurig-schöne Event bietet. Das Wort „Punkie“ scheint daher auch eine Verballhornung des englischen Wortes für Kürbis, „Pumpkin“ zu sein. Ähnlich wie für Halloween Kürbisse werden in Somerset für die „Punkie Night“ Futterrüben ausgehöhlt und mit gruseligen Fratzen verziert.

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Die Kinder der gesamten Umgebung von Chiselborough und Hinton St. George fiebern dem Oktoberabend entgegen, an dem sie mit ihren Rübenlaternen einen Umzug durch die Dörfer machen und dabei das Punkie-Night-Lied singen. Angeführt wird die Laternenprozession von einem Punkie King und einer Punkie Queen. Danach gehen die Kinder von Haus zu Haus und erbitten Kerzen oder andere Gaben. Wer sich weigert, den Sängern etwas zu geben, dem wird ganz in der Halloween-Tradition „Trick or Treat“ ein Streich gespielt. Der Brauch, den Punkie-Night-Kindern eine Kerze zu spenden, geht auf den Ursprung der Punkie Night zurück.

Die Legende besagt, dass irgendwann im Mittelalter Männer des Dorfes Hinton St. George an einem Oktobertag auf den jährlichen St. Luke's Day-Markt nach Chiselborough gingen. Berauscht von den vielen Jahrmarktsattraktionen und vor allem vom Bier vergaßen sie die Zeit. Die Dunkelheit brach herein und die Ehefrauen der besagten Marktbesucher begannen sich Sorgen zu machen. Sie beschlossen nach ihren Männern zu suchen und ihnen entgegenzugehen. Dazu fertigten sie Laternen aus Futterrüben, die den Kerzen Schutz vor dem Wind bieten sollten.

Auch die Männer waren in der Dunkelheit aufgebrochen, um angeheitert ihren Weg nach Hause anzutreten. Unterwegs sahen sie die mit Gesichern verzierten leuchtenden Rübenlaternen ihrer Frauen auf sich zutanzen. In ihrer Trunkenheit hielten sie diese für „Goolies“, die gequälten Geister der Kinder, die ungetauft gestorben waren, und rannten vor Schreck schreiend davon. Diese gruselig-komische Geschichte diente vor etwa 100 Jahren zur Wiederbelebung der „Punkie Night“ in Hinton St. George und Chiselborough. Auch in Lopen, Long Sutton und Castle Neroche feiert man die Nacht der ausgehöhlten Futterrüben. Doch in Somerset gibt es noch andere Brauchtümer, die jedes Jahr viele Gäste anlocken.

So kommen z.B. zum „Squibbing“ in Bridgewater zahlreiche Zuschauer. Das Knallfroschzünden ist Teil der Guy Fawks-Feiern und erinnert an drei Mitglieder der Familie Taylor, die 1716 in Bridgewater bei einer Pulver-Explosion umkamen, während sie Knallfrösche herstellten. Für das Spektakel werden Knallfrösche an sechs Fuß lange Pfähle gebunden. Diese werden von den „Squibbern“, die sich in zwei Reihen gegenüberstehen, hoch über ihre Köpfe gestemmt und angezündet.

Das Ergebnis ist ein Funken sprühendes Feuermeer, das in zwei parallelen Linien die Straße hinunter verläuft und die Umgebung in gleißendes Licht taucht bis die Knallfrösche abgebrannt sind. Das Bridgewater Squibbing findet am ersten Freitag im November statt. Ein weiterer traditioneller Brauch in Somerset ist das „Wassailing the Tree“, das „Baumzechen“ in Carhampton. Es geht auf einen heidnisch-keltischen Naturkult zurück und wurde in den 1930er Jahren von einem lokalen Cider-Unternehmen wieder ins Leben gerufen.

Beim Baumzechen wird eine kostbare Flüssigkeit wie z.B. Cider um die Wurzeln eines Apfelbaumes gegossen. Der Cider wird erhitzt und den Geistern des Obstgartens geopfert, um somit eine gute Ernte zu erbitten. Zudem umkreist man den „König der Bäume“ d.h. den größten Apfelbaum, singt Zechlieder und beendet die Zeremonie mit einem lauten Hurra. Das Baumzechen in Carhampton ereignet sich stets am 17. Januar. Neben uralten Volkstraditionen verfügt Somerset über zahlreiche Stätten, die von großer kultureller Bedeutung sind. So lohnt sich ein Trip nach Glastonbury, einer Kleinstadt in Somerset, die eng mit der Artus-Legende um den heiligen Gral verbunden ist und den Anspruch erhebt, das sagenhafte Avalon zu sein. Auch die Kathedralenstadt Bath ist wegen ihrer gut erhaltenen römischen Bäder und der prachtvollen Architektur aus georgianischer Zeit (18. Jahrhundert) ein Touristenmagnet.

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